Apothekerkammer Niedersachsen warnt vor Tipps im Internet

Nasentropfen bei Kleinkindern richtig anwenden

07.02.2024, 16:45 Uhr

Das Verabreichen von Nasentropfen kann Kind und Eltern zur Verzweiflung bringen. (Foto: IvanMel / AdobeStock)

Das Verabreichen von Nasentropfen kann Kind und Eltern zur Verzweiflung bringen. (Foto: IvanMel / AdobeStock)


Was es im Hinblick auf Nasentropfen für Kinder und Säuglinge zu beachten gilt, darüber informiert die Apothekerkammer Niedersachsen in einer Pressemitteilung und warnt vor Tipps aus dem Internet.

„Aktuell kursieren im Internet Videofilme, bei denen Kleinkindern mit einer Einwegspritze Salzwasser in die Nasenlöcher eingespritzt wird. Davon ist dringend abzuraten“, warnt die Apothekerkammer Niedersachsen, weil bei der Methode zu viel Druck auf die empfindlichen Schleimhäute und engen Nasengänge ausgeübt werde.

Tropfen beschriften und nach Infektion ersetzen

Des Weiteren informiert die Kammer dazu, was es noch zu beachten gilt:

  • Jedes Familienmitglied sollte sein eigenes altersgerechtes Präparat in der Hausapotheke haben, für den Fall, dass die Nase verstopft ist. Denn bekommen Kinder und Säuglinge schlechter Luft, schlafen sie auch nicht gut und das Trinken fällt Säuglingen schwerer. Auch kann eine Flüssigkeitsansammlung im Innenohr zu einer Mittelohrentzündung führen, warnt die Kammer.
  • Die Präparate sollten außerdem mit Namen und Anbruchdatum beschriftet und nach dem Infekt wegen möglicher Kontamination mit Erregern entsorgt und ersetzt werden.

Richtig dosieren

Unbedingt sei auch zu beachten: Abschwellende Nasensprays mit Alpha-Sympathomimetika für Erwachsene sind nicht für Kleinkinder geeignet. Die Dosierung des Wirkstoffs sei viel zu hoch und könne zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bei Babys und Kleinkindern führen, wie zu einer schnelleren Austrocknung der Nasenschleimhäute. Abschwellende Nasentropfen (Präparate mit Arzneistoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin) sind altersabhängig dosiert und müssen entsprechend individuell ausgewählt werden. Die Präparate dürfen in der Selbstmedikation nur bis zu dreimal täglich und an maximal sieben aufeinanderfolgenden Tagen angewendet werden. Eine Überdosierung oder ein zu langer Gebrauch führt zum Austrocknen der Schleimhäute mit begleitender Schwellung, was zum weiteren Einsatz des Wirkstoffes verleitet, warnt die Kammer. 

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Für die genaue Dosierung von abschwellenden Nasentropfen bei Kindern unter einem Jahr gibt es Dosiertropfer, die im Gegensatz zu Pipetten genau einen Tropfen ohne Druck abgeben. 
Die Kammer rät aber dazu, dass statt gefäßverengender Nasentropfen bei Säuglingen und Kleinkindern auf therapeutische Alternativen wie physiologische Kochsalzlösung zurückgegriffen wird.

Richtig verabreichen

So werden Nasentropfen am besten verabreicht, damit sie bis in die oberen Nasengänge gelangen:

  1. Säuglinge und Kleinkinder auf den Rücken legen
  2. Gabe eines Tropfens ins rechte Nasenloch, anschließend den Kopf des Kindes vorsichtig nach rechts drehen
  3. Gabe eines Tropfens ins linke Nasenloch, anschließend den Kopf des Kindes vorsichtig nach links drehen

Bei älteren Kindern kann ein Nasenspray im Sitzen oder Stehen angewendet werden. Durch das anschließende Zurücklegen des Kopfes und das Hochziehen der Flüssigkeit lässt sich der Wirkstoff gut verteilen, wie die Kammer informiert. 

 

Literatur

Vorsicht bei Tipps aus dem Internet - Nasentropfen für Kinder und Säuglinge richtig dosieren. Pressemitteilung der Apothekerkammer Niedersachsen vom 06.Februar 2024


Julia Stützle, Apothekerin und Volontärin


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