Nasentropfen wieder für Säuglinge

Otriven 0,025 Prozent jetzt mit Dosiertropfer

Stuttgart - 16.05.2022, 07:00 Uhr

GSK bringt seine Otriven 0,025 Nasentropfen nun mit einem Dosiertropfer auf den Markt, sodass die abschwellenden Nasentropfen sich künftig wieder für Säuglinge eignen. (Foto: tutye / AdobeStock | Packshot: GSK)

GSK bringt seine Otriven 0,025 Nasentropfen nun mit einem Dosiertropfer auf den Markt, sodass die abschwellenden Nasentropfen sich künftig wieder für Säuglinge eignen. (Foto: tutye / AdobeStock | Packshot: GSK)


Es war das große Manko der Otriven 0,025 Prozent Nasentropfen – die Pipette und der fehlende Dosiertropfer. Die Folge: Die abschwellenden Nasentropfen waren erst ab einem Jahr erlaubt. Nun hat GSK die Pipette gegen einen Dosiertropfer getauscht, sodass die Nasentropfen sich wieder für Säuglinge eignen.

Otriven gegen Schnupfen 0,025 Prozent Nasentropfen dürfen Eltern ihren Kindern derzeit erst ab einem Jahr verabreichen. Grund ist, dass die Verabreichung von Otriven Nasentropfen für Säuglinge mit 0,025 Prozent Xylometazolin mittels Pipette die Gefahr von Fehldosierungen und Medikationsfehlern birgt, vor allem bei unruhigen Kindern. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) teilte deswegen im November 2020 mit, dass GSK, der Hersteller von Otriven, das Anwendungsalter auf Ein- bis Zweijährige einschränkt, zuvor hatten die Tropfen auch Säuglingen verabreicht werden dürfen. 

Bereits damals kündigte GSK jedoch an, an einer alternativen Lösung zur Applikation zu arbeiten. Diese Lösung ist jetzt marktreif, und GSK bringt Otriven gegen Schnupfen 0,025 Prozent Nasentropfen nun mit einem Dosiertropfer in die Apotheken. 

Dieser Dosiertropfer ebnet auch den Weg, dass die Nasentropfen künftig wieder bei Säuglingen und nicht erst ab einem Jahr angewendet werden dürfen. Dank „einfacher und einhändiger Anwendung“ seien die Nasentropfen jetzt „besonders gut für Babys“ geeignet, erklärt GSK, da der Dosiertropfer eine „präzise Dosierung“ erlaube.


Entzündungszustände der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum (z. B. Schnupfen; zur Erleichterung des Sekretabflusses bei Nasennebenhöhlenentzündung; bei Tubenmittelohrkatarrh). Otriven gegen Schnupfen 0,025 % Nasentropfen sind für Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren bestimmt.“

Indikation von Otriven 0,025 Prozent Nasentropfen laut Fachinformation (Stand August 2021)


Auf Nachfrage der DAZ erklärt GSK, dass die früheren Nasentropfen nun noch abverkauft, aber nicht mehr neu hergestellt würden. Es findet also ein langsamer Tausch des Produktes im Markt statt, sodass es irgendwann nur noch ein Produkt für Null- bis Zweijährige auf dem Markt gebe.

Wie funktioniert der Dosiertropfer?

Vor Anwendung muss der Tropfer vorbereitet werden, das heißt die Pumpe muss zunächst mittels mehrerer Pumpvorgänge gefüllt werden (Flaschenöffnung nach unten richten und durch Druck auf die Fingerauflage pumpen). Tritt der erste Tropfen aus, empfiehlt GSK weitere sieben Pumpstöße, bis die Nasetropfen gebrauchsfertig sind. Eltern müssen diesen Vorgang nur wiederholen, sollten die Nasentropfen eine Woche nicht benutzt worden sein (dann erfolgt die Aktivierung mit vier Pumpstößen).

Am besten wirken die Tropfen, wenn Eltern vor Applikation die Nasen ihres Kindes gründlich reinigen, sodann den dessen Kopf leicht zur Seite neigen, den Tropfen direkt vor das untere Nasenloch halten und einen Tropfen in das Nasenloch träufeln. Die Eltern sollten zudem beachten, den Tropfer nicht in das Nasenloch einzuführen. Die ganze Prozedur wiederholen die Eltern dann mit dem anderen Nasenloch, nachdem sie den Kopf ihres Kindes gedreht haben. Abschließend sollten sie den Dosiertropfer aus hygienischen Gründen mit einem sauberen Tuch reinigen.

Die Gefahr bei Xylometazolin-Überdosierung

Die Produktinformationen abschwellender xylometazolin- und oxymetazolinhaltiger Nasentropfen zur Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern enthalten einen Warnhinweis, der über schwere Nebenwirkungen, zum Beispiel Atemstillstand, bei Neugeborenen und jungen Säuglingen informiert. Diese können bei dieser Patientengruppe bereits bei der Applikation von therapeutischen Dosen, zwei- bis dreimal täglich ein Tropfen in jede Nasenöffnung, auftreten. Die AMK warnte bereits im Januar 2020, dass das Risiko sich durch (unabsichtliches) Überdosieren der Tropfen, was mit einer Pipette leicht passieren kann, zusätzlich erhöhen könne.

Dass es anders und besser geht, mit Dosiertropfer, zeigt GSK nun – und P&G Health Germany GmbH seit Jahren mit Nasivin® Dosietropfer für Babys. Nasisvin® enthält als abschwellenden Wirkstoff Oxymetazolin, zudem verzichtet es, anders als Otriven, auf Konservierungsmittel,


Celine Bichay, Apothekerin, Redakteurin DAZ
redaktion@daz.online


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