Apothekenmarkt 1. Halbjahr 2013

IMS Health: Packungszahl stieg um sechs Prozent

Berlin - 07.08.2013, 14:30 Uhr


Wegen der anhaltenden Erkältungs- und Grippewelle, aber auch wegen Therapieverlagerungen in den ambulanten Sektor erhöhte sich der Umsatz im Apothekengesamtmarkt (ApU) im 1. Halbjahr 2013 gegenüber Vorjahr um 3,5 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Die Zahl der angegebenen Packungen stieg sogar noch stärker um rund sechs Prozent auf 774 Millionen Stück. Das geht aus aktuellen Marktinformationen von IMS Health hervor.

Unter den umsatzstärksten zehn Arzneikategorien im Apothekenmarkt legen weiterhin Krebstherapeutika und Immunmodulatoren relativ stark zu (bis zu 17 Prozent). Das erklärt sich u.a. dadurch, dass heute wesentlich mehr als früher ambulante Behandlungen möglich sind und auch durchgeführt werden. Allerdings gibt es unter den Top 20-Kategorien auch einige Arzneigruppen mit deutlichen Umsatzrückgängen, so zum Beispiel Angiotensin-II-Antagonisten oder Antipsychotika, bei denen nach Auslauf der Patente von Originalpräparaten zunehmend Generika verordnet werden.

Im Juni 2013 erhöhte sich der Umsatz des Apothekenmarktes um ein Prozent auf 2,1 Milliarden Euro (ApU, abzüglich Herstellerzwangsrabatt) kaum noch. Die Menge stagnierte bei 116 Millionen abgegebenen Packungen. Die Juni-Entwicklung fügt sich laut IMS Health in ein seit einigen Quartalen zu beobachtendes Muster ein: Danach ist der Quartalsanfangsmonat jeweils durch den relativ stärksten Zuwachs gekennzeichnet, während die beiden Folgemonate schwächer ausfallen. Inwieweit zudem das Hochwasser im Juni Patienten nicht in die Praxen kommen ließ und Apotheken zur Schließung veranlasste und dieser Umstand die schwache Marktentwicklung ebenfalls beeinflusste, lasse sich nicht abschätzen.

Die Marktentwicklung rezeptpflichtiger Präparate entsprach im Juni laut IMS Health nach Umsatz (1,8 Milliarden Euro) der des Gesamtmarktes (plus 1,0 Prozent), während der Absatz rückläufig tendierte (minus 1,2 Prozent, 57 Millionen Packungen). Der Umsatz rezeptfreier Medikamente stagnierte bei einer „schwarzen Null“ (plus 0,7 Prozent, 324 Millionen Euro). Der OTC-Absatz stieg um 1,5 Prozent auf 59 Millionen Packungen. Deutliche Mengenzuwächse zeigten sich hier – saisonentsprechend - bei Arzneigruppen zur Behandlung von Allergiebeschwerden. So legen systemische Antihistamine um 32 Porzent zu, ophthalmologische Antiallergika um 22 Prozent und Antipruriginosa inklusive topisch anzuwendender Antihistamine um 54 Prozent. 

Im Juni 2013 erhöhen sich die GKV-Ausgaben (ohne Impfstoffe) um 1,8 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. Zugrunde legt IMS Health hier Apothekenverkaufspreise (AVP) abzüglich der von den Pharmaherstellern zu leistenden Zwangsrabatte sowie den Nachlässen der Apotheken gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Unberücksichtigt sind Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen. Die Menge nach Packungen ging um 1,2 Prozent auf 53,7 Millionen abgegebene Packungen zurück. 

Die GKV-Marktentwicklung spiegelt das gleiche Muster wieder wie die oben bereits skizzierte Apothekengesamtmarkt-Entwicklung bzw. Entwicklung rezeptpflichtiger Medikamente: Der Quartalsanfangsmonat ist jeweils durch den relativ stärksten Zuwachs gekennzeichnet, während die Folgemonate schwächer ausfallen.


Lothar Klein