Arzneimittel-Markt 2012

Apothekenmarkt legt im Januar kräftiger zu

Berlin - 12.03.2012, 10:22 Uhr


Nachdem sich der Apothekenmarkt zum Jahresende 2011 bereits stabilisierte, verzeichnete der Januar einen Umsatzzuwachs im mittleren einstelligen Bereich. Diese Entwicklung ging nach aktuellen Daten von IMS Health auf die Verordnung größerer Rx-Packungen zurück bei gleichzeitig insgesamt leicht sinkendem Absatz.

Rezeptfreie Präparate verloren sowohl nach Menge als auch nach Wert. Umsatzstärkste Arzneigruppen bildeten zum einen im Januar onkologische Therapien, zum anderen Medikamente zur Behandlung von Diabetes. Auch Tests gehören zur Produkt-/Präparategruppe der „Top 10“. Diese Entwicklungen, die auch schon im Vorjahr zu beobachten waren, lassen sich laut IMS Health wohl vor allem durch optimierte Arzneitherapien zur Behandlung von Krebs erklären, die auch mehr ambulante Behandlungen ermöglichen. Des Weiteren hat die Diabetestherapie sukzessive mehr Aufmerksamkeit erfahren, auch hinsichtlich der Therapie von Kindern und Jugendlichen, da die vergleichsweise hohe Prävalenz auch einen Kostenfaktor darstellt.

Absatzstärkste Arzneigruppen waren laut IMS Health nach wie vor Schmerz- und Erkältungsmittel (vielfach OTC-Präparate). Auffällig war der Zuwachs bei Ulkustherapeutika. Dies könnte damit zusammenhängen, dass Ulkustherapeutika auch bei anderen Therapien mitverordnet werden, bei denen Magenprobleme zu befürchten sind (z. B.Schmerzmittel).

Im Januar 2012 legte der Apothekenumsatz zu Abgabepreisen des Herstellers (ApU) um 4,4 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu. Abgegeben wurden 125 Millionen Packungen, ein Rückgang von 1,3 Prozent. Der Rx-Umsatz legte um 5,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu bei 59 Millionen Packungen (plus 1,1 Prozent). Dagegen schrumpfte der OTC-Umsatz leicht um 0,2 Prozent auf 349 Millionen Euro. Die Zahl der abgegebenen OTC-Packungen schrumpfe um 3,8 Prozent auf 65 Millionen Stück.

Die GKV-Ausgaben für Arzneimittel einschließlich Impfstoffen und Testdiagnostika beliefen sich im Januar 2012 auf 2,5 Milliarden Euro – hier liegt der Apothekenverkaufspreis zugrunde (abzüglich der von Herstellern und Apotheken geleisteten Zwangsrabatte, ohne Berücksichtigung der Einsparungen aus Rabattverträgen). Dies ist ein Zuwachs von 4,7 Prozent. Beim GKV-Absatz nach Packungen steht eine „schwarze Null“ mit 59 Millionen Packungen (plus 0,2 Prozent).


Lothar Klein


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