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Gesetzliche Krankenkassen: DAK senkt Beitrag und bietet Wahlmöglichkeiten

BERLIN (ks). Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse DAK wird ihren Beitragssatz zum 1. Januar um 0,5 Beitragssatzpunkte auf 14,7 Prozent senken. Darüber hinaus will die zweitgrößte Kasse Deutschlands die neuen Gestaltungsmöglichkeiten des GKV-Modernisierungsgesetzes nutzen: Ab dem kommenden Jahr bietet sie ihren Versicherten ein Bonusprogramm für gesundheitsbewusstes Verhalten, Individualtarife sowie Zusatzversicherungen an. Die neuen Angebote stellte der DAK-Vorstandsvorsitzende Hansjoachim Fruschki gemeinsam mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und dem Vorstandsvorsitzenden der HanseMerkur Versicherungsgruppe Ų dem Partner der DAK bei Zusatzversicherungen Ų Fritz Horst Melsheimer am 10. Dezember in Berlin vor.

Fruschki räumte ein, dass die DAK im laufenden Jahr rund 400 000 Beitragszahler verloren habe – nicht zuletzt wegen des überdurchschnittlich hohen Beitragssatzes von 15,2 Prozent.

Allerdings habe die DAK, anders als andere gesetzliche Krankenkassen, ihre Beitragssätze "ehrlich" kalkuliert und deshalb keine neuen Schulden angehäuft, so der DAK-Chef. Von dem mit der Gesundheitsreform angestrebten durchschnittlichen Beitragssatz von 13,6 Prozent im Jahr 2004 ist die DAK auch in Zukunft noch ein gutes Stück entfernt. Und so bemüht sich die Kasse anderweitig um Attraktivität.

Belohnungen für Gesundheitsbewusste

Wie auch eine Reihe anderer gesetzlicher Krankenkassen plant die DAK im kommenden Jahr Bonusprogramme: Wer Sport treibt, an Gesundheitskursen teilnimmt oder Früherkennungsuntersuchungen wahrnimmt, kann Bonuspunkte sammeln, die er in Sachprämien mit Gesundheitsbezug tauschen kann.

Ein anderes Bonusprogramm belohnt Versicherte mit Vergünstigungen, wenn sie an der hausarztzentrierten oder der integrierten Versorgung teilnehmen. Chroniker, die sich in Disease-Management-Programme einschreiben bekommen die Praxisgebühr erstattet.

Angebote für freiwillig Versicherte

Um ein Abwandern der freiwillig Versicherten zu den privaten Krankenkassen zu verhindern, hat diese Versichertengruppe ab 2004 weitere Wahlmöglichkeiten: Wenn sie die Kostenerstattung gewählt haben, können sie zwischen zwei Selbstbehalt-Tarifen wählen und damit ihren Beitragssatz auf 13,2 oder 11,2 Prozent verringern, erläuterte Fruschki.

Zudem wird ein Tarif zur Beitragsrückzahlung angeboten. Wer keine Leistungen in Anspruch nimmt, bekommt im ersten Jahr 250 Euro zurück, im zweiten 375 Euro und im dritten 500 Euro. Vorsorge und Präventionsleitungen sind hierbei ausgenommen.

Zusatzversicherungen in unterschiedlichen Paketen

Gemeinsam mit der HanseMerkur bietet die DAK zudem Zusatzversicherungen an. Die verschiedenen Angebote umfassen z. B. die Chefarztbehandlung im Krankenhaus, den Zahnersatz, Brillen und Naturheilverfahren. Je nach Umfang des Pakets werden hierfür zusätzlich monatlich zwischen 8,52 und 21,45 Euro (30-jähriger Mann) bzw. 10,21 und 25,87 Euro (30-jährige Frau) fällig.

Auch eine Auslandskranken- oder Verdienstausfallversicherung kann abgeschlossen werden. Für den HanseMerkur-Vorstandsvorsitzenden Melsheimer ist diese Kooperation ein "Meilenstein" in der Geschichte seiner Kasse.

Befürchtungen, dass die Private der DAK ihre freiwillig Versicherten Mitglieder abspenstig machen könnte, hat Fruschki nicht: schließlich habe man mit der HanseMerkur eine Versicherung gewählt, die sich ohnehin auf das Geschäft der Zusatzversicherung spezialisiert habe.

Die Ministerin ist zufrieden

Ulla Schmidt begrüßte die neuen Programme und Tarife der DAK – zeige dies doch, dass die neuen Möglichkeiten, die das GMG biete, angenommen werden. Endlich könnten verkrustete Strukturen aufgebrochen werden.

Auch die DAK nutze die neuen Chancen, indem sich die Senkung der Beiträge mit einer Steigerung der Leistungen verbinde, so die Ministerin. Sie betonte, dass die Stärkung der Wahlmöglichkeiten und die Sicherung der Mitsprachemöglichkeiten der Versicherten wesentliche Bausteine der Gesundheitsreform seien.

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