Versandhandelsdebatte

Von irreal zu bald real

23.02.2017, 12:25 Uhr - Ein Blog-Beitrag von DAZ.online-Mitglied Dr. Hans Rudolf Diefenbach

Sympathie für Versandapotheken: Bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsrats der CDU Hessen gab es erstaunlich wenig Verständnis für die Sorgen der Vor-Ort-Apotheke, berichtet HaRu Diefenbach.  (Foto: dpa)

Sympathie für Versandapotheken: Bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsrats der CDU Hessen gab es erstaunlich wenig Verständnis für die Sorgen der Vor-Ort-Apotheke, berichtet HaRu Diefenbach.  (Foto: dpa)


Das EuGH-Urteil und seine Auswirkungen auf die Versandapotheken: An einer Werbeveranstaltung diesen Titels, so muss man es leider sagen, für den zumindest deutschen Versandhandel nahm ich als Diskutant teil. Hatte ich bisher noch irgendwie gedacht, dass wenigstens in dieser Partei eine Sympathie für Arbeitsplätze in öffentlichen Apotheken zu erkennen sei, so sehe ich mich heute eines Besseren belehrt.

Der Kollege Dr. Wegner aus Jena, der einen nationalen Versandhandel betreibt, dies mit mehreren Stationen hierzulande, führte auf der Veranstaltung des Wirtschaftsrats der CDU Hessen ungeniert aus, wie überlegen doch sein System gegenüber „uns“ Stationären sei, mit vollumfänglicher Beratung, Spezialrezepturen, unter Einhaltung eigentlich sämtlicher QM-Regeln.

Vor allem aber ging es ums Geld. Um Boni, um Geschenke, um all den Mist, den wir ja so dringend brauchen, um unser Berufsbild in der Öffentlichkeit unentbehrlich zu machen. So erfuhr man, dass 25 Prozent aller Rezepturen ja heute schon per Versand zum Patienten kommen, dass eine Versorgung Schwerkranker ohne Versender nahezu unmöglich sei. Aha. Dass eine Änderung des Honorarsystems notwendig ist, war zu hören. 

Problem: Ewiggestriges Denken?

Was ich nachvollziehen konnte, war die Aussage, dass Preiswettbewerb die Qualität verschlechtern würde. Wenigstens was. In der eigentlichen Diskussion – man hatte dem Kollegen ja das Einführungsstatement zugeordnet – kam es aber massiv: Der Stand verharrt starr, weicht keinen Millimeter von der Forderung ab, den Versandhandel mit RX zu verbieten (das fanden alle unerhört), lässt jede Neigung vermissen, sich mit Digitalisierung zu beschäftigen. Der Teilnehmer „Europa Apotheek“ hielt uns das Ewiggestrige-Denken genauso vor wie der gesundheitspolitische Referent der Pronova BKK.

Die Einwände zu Arbeitsplatzsicherung vor Ort, Zwangsskonto für die GKV von unseren 8 Euro 35, Nacht-und Notdiensten, dies permanent, Exaktversorgung vor Ort ohne Versender, Hinweis auf Vollversorgung flächendeckend – all dies wurde in großen Teilen konterkariert: Versender füllen die Verwaisung auf dem Land aus, das mit den Boni war offenbar völlig missverstanden worden. Wenigstens räumte man ein, dass Boni der Gesamtversicherungsschar zustünden und nicht einzelnen Personen, dass die Parkinson-Vereinigung mit der ABDA kooperiert, war den Fachleuten offenbar noch unbekannt. Man trivialisierte das Arzneimittel an sich, auch in der CDU.

Die gesamten Unsinnsforderungen von Grünen und SPD blieben praktisch unwidersprochen, die Globalisierung gewinnt überall die Oberhand, der Versand ist nicht aufzuhalten. Und warum auch? Ich muss leider rückschließen, dass unser Wunsch, dem Urteil des polnischen Politrockers Szpunar möge eine konträre deutsche Entscheidung durch die Politik folgen, mittelfristig ein Wunsch bleiben wird.

Zeichen der Zeit rollen tsunamiähnlich über den Stand hinweg

Auch in der CDU hat Herr Gröhe einen schweren Stand. Und dass man den Partikularinteressen eines Jenaer Kollegen derart viel Raum gibt – dies in einem Wirtschaftsrat, das muss uns zu denken geben. Das muss der ABDA-Spitze zu Denken geben!!!

Viele rationale Beiträge von uns bezüglich der Sicherung der Apotheken vor Ort und der Existenznot bei Realisierung von Höchstpreisverordnungen, der Deckelung unserer Honorarare, der Kritik an der reinen Betrachtung der kaufmännischen Seite – alles andere interessierte nicht!! –, wurden dann noch durch einen Beitrag eines Mitgliedes des Wirtschaftsrates toll ad absurdum geführt: Irgendein bescheuerter Kollege aus Offenbach hatte ausgerechnet ihm am Tag der Veranstaltung einen „deutlichen“ Nachlass auf ein hochpreisiges Rx Produkt eingeräumt. So ging man mit dem Bewusstsein, dass nicht nur viele Teilnehmer in der Politik massiv gegen uns Stellung bezogen haben (!), sondern die Judasse bei uns auch überall lauern. Meine Restillusion, dass das Arzneimittel eine „Ware der besonderen Art“ ist (!), die schwindet, wenn die „Zeichen der Zeit“ – so sagte man es uns – tsunamiähnlich über den Stand hinwegrollen. 

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion von DAZ.online.


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12 Kommentare

Ein Verbot des Rx-Versandhandels..

von Markus Junker am 23.03.2017 um 10:30 Uhr

haben die EU-Staaten in der großen Mehrheit. Mir ist nicht bekannt, daß diese deswegen ein Wettbewerbsrechtliches Verfahren am Hals hätten. Warum also dies Argument wegen des freien EU-Warenverkehrs?
Schützen darf man den Arzneimittelmarkt sehr wohl, immerhin sind es keine Spielkonsolen oder TV´s, die dort gehandelt werden. Auch Daten werden geschützt, oder wer möchte als nächstes fordern, das würde den freien Warenverkehr behindern?
Ein gutes Beispiel für einen falschen Umgang mit dem Internet ist die Presse; sie hat in den "Gründerjahren" des Internets alle News kostenlos ins Netz gekippt. Nun ist man dabei, diese Entwicklung so gut es geht zurückzudrängen, hat man doch eingesehen, daß man kräftig am Ast gesägt hat auf dem man sitzt. Warum sollte man auch für kostenlose News bezahlen? Allein der Redakteur der sie schreibt, kann davon nicht leben. Diese Entwicklung hätte man ganz gut vorausahnen können, das zeigt mir wie gering das menschliche Vorstellungsvermögen doch sein kann. ähnlich verhält es sich in der gegenwärtigen Debatte. Ich möchte niemand unterstellen, die Apotheker absägen zu wollen. Allein das Vorstellungsvermögen einiger Politiker reicht nicht, die Konsequenzen des Handelns abschätzen zu können. Ich kann mir nicht helfen, mal ganz ohne Wertung gesagt, scheint das Fakt zu sein.
Das Internet scheint mir überdies ein System zu sein, das Daten und nicht nur Daten saugt, sondern eine gewisse "Attraktivität" entfaltet. Manche können sich dem entziehen, manche eben nicht. Für mich steht fest, daß da nicht alles hineingehört, was sich auf den ersten Blick vielleicht anbietet. Man muß entscheiden, wenn man handlungsfähig bleiben will, und nur wenig ist wirklich egal.

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Passende Antworten

von Bernd Jas am 03.03.2017 um 19:01 Uhr

Ich kann Pascal Seidel in seinen Punkt für Punkt Wiederlegungen nur voll und ganz zustimmen. Und die Nettiqueiten sind ja wohl auf Augenhöhe und in Rahmen, außer dass Herr Holger wohl anonym schreibt.
Hier noch mal die Spitzen:
1. "Sie scheinen ja für Zensur zu sein a la russischer Staatsmedien"
Dies ist eine Unterstellung; jedoch nur eine vermutete. Provokation darf ja wohl erlaubt sein.
2."Wenn wir dies nicht langsam begreifen, findet ein Ausverkauf unserer Gesellschaften statt!"
Sehr gut und ganz seiner Meinung (siehe "Über die Umgehensweise der Großkonzerne")
3.und 4. "Sie sollten doch schon mitbekommen haben, dass Großstrukturen einen Scheiss auf Recht und Regel geben."
Ok,- er hätte auch "ignorieren" schreiben können; aber was soll die scheiß Zurückhaltung. Herr Huesmann hat es ja schon vor zwanzig Jahren im Schaufenster stehen gehabt: "Der Scheiß des Monats"
Und das war es ja auch.
"Wenn Sie das glauben, tut mir leid, sind Sie hier der naive Verbraucher!!!"
"Doofe Kunden" find ich schlimmer.
5. Nichts gefunden!
6. Auch nichts gefunden!

Die persönliche Meinung? Einwandfrei!

Einen Wunsch hätte ich: 100 Kommentare die Herrn Holger schreiben er hätte Eselsohren. Ich spendiere dann gerne einen Bund Biomöhren.

Die schönste und berechtigste Beleidigung ist jedoch von unserem lieben Autor selbst:
"Irgendein bescheuerter Kollege aus Offenbach.."

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Verantwortlich für das, was man nicht tut ...

von Christian Timme am 28.02.2017 um 3:11 Uhr

Hatte der Mann zufällig sein Rezept oder Kassenbon dabei? Leider wurden Sie bei dieser Veranstaltung "benutzt", dieser Umstand sollte nicht nur Ihnen zu denken geben. Wenn in den eigenen Reihen schon nicht mehr klar ist, wer für was steht, hätte man diesen Personen "den Austritt" bereits vor Jahren nahelegen müssen, leider wurde das versäumt ... und jetzt ist es zu spät.

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Fehlender Anstand

von Reinhard Rodiger am 27.02.2017 um 20:16 Uhr

Leider muss ich feststellen,dass Holger und P. Seidel jeglichen Anstand vermissen lassen, um persönlich zu diffamieren.
Es ist unerträglich, in dieser Form aufzutreten .

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AW: Fehlender Anstand

von Florian Becker am 01.03.2017 um 14:43 Uhr

Auch hier nochmal.
P.Seidel war wohl die Antwort auf "Holger".
Und wenn man das so liest, kann man dem nur zustimmen.
Und mal ehrlich: Wie weit hat uns denn unsere vornehme Zurückhaltung gebracht?
Ich bin durchaus der Meinung, dass auch von unserer Seite klare Worte gefragt sind in der Situation.
Eine Beleidigung oder Diffamierung kann hier zumindest bei Herrn Seidel nicht erkennen. Einen robusten Diskussionsstil schon, aber das schadet aus meiner Sicht wie gesagt nicht.

AW: RW Fehlender Anstand

von Reinhard Rodiger am 01.03.2017 um 18:10 Uhr

Zugegeben, ich habe den falschen Bezug genommen.Das lag wohl an der Reihenfolge.Sorry,dafür,Kollege Seidel.
Gegen sachliche Robustheit habe ich nichts.Nur bin ich mit Ihrer Quintessenz nicht einverstanden.Der Versand hat die finanzielle Situation nachhaltig verschlechtert.Er ist an sich nicht böse,sondern die Folgen,wenn sie nicht beachtet werden.

Wenn deutlicher wird,wie stark der Anstieg des Rx-Versands ist in den letzten Monaten (IMS berichtet davon), ändert sich die Sicht hoffentlich.Wenn 2/3 des Umsatzes auf Rx und nur 1/3 auf OTC etc entfallen wird klar,wie wichtig das Segment für den Versand ist.Dabei ist die Marge bei Rx vermutlich pro Stück besser.Und der Versand wird alle Register ziehen.

Vielen Dank an Kollegen Diefenbach

von Heidrun Hoch am 26.02.2017 um 18:58 Uhr

Kollege Diefenbach hat sehr eindrücklich beschrieben, welchen massiv verlogenen Strömungen und Diffamierungen wir uns zurzeit in Diskussionsrunden und Medien ausgesetzt sehen. Wir sollten ihm danken für den Mut und die Kraft, in einer solchen Runde für uns Apotheker die Fahne hoch zu halten. Die wenigsten können das und trauen sich auch noch!

Leider erleben wir ebenfalls zunehmend, dass für sog. gesundheitspolitische "Expertengremien", insbesondere aus SPD und Grünen, belegbare Tatsachen oft nicht mehr Grundlage des Diskurses sind.
Bei einem "postfaktischen Politikansatz" kommt es nicht mehr auf den Wahrheitsgehalt an, entscheidend ist, ob das angebotene Erklärungsmodell zur eigenen oder der Gefühlswelt der Zielgruppe passt, die man für sich gewinnen will.
Die komplexen Zusammenhänge der Arzneimittelversorgung, die mancher Politiker - wie auch die Richter des EuGH - selbst nicht verstanden hat oder auch nicht verstehen will, sowie der Stellenwert der Arzneimitteltherapiesicherheit, die Notfallversorgung und die bewiesenermaßen notwendige Beratung vor Ort soll zugunsten ausländischer Großkapitalgesellschaften auf's Spiel gesetzt werden (Päckchenpacken ist ja so digital und zeitgemäß..).
Sieht so verantwortliche Politik/Rechtsprechung aus?

Wer bis zu Ende denkt, weiß, dass es am Ende für den Patienten/Verbraucher nicht nur sehr viel unbequemer, sondern auch gefährlicher (mehr Fälschungen, weniger Sicherheit) und vermutlich teurer werden wird.

Ich habe es jedenfalls satt, dass gegen uns Apotheker populistisch und falsch argumentiert wird.
Ich habe es satt, dass sich unser Berufsstand in Presse, Internet und von manchem aus der Politik immer wieder unhaltbaren Theorien ausgesetzt sieht.
Ich habe es ebenso satt, dass auch der Gesundheitsminister und alle, die aus sachlicher Überzeugung und differenziertem Denken heraus, das bewährte System erhalten wollen, in gleicher Weise dieser "Hexenjagd" ausgesetzt sind.

Dazu passt dann leider auch der zynische Kommentar dieses Herrn "Holger", der es an beleidigender Unsachlichkeit nicht fehlen läßt.

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Re Polarisieren

von Pascal Seidel am 24.02.2017 um 11:14 Uhr

1. Völlig egal ob dies eine parteiinterne Veranstaltung sein sollte!! Wir haben Pressefreiheit! Oder haben Sie noch nie etwas gehört!
Aber Sie scheinen ja für Zensur zu sein a la russischer Staatsmedien.

2. JA er sollte sich genieren!! Weil seine angebliche Systemüberlegenheit nur aus reiner Profitgier getrieben ist. Wachstum Wachstum Wachstum und Konzentration von Geld auf einige wenige Strukturen! Diese Strukturen sind nur darauf ausgelegt ihren Profit zu steigern, Aktienkurse zu bedienen und dann den Managern ihre Boni zu erhöhen, weil sie ja so gut gewirtschaftet haben. Die einzige Effizienteinsparung liegt darin, dass wieder gut ausgebildete und verdienende Arbeitsplätze verloren gehen, zu gunsten der Gewinnmaximierung einiger weniger!!
Wenn wir dies nicht langsam begreifen, findet ein Ausverkauf unserer Gesellschaften statt!

3. und 4. Sie sollten doch schon mitbekommen haben, dass Großstrukturen einen Scheiss auf Recht und Regel geben. Oder ist ihnen der Abgasskandal irgendwie an Ihnen vorbeigegangen. Der Verbraucher wird VERARSCHT und ist eben nicht zum Großteil dumm! Und diese Beispiele kann man Endlos fortführen. Ganz zu schweigen von der nicht mehr übernommenen Gesellschaftsverantwortung dieser Strukturen, weil sie kaum noch Steuern zahlen und ihre Gelder in Steueroasen transferien. Oder glauben Sie, dass eine Zur Rose AG ( DocMorris) mit sitzt in der Schweiz und einem jetzigen Großaktionär aus den Vereinigten arabischen Emiraten irgendein Interesse am deutschen Verbraucher oder an der Verbesserung der Strukturen hegt außer seinen Profit zu steigern! Wenn Sie das glauben, tut mir leid, sind Sie hier der naive Verbraucher!!!

5. Natürlich ist die politsche Meinung vielfältig. Aber mit NICHTEN so einseitig für KEIN RX-Versandverbot. Oder übersehen Sie gewlissentlich die Länderpolitik. Allen voran die NRW SPD und Grünen, welche die Problematik genau erkannt haben!! Die Politik hat sowieso schon lange keinen Einfluss mehr auf große Wirtschaftsstrukturen. Da diese mächtiger geworden sind als der Staat, ist dieser erpressbar geworden und völlig handlungsunfähig diesen Strukturen gegenüber!

6. Der polinsche Generalanwalt hat das Gesundheitssystem im verschreibungspflichtigen Markt in Deutschland überhaupt nicht verstanden. Das merkt man auch in seinen Ausführungen, die ich hier nicht noch einmal erläutern möchte!

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass wir gut mit dem Versandhandel leben konnten seit 2004. Er hatte keine wichtige Rolle. Gerade einmal 1% am verschreibungspflichtigen Markt, weil er eben nicht von Nöten ist, wie gerne propagiert wird! Aber er hat immer Versuch dieses System zu zerstören aus reinem Profit-und Wachstumsgedanken. Und dies werfe ich ihm vor und verlangt auch ein deutliches in die Schranken weisen!!!!

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AW: Re Polarisieren

von Veit Eck am 25.02.2017 um 16:02 Uhr

Wenn man auf DAZ online etwas kommentiert, muss man die allg. Verhaltensregeln, die sog. Netiquette akzeptieren.

Aber das, was Herr Seidel hier schreibt, entspricht dem leider nicht.....

Das Internet darf kein Freiraum sein für Angiftungen, Beleidigung und Beschimpfungen.

HaRu Diefenbach ist ein von mit sehr geschätzter Kollege und hat wirklich mehr Respekt verdient !!!

AW: Na watt denn nu: Lassen wir´s dann lieber ALLE ganz sein?

von Wolfgang Müller am 28.02.2017 um 17:27 Uhr

Zum Problem der vermeintlich unangemessenen Herangehensweise des Herrn Seidel:

Was genau hat Herr Seidel nun eigentlich falsch gemacht? Inwiefern ging er Kollegen Dieffenbach eigentlich unangemessen an?

Oder geht es hier wirklich nur um die FORM? Statt um den m. E. recht korrekten Inhalt? Das würde dann wirklich vollkommene Hoffnungslosigkeit des Pharmazeutischen Volkes in seinem ureigenen Elend signalisieren: "Strenge in der Form, strikte Agenda, Inhalt und Relevanz egal ....." Laaaaaaaaangweilig wie so oft in unseren "Gremien".

Klärt mich jemand auf? Wer hat´s nun und wer nicht verstanden? Gibt es noch Hoffnung auf echtes (Text-)Verständnis? Bin ich diesbezüglich der hoffnungslose Fall?

"Holger" ist übrigens ganz interessant, kann man sich doch gut darauf einstellen (wie es Kollege Seidel getan hat???). Auch das sollte hier einen Platz haben, sonst gehen wir erst recht bei der eigenen selbstvergessenen Nabelschau baden.

AW: Re Polarisieren

von Florian Becker am 01.03.2017 um 14:39 Uhr

So wie ich das sehe, war das eigentlich eine Antwort auf den Post von "Holger".
Und kann dem ich nur vollinhaltlich zustimmen.
Ich bin durchaus der Meinung, dass wir in der Situation im Moment die weißen Handschuhe mal temporär ausziehen können. Unsere "Gegner" haben das schon längst getan.

Polarisieren

von Holger am 24.02.2017 um 9:46 Uhr

Auch wenn der Beitrag namentlich gekennzeichnet ist - kann hier bitte mal jemand dafür sorgen, dass wir sachlich bleiben???

1. Das ist ein Bericht über eine parteiinterne Veranstaltung. Was hat der in einem solchen Medium wie daz-online zu suchen?

2. Soll sich ein Vortragender bei einer Veranstaltung genieren, wenn er sein System für überlegen hält? Lieber Herr Kollege Diefenbach, erwarten Sie das der in Sack und Asche geht oder was ist Ihre Vorstellung???

3. Sie können nachvollziehen, dass Preiswettbewerb die Qualität verschlechtert? Ich nicht! "Doofe" Kunden verschlechtern die Qualität! Würden Sie ein Auto ohne Airbags kaufen, nur weil es moderat günstiger ist als die Variante mit diesem Tool? Wohl kaum, und damit dürften Sie in bester Gesellschaft sein. Oder nehmen Sie wahr, dass die Qualiltät von PCs oder TVs in den letzten zehn Jahren durch die Etablierung des Versandhandels dramatisch den Bach runtergegangen ist? Ich sehe das nicht...

4. Wenn Ihre ganzen Einlasungen konterkariert wurden, dann sollten Sie vielleicht selbst in Sack und Asche gehen, weil es Ihnen offensichtlich nicht gelungen zu sein scheint, das überzeugend darzustellen - Unterstellung meinerseits, ich war ja nicht dabei. Aber hier "den Dicken" raushängen lassen scheint mir nicht angebracht ...

5. Wenn Forderungen von SPD und Grünen durch die CDU nicht widersprochen wird, dann wäre ich irgendwann mal mit der Bezeichnung "Unsinnsforderungen" vorsichtig. Wenn einer Ihnen sagt, dass Sie ein Pferd sind, dürfen Sie das geflissentlich ignorieren. Wenn Ihnen zehn Leute sagen, dass Sie ein Pferd sind, sollten Sie das Nachdenken anfangen. Aber wenn Ihnen 98 von 100 Leuten sagen, dass Sie ein Pferd sind, sollten Sie Hafer kaufen!

6. Den Generalanwalt der EU als "polnischen Politrocker" zu bezeichnen, ist nicht nur herablassend, sondern erinnert mich - sorry - an AfD-Sprech. Außerdem fällt ein Staatsanwalt keine Urteile, das nur so am Rande.

7. Dass auch ein Herr Gröhe in seiner Partei einen schweren Stand hat, finde ich völlig normal für eine demokratische Partei. Die Zeiten, in denen ein Vorsitzender die Meinung diktiert hat und die Mitglieder die Hacken zusammenzuknallen hatten, sind zum Glück vorbei. Aber sooooo partikular scheinen mir die Interessen des Kollegen aus Jena nicht zu sein, wenn sie in diesem Forum mehrheitsfähig waren? Vielleicht sind eher Ihre Interessen partikular?? Sollten Sie/Sollte man zumindest mal drüber nachdenken.

Jetzt noch meine persönliche Sachmeinung:
Ich bin auch GEGEN einen Versandhandel mit Rx. Aber ich halte Ihre Argumente mit Arbeitsplätzen, Existenznot und so weiter für inadäquat. Gegen den Versandhandel mit Rx spricht einzig und allein, dass der Kunde eben nicht in der Lage ist, die Qualität der "Quelle" im Internet zu beurteilen. Sehr lesenswert ist die Darstellung hier in diesem Medium unter

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/02/23/haben-versandapotheken-eine-mitschuld-an-antibiotika-resistenzen?utm_campaign=kurzNach6&utm_source=20170223&utm_medium=newsletter&utm_keyword=article

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