Arzneimittel und Therapie

Passivrauchen: Rauchfrei gesünder und länger leben

Eine neuseeländische und eine US-amerikanische Studie beschäftigten sich mit dem Passivrauchen. Die Studie in einer Stadt in den Rocky Mountains zeigte, dass sich ein öffentliches Rauchverbot rasch auswirkt: Die Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkt nahmen während eines sechsmonatigen Rauchverbots signifikant ab, stiegen danach aber wieder. Die neuseeländische Untersuchung ergab, dass Nichtraucher, die mit einem Raucher zusammen leben, eine um 15% höhere Drei-Jahres-Sterblichkeit haben als Nichtraucher in rauchfreien Haushalten.

Rauch verändert Thrombozyten- und Gefäßendothelfunktion innerhalb von 30 Minuten bei Passivrauchern fast so stark wie bei Rauchern. Auch die Variabilität der Herzfrequenz nimmt bei Passivrauchern ab. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Menschen, die mit Rauchern zusammenleben oder arbeiten, ein um 30% höheres Herzinfarktrisiko haben als Nichtraucher ohne jede Rauchexposition.

Rauchverbot per Gesetz

Rauchverbote in Unternehmen und öffentlichen Gebäuden verringern das Passivrauchen erfahrungsgemäß sehr schnell. Jetzt wurde untersucht, wie sich ein Rauchverbot in Firmen und öffentlichen Gebäuden auf die Rate der Krankenhauseinweisungen wegen frischem Herzinfarkt auswirkt. Die Studie fand in der geographisch isolierten Stadt Helena in Montana (USA) statt, in der ein einziges Krankenhaus für eine Bevölkerung von über 68 000 Personen zuständig ist. Das nächste Krankenhaus mit kardiologischer Abteilung ist fast 100 km entfernt.

In Helena wurde am 5. Juni 2002 ein Rauchverbot für Arbeitsplätze und öffentliche Gebäude erlassen und ein halbes Jahr später durch einen Gerichtsbeschluss wieder außer Kraft gesetzt. Die Krankenhauseinweisungen auf Grund eines Herzinfarkts wurden im Halbjahr mit dem Rauchverbot (Juni bis November 2002) mit dem entsprechenden Zeitraum in den vier Jahren zuvor und im Jahr darauf verglichen. Dabei wurden einheimische und auswärtige Patienten unterschieden, weil sich das Rauchverbot auf Helena beschränkte.

Weniger Herzinfarkte während des Rauchverbots

In den Jahren 1998 bis 2001 sowie im Jahr 2003 wurden in den Monaten Juni bis November monatlich durchschnittlich 40 Einheimische mit frischem Herzinfarkt ins Krankenhaus aufgenommen, im Jahr 2002, während das Rauchverbot galt, dagegen nur durchschnittlich 24 (Abb. 1). Die Abnahme um durchschnittlich 16 Aufnahmen pro Monat war signifikant. Bei den auswärtigen Patienten stieg die Zahl der monatlichen Krankenhausaufnahmen wegen frischem Herzinfarkt dagegen nicht signifikant von 12,4 vor und nach 2002 auf 18 im Jahr 2002.

Die Untersuchung demonstrierte erstmals eine Abnahme der Herzinfarkt-Klinikeinweisungen im Zusammenhang mit einem öffentlichen Rauchverbot. Demnach schützt ein Rauchverbot nicht erst langfristig vor den Folgen des Passivrauchens, sondern senkt die Herzinfarktrate rasch. Der Zusammenhang sollte in weiteren Studien überprüft werden. Kritisch anzumerken sind:

  • kleine Gesamtzahl an Herzinfarktpatienten
  • Herzinfarktpatienten, die vor Erreichen des Krankenhauses verstarben, wurden nicht berücksichtigt
  • keine randomisierte Studie, sondern eine "Vorher-nachher-Studie" mit historischen Kontrollen

Welchen Anteil reduziertes Passivrauchen und die Umwandlung von Rauchern zu Nichtrauchern jeweils an der verringerten Herzinfarktrate hatte, ist unbekannt.

Passivraucher sterben früher

Auch die Rauchexposition im eigenen Haushalt beeinflusst die Gesundheit und das Überleben eines Nichtrauchers. In einer großen Studie in Neuseeland wurde die Drei-Jahres-Sterblichkeit von Nichtrauchern, die mit einem Raucher die Wohnung teilen, und Nichtrauchern in rauchfreiem Haushalt verglichen.

In einer Umfrage in den Jahren 1981 und 1996 wurden jeweils alle Erwachsenen zwischen 45 und 74 Jahren, die sich als "Nie-Raucher" bezeichneten und in einer privaten Unterkunft wohnten, nach dem Raucherstatus aller Haushaltsmitglieder ab 15 Jahre befragt. Die Befragten wurden in Nichtraucher mit rauchendem Mitbewohner und Nichtraucher in rauchfreiem Haushalt eingeteilt. Dieser Datensatz wurde mit dem nationalen Sterberegister für 1981 bis 1984 bzw. 1996 bis 1999 probabilistisch verknüpft, um die Drei-Jahres-Sterblichkeit zu ermitteln.

Nichtraucher mit rauchendem Mitbewohner hatten eine um durchschnittlich 15% höhere Drei-Jahres-Sterblichkeit als Nichtraucher in rauchfreien Haushalten. Das galt für Frauen und Männer in der ersten und in der zweiten Befragung, wobei der Zusammenhang in der zweiten Befragung deutlicher war. Der Zusammenhang blieb bestehen, wenn Einflussfaktoren wie Alter, ethnische Zugehörigkeit, Familienstand und sozioökonomische Stellung berücksichtigt wurden. Passivrauchen außerhalb des eigenen Haushalts wurde in dieser Studie nicht erfasst.

Eine neuseeländische und eine US-amerikanische Studie beschäftigten sich mit dem Passivrauchen. Die Studie in einer Stadt in den Rocky Mountains zeigte, dass sich ein öffentliches Rauchverbot rasch auswirkt: Die Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkt nahmen während eines sechsmonatigen Rauchverbots signifikant ab, stiegen danach aber wieder. Die neuseeländische Untersuchung ergab, dass Nichtraucher, die mit einem Raucher zusammen leben, eine um 15% höhere Drei-Jahres-Sterblichkeit haben als Nichtraucher in rauchfreien Haushalten. 

Probabilistisches Modell Das probabilistische Verfahren ist ein Verfahren der quantitativen Risikobestimmung. Es zielt vorrangig darauf ab, Wahrscheinlichkeiten für gefährliche Ereignisse innerhalb eines Risiko-Szenarios abzuschätzen. Das probabilistische Modell nimmt an, dass die Tendenz, eine Schlussfolgerung für gültig zu halten, davon abhängt, wie wahrscheinlich die Schlussfolgerung bei gegebenen Voraussetzungen ist.

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