Prisma

Weniger Vitamin D, mehr Diabetes

Niedrige Serumkonzentrationen an Vitamin D können die Entwicklung eines insulinpflichtigen Diabetes fördern. Das schreibt jedenfalls ein Team um Cedric Garland in "Diabetologia".

Der Mediziner Cedric Garland vermutet – wie viele seiner Kollegen – schon seit Langem einen Zusammenhang zwischen der Höhe des Serum-Vitamin-D-Spiegels und der Entstehung eines Diabetes. Aktuell analysierte er mit seinem Team 2000 Serumproben von US-Soldaten aus einer Fall-Kontroll-Studie auf diesen Zusammenhang. Die Hälfte der Probanden entwickelte innerhalb eines Zeitraumes von bis zu zehn Jahren nach der Blutabnahme einen insulinpflichtigen Diabetes. Auffällig für die Studienautoren war, dass bei den erkrankten Soldaten die Konzentration an Vitamin D im Serum im Schnitt unter denen der stoffwechselgesunden Studienteilnehmer lag. So wies ein Fünftel der an insulinpflichtigem Diabetes erkrankten Soldaten einen Serum-Vitamin-D-Wert von unter 43 nmol/l auf. Diese Gruppe für sich genommen erkrankte 3,5-mal häufiger an Diabetes als das Fünftel der Probanden, das eine Serumkonzentration von über 100 nmol/l vorweisen konnte. Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen den niedrigen Serum-Vitamin-D-Spiegeln und der Entstehung des insulinpflichtigen Diabetes besteht, muss in weiteren Studien geklärt werden. Es wäre Garland zufolge jedoch mit eine Erklärung dafür, warum die Inzidenz für Diabetes in den vergangenen Jahren in den Industrieländern unter anderem in Abhängigkeit von der geografischen Breite gestiegen ist. Eine ungünstige geografische Lage in Kombination mit einem veränderten Freizeitverhalten und möglicherweise einer ungesunden Ernährung ist ein hoher Risikofaktor für einen subklinischen Vitamin-D-Mangel – und könnte entsprechende Folgen haben. Von einer Vitamin-D-Gabe ohne vorheriger Bestimmung des Serum-Vitamin-D-Werts sehen die Studienautoren jedoch ab.


sk/ral


Quelle: Gorham, E. D. et al.: Diabetologia 2012; 55: 3224 – 3227



DAZ 2012, Nr. 50, S. 8

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