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Grippale Infekte bei Kindern in der Selbstmedikation

Von Julia Borsch | Kinder erleiden bis zu zwölf fieberhafte Infekte pro Jahr, darunter auch Infektionen der oberen Atemwege, also Erkältungskrankheiten. Schuld daran ist zum einen das schwächere Immunsystem: Von den vielen Viren, die Erkältungskrankheiten hervorrufen können, „kennt“ das erwachsene Immunsystem bereits eine Vielzahl und ist daher immun, bei Kindern, vor allem bei Kleinkindern, ist das nicht der Fall. Zum anderen ist in Kinderkrippen und Kindergärten die Übertragungs-Wahrscheinlichkeit besonders hoch. Banale Infekte der oberen Atemwege können auch bei Kindern häufig im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden, allerdings sind nicht alle verfügbaren Präparate für Kinder und Kleinkinder geeignet.

Die folgende Übersicht beleuchtet die wichtigsten Symptome bei grippalen Infekten und die Wirkstoffe, die zur Anwendung bei Kindern zugelassen sind. Generell sind bei Kindern Monopräparate, die Symptom-spezifisch eingesetzt werden, zu bevorzugen. Allerdings spielen in Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, Erkältungs-Kombipräparate aufgrund ihres Zulassungsstatus (keine Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren) keine Rolle.

Halsschmerzen (Pharyngitis)

Halsschmerzen sind ein häufiges Symptom bei akuten Atemwegsinfekten. Sie treten meist zu Beginn auf, dauern im Mittel 3,5 bis 5 Tage und klingen in der Regel spontan ab. Die überwiegende Zahl (50 bis 80%) der Pharyngitiden ist viral bedingt.

Was kann man tun?

Paracetamol oder Ibuprofen können zur Symptomlinderung in altersangepasster Dosierung eingesetzt werden. Dies wird auch in der Halsschmerzen-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) empfohlen.

Unspezifische Maßnahmen, wie ausreichend trinken, bei älteren Kindern Gurgeln mit Salzwasser oder Tee (Salbei oder Kamille), Lutschen nicht-medizinischer Bonbons (Salbei, Isländisch Moos) oder Halswickel können empfohlen werden, da sie zumindest nicht schaden und das subjektive Empfinden bessern können. Die persönliche Erfahrung oder Vorlieben (z.B. warme oder kalte Gurgellösungen) sollten dabei berücksichtigt werden.

Lutschtabletten, Gurgellösungen und Rachensprays mit Lokalantiseptika und/oder Lokalanästhetika oder Antibiotika sind in verschiedenen Zusammensetzungen auch für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren zugelassen (siehe Tab. 1).

Allerdings rät die Leitlinie von einer Anwendung dieser Präparate ab. Die teilweise in vitro und in vivo nachgewiesene bakterizide oder bakteriostatische Wirkung dieser Substanzen ist auch angesichts der mehrheitlich viral bedingten Racheninfektionen ohne klinische Relevanz. Lokale und systemische allergische, zum Teil lebensgefährliche Reaktionen sind beschrieben. Bei den Lokalanästhetika ist insbesondere bei Kindern eine Methämoglobinämie möglich.

Ein Arztbesuch ist zu empfehlen:

  • bei Verdacht auf eine Infektion mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A. Anzeichen hierfür sind: Fieber in der Anamnese, Fehlen von Husten, geschwollene vordere Halslymphknoten, Tonsillenexsudate, vor allem dann, wenn im Umfeld Infektionen aufgetreten sind.
  • bei Kindern unter drei Jahren,
  • bei Begleitsymptomen wie Ohrenschmerzen und/oder Fieber über 39 °C,
  • bei einseitigen oder starken Schluckbeschwerden, bei rezidivierenden Halsschmerzen.

Fieber

Ab welchem Wert man bei erhöhter Körpertemperatur von Fieber spricht, ist nicht ganz einheitlich. Die folgende Einteilung ist relativ eng gewählt. Individuelle Schwankungen müssen zusätzlich berücksichtigt werden.

  • 37,1 °C bis 37,9 °C: subfebrile Temperatur
  • 38,0 °C bis 38,4 °C: mäßiges Fieber
  • 38,5 °C bis 40,4 °C: hohes Fieber
  • ab 40,5 °C (auch: 41,5 °C): extremes Fieber (Hyperpyrexie)

Bei anderen Autoren können die Grenzen anders gesetzt sein und beispielsweise Temperaturen bis 38,5 °C als subfebril bezeichnet werden.

Ab wann Fieber senken?

Eine pauschale Regel lässt sich hier nicht aussprechen. Auch Erhebungen unter Kinderärzten in Europa geben inkonsistente Ergebnisse: Zum Teil wird ab 38,5 °C, zum Teil erst ab 39 °C eine antipyretische Therapie verschrieben. Die Entscheidung für ein Antipyretikum sollte daher vom Allgemeinzustand des Kindes abhängig gemacht werden. Besteht eine Neigung zu Fieberkrämpfen, wird empfohlen, ab 38,5 °C das Fieber zu senken.

Was kann man tun?

Für Hausmittel wie Wadenwickel ist die Evidenzlage schlecht, aber es gibt in der Praxis gute Erfahrungen. Wichtig ist, dass die Temperatur der Wickel nur ein bis zwei Grad unter der gemessenen Körpertemperatur liegt. Nicht geeignet sind Wadenwickel bei frierenden Kindern.

Mittel der Wahl, um das Fieber zu senken, sind Paracetamol und Ibuprofen. Neben der antipyretischen haben beide Wirkstoffe auch eine gute analgetische Wirkung, beispielsweise gegen Kopf- und Gliederschmerzen, die mit dem Infekt einhergehen können. Beide Wirkstoffe stehen als Zäpfchen oder Saft, bei älteren Kindern auch als Tabletten oder Schmelztabletten (Ibuprofen) beziehungsweise Granulat (Paracetamol) je nach persönlicher Vorliebe zur Verfügung. Dosiert wird folgendermaßen:

Paracetamol: 10 bis 15 mg/kg Körpergewicht, als Einzeldosis, die maximale Tagesdosis beträgt 60 mg/kg. Diese sollte aufgrund der Hepatotoxizität nicht überschritten werden.

Ibuprofen: 7 bis 10 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis, die maximale Tagesdosis beträgt 30 mg/kg Körpergewicht.

Ein Dosierungsintervall von sechs Stunden sollte bei beiden Substanzen nicht unterschritten werden.

Ibuprofen oder Paracetamol?

Ibuprofen-Zäpfchen enthalten in der niedrigsten Dosierung 60 mg Wirkstoff und sind daher für Säuglinge mit einem Körpergewicht unter sechs Kilogramm kontraindiziert. Ibuprofen-Säfte können ab einem Körpergewicht von fünf Kilogramm (Fachinformation) eingesetzt werden. Paracetamol ist sowohl als Saft (hier allerdings nicht alle Präparate) als auch als Zäpfchen ab einem Körpergewicht von drei Kilogramm zugelassen. Ein klares Votum für die eine oder andere Substanz kann derzeit nicht ausgesprochen werden, da die Studienlage inkonsistent ist. Ibuprofen ist länger wirksam: sechs bis acht Stunden im Gegensatz zu vier bis sechs bei Paracetamol. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Ibuprofen alleine verabreicht bei Kindern etwas wirksamer ist. Sowohl Ibuprofen als auch Paracetamol konnten ihre Überlegenheit hinsichtlich der Fiebersenkung gegenüber Placebo zeigen und sind in der richtigen Dosierung und unter Beachtung der Warnhinweise gut erprobte Wirkstoffe zur Fiebersenkung.

Im Wechsel oder gleichzeitig?

Nicht selten empfehlen Kinderärzte die gleichzeitige oder alternierende Gabe von Paracetamol und Ibuprofen, wenn mit einer Substanz das Fieber nicht ausreichend gesenkt wird. Ein aktueller Cochrane-Review sieht Hinweise darauf, dass die Kombination im Wechsel oder gleichzeitig gegeben tatsächlich effektiver Fieber senkt als die Monosubstanzen. Allerdings ist nicht bewiesen, dass sich dies tatsächlich auf das Wohlbefinden des Kindes auswirkt. Daher fordern die Autoren weiterer Studien, die diesen Parameter berücksichtigen, außerdem Untersuchungen zur Sicherheit der gleichzeitigen Gabe beider Wirkstoffe.

Wo Fieber messen?

Fieber kann man an verschiedenen Körperstellen messen:

  • rektal: Dies ist die genaueste Messung, allerdings ist sie vor allem bei älteren Kindern schlecht akzeptiert. Die Messdauer beträgt je nach Thermometer zwischen wenigen Sekunden bis zu einer Minute.
  • in der Achselhöhle: Diese Methode wird nicht empfohlen, da die Ergebnisse oft ungenau sind.
  • oral: Die zuverlässigsten Werte erhält man, wenn man das Thermometer in eine der Wärmetaschen rechts und links neben der Zungenwurzel schiebt. Die Ergebnisse liegen ca. 0,5 °C unter den im After gemessenen Werten. Mit Fieberthermometern aus Glas ist dieses Verfahren für kleine Kinder ungeeignet, da sie darauf beißen und diese zerbrechen könnten. Außerdem ist darauf zu achten, dass zehn Minuten vor der Messung keine heißen oder kalten Getränke und Speisen gereicht wurden, die die Messergebnisse verfälschen könnten. Die Messdauer hängt wie bei der rektalen Messung vom verwendeten Thermometer ab.
  • im Ohr: Die Messung im Ohr mittels Ohrthermometer ist heute weit verbreitet und gilt als zuverlässig. Mit einer Dauer von einer Sekunde ist sie die schnellste Methode. Zu beachten ist: Die Ergebnisse liegen ca. 0,5°C unter den im After gemessenen Werten. Wichtig ist die korrekte Anwendung des Gerätes: Man zieht das Ohr etwas nach oben, damit das Thermometer besser in den Gehörgang gelangen kann, um am Trommelfell die Temperatur zu messen. Kinderärzte raten übrigens bei Säuglingen unter sechs Monaten von Ohrthermometern ab, denn ihr Gehörgang ist noch zu eng. Außerdem sollte man sie nicht bei Ohrentzündungen anwenden, denn das führt zu überhöhten Werten, und es besteht das Risiko, Keime zu verschleppen.
  • an der Stirn: für das Kind eine sehr angenehme Methode. Allerdings kommt Stiftung-Warentest bei dem getesteten berührungslosen Infrarot-Thermometer zu dem Ergebnis, dass speziell bei Kindern die Werte ungenau sind. Andere Stirnthermometer lieferten gute Werte. Insgesamt gibt es mit dieser Methode weniger Erfahrung als mit den anderen. Einige Modelle sind sowohl für die Stirn- als auch für die Ohrmessung geeignet, wobei letzere genauer ausfiel.

Ein Arztbesuch ist zu empfehlen:

  • bei Fieber bei Säuglingen, insbesondere vor dem 3. Lebensmonat,
  • bei anhaltender Trinkverweigerung,
  • bei Fieber, das ohne erkennbare Ursache länger als drei Tage andauert,
  • bei hohem Fieber (bei Kindern: ab 40 °C), das länger als drei Tage andauert,
  • bei Fieber, das trotz Therapie mit Antibiotika länger als drei Tage andauert,
  • bei Fieber, das zu anhaltender Müdigkeit und Schwäche beim Kind führt (sog. reduzierter Allgemeinzustand).

Schnupfen

Läuft die Nase, reicht es, sie zu putzen beziehungsweise hochzuziehen. Ist die Nase verstopft, ist die behinderte Nasenatmung vor allem nachts beim Schlafen störend. Säuglinge sind außerdem beim Trinken beeinträchtigt, da sie, wenn sie nicht durch die Nase atmen können, immer wieder unterbrechen müssen.

Was kann man tun?

Bei Säuglingen kann das Nasensekret mit einem Sekretsauger abgesaugt werden oder mit physiologischer Kochsalzlösung als Tropfen, Spray oder Spülung aufgeweicht werden. Ab circa fünf Jahren sind auch Nasenduschen möglich.

Auch die Inhalation warmer Dämpfe (42 bis 45 °C) kann hilfreich sein (allerdings nur für ältere Kinder und unter Aufsicht). Ätherische Öle wie Eukalyptus- oder Kiefernnadel-Öl erleichtern ebenfalls das Atmen. Sie dürfen nicht direkt im Gesicht angewendet werden, sondern müssen auf die Kleidung oder ein Tuch aufgetragen werden. Präparate mit Campher und Menthol sind für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet. Die entsprechenden Präparate sind meist erst ab einem Alter von sechs Jahren zugelassen.

Abschwellende Nasentropfen können kurzzeitig (fünf bis sieben Tage) bei stark beeinträchtigter Nasenatmung und dadurch behindertem Schlaf oder erschwerter Nahrungsaufnahme eingesetzt werden. Der therapeutische Effekt ist zwar kaum in Studien untersucht, dennoch empfiehlt die europäische Leitlinie lokale Dekongestiva zur Symptomlinderung bei banaler Erkältung. Infrage kommen hier die Wirkstoffe Oxymetazolin und Xylometazolin in altersangepasster Dosierung:

  • Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren (nur Tropfen): Xylometazolin 0,025%, Oxymetazolin: 0,01%.
  • Kleinkinder und Kinder von zwei bis sechs Jahren (Tropfen oder Spray): Xylometazolin 0,05%, Oxymetazolin: 0,025% (ein bis sechs Jahre)
  • ab sechs Jahren (Schulkinder; Tropfen oder Spray): Xylometazolin 0,1% , Oxymetazolin: 0,05%

Systemische Dekongestiva spielen in Deutschland bei Kindern keine Rolle.

Abschwellende Tropfen oder Spray?

Bei Kindern unter zwei Jahren sind Sprays kontraindiziert und nur Tropfen erhältlich.

Für Nasenspray spricht bei Kindern über zwei Jahren die bequemere Handhabung: Der Wirkstoff verteilt sich ohne besonderes Zutun im Nasenraum, und das Risiko einer Kontamination der in der Flasche verbleibenden Tropfen durch Nasensekret ist bei Dosiersprays geringer.

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte empfehlen allerdings häufig Tropfen insbesondere bei Mittelohrentzündung oder Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Die Begründung: Bei korrekter Anwendung, nämlich in Rückenlage mit nach hinten geneigtem Kopf, laufen sie direkt in den Zugang zu den Nasennebenhöhlen und sind so deutlich wirksamer. Anschließend, spätestens aber, wenn man die Nasentropfen im Rachen spürt, wird der Kopf für ein bis zwei Minuten weit nach vorne gebeugt und abwechselnd nach links und rechts bewegt. Auf diese Weise verteilt sich die Nasentropfen-Lösung gleichmäßig im Nasenraum. Beim Versuch der Abschwellung der Ohrtrompete kommen nach Meinung von HNO-Ärzten nur Tropfen wirklich in die Nähe des Zugangs zur Tube. Wichtig ist, dass die Glaspipette zusammengedrückt aus der Nase gezogen wird, um kein Sekret anzusaugen. Nach der Anwendung muss die Pipette mit klarem Wasser oder einem sauberen Taschentuch gereinigt werden. Komfortabler sind Präparate mit Dosiertropfer. Hier ähnelt die Verpackung optisch der eines Sprays, statt eines Sprühstoßes wird aber ein Tropfen abgegeben. Durch das geschlossene System ist der Inhalt der Flasche besser vor Kontamination geschützt als bei herkömmlichen Pipetten.

Ein Arztbesuch ist zu empfehlen bei:

  • siehe auch Halsschmerzen
  • Gesichts- und Kopfschmerzen, eitrigem (grün-gelbem) oder blutigem Sekret
  • besonders häufigem Schnupfen.

Husten

Bei Husten ist grundsätzlich zwischen zwei Erscheinungsformen zu differenzieren: der trockene Husten, der oft nur wenige Tage dauert und dann meist in die zweite Form, einen Husten mit Verschleimung und Auswurf übergeht.

Was kann man tun?

Als allgemeine Maßnahmen werden empfohlen:

  • viel trinken, auch Tees mit bronchospasmolytischen oder schleimlösenden Drogen (z.B. Anis, Fenchel, Thymian),
  • Befeuchtung der Atemwege, beispielsweise Inhalation mit Pari-Boy oder ähnlichen Geräten,
  • ätherische Öle (s. Schupfen).

Honig gilt als altes Hausmittel bei Husten bei Kindern, die älter als ein Jahr sind. Ein Cochrane-Review kommt zu dem Ergebnis, dass Honig zwar besser wirksam ist als Placebo, aber nicht besser als Dextromethorphan. Es gibt, laut den Autoren, weder ausreichend Evidenz für noch gegen den Einsatz von Honig. In jedem Fall erhöht Honig durch den süßen Geschmack die Akzeptanz von Tees.

Schleimlösende Wirkstoffe: Ambroxol-Präparate sind ab dem Säuglingsalter anwendbar. Unter zwei Jahren sollten sie aber laut Herstellerinfo nur auf ärztliche Verordnung zum Einsatz kommen. Acetylcystein kann ab zwei Jahren eingesetzt werden. Die DEGAM-Leitlinie „akuter Husten“ sieht zumindest bei Erwachsenen keine Evidenz für diese Wirkstoffe. Für Phytopharmaka wie Thymian oder Cineol werden gewisse positive Effekte gesehen, und auch für Myrtol gibt es Studien, die die Wirksamkeit belegen. Speziell für Kinder gibt es diesbezüglich keine Aussage. Diese Wirkstoffe können aber auch bei Kindern eingesetzt werden, Cineol bereits ab dem Säuglingsalter, Thymian (häufig auch kombiniert mit Primel) ab einem Jahr, Myrtol ab sechs Jahren. Thymian und Primel haben zudem bronchospasmolytische Eigenschaften. Eine klare Trennung in Mukolytika und Antitussiva ist bei Pflanzenextrakten ohnehin zumeist kaum möglich.

Hustenstiller: Bei quälendem Reizhusten können vor allem nachts hustenstillende Wirkstoffe zum Einsatz kommen. Ohne Rezept erhältlich sind die Wirkstoffe Pentoxyverin (zugelassen ab zwei Jahren) und Dextromethorphan (Lutschpastillen ab sechs Jahren).

Außerdem können Extrakte aus Eibischwurzel oder Isländisch Moos zum Einsatz kommen. Auch Efeu hat spasmolytische Wirkung und ist in kindgerechten Zubereitungen erhältlich. Beispiele für bei Kindern zugelassene Präparate siehe Tabelle 2.

Gleichzeitig lösen und stillen?

Generell ist es nicht sinnvoll, einen schleimlösenden Wirkstoff einzusetzen und gleichzeitig den Hustenreiz mit einem Antitussivum zu unterdrücken. Die Einnahme beider Substanzen mit zeitlichem Abstand ist aber möglich: tagsüber lösen und abhusten, nachts zum Schlafen Husten stillen.

Ein Arztbesuch ist zu empfehlen bei

  • schlechtem Allgemeinzustand,
  • Husten, der länger als eine Woche anhält,
  • weiteren Krankheitszeichen wie Atembeschwerden, schneller Atem, Schmerzen beim Atmen, hohes Fieber,
  • gelblichem oder blutigem Schleim,
  • sehr häufigem Husten,
  • plötzlichem bellendem Husten (Pseudokrupp). 

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Literatur:

Wytske JF, et al. EPOS 2012: European position paper on rhinosinusitis and nasal polyps 2012. A summary for otorhinolaryngologists.Rhinology. 2012 Mar;50(1):1-12. doi: 10.4193/Rhino50E2.

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Dietlmeier P. Mindcards -Selbsmedikation bei Kindern; 1. Auflage 2012; Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart.

Reinhardt D, Reinhardt G.: Kinderkrankheiten - Der große Elternratgeber; 4. Auflage 2009; S. Hirzel Verlag

Gebler H, Kindl G. (Hrsg.): Pharmazie für die Praxis; 6. Auflage 2013; Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart.

Stiftung Warentest: Fieberthermometer: Testsieger ab vier Euro; test 09/2008; S.84-89

DEGAM-Leitlinie Halsschmerzen Nr. 14 Stand Oktober 2009

DEGAM-Leitlinie Nr. 11 Husten

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Fachinformationen der Hersteller

Packungsbeilage Benuron Saft

ABDA-Datenbank, Zugriff am 15.11.2013

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