DAZ-Adventsrätsel – Tag 10

Robert Koch – Mediziner, Mikrobiologe, Weltenbummler

Stuttgart - 10.12.2023, 07:00 Uhr

Berlin – eine Wiege der modernen Bakteriologie und Schaffensort von Robert Koch. (Foto: tilialucida / AdobeStock)

Berlin – eine Wiege der modernen Bakteriologie und Schaffensort von Robert Koch. (Foto: tilialucida / AdobeStock)


Mit bahnbrechenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Mikrobiologie revolutionierte Robert Koch die Medizin. Er fand heraus, dass verschiedene Infektionskrankheiten durch Mikroorganismen verursacht werden, und isolierte die Erreger. Damit prägte er unser Verständnis von Infektionskrankheiten. Noch zu Lebzeiten wurde Koch international für seine Entdeckungen gefeiert. Doch was verbindet den Forscher ausgerechnet mit Japan, wohin er nach eigener Aussage „am liebsten gleich wieder zurückfahren“ wollte? Das erfahren Sie in der heutigen Rätselfrage.

Robert Koch wurde 1843 in Clausthal geboren, studierte in Göttingen Medizin und schloss das Studium 1866 mit einer Promotion und dem Staatsexamen in Hannover ab. Darauf folgten verschiedene Tätigkeiten als Arzt, unter anderem im Deutsch-Französischen Krieg (1870 bis 1871), bis er zunächst 1872 als „Kreisphysikus“ in Wollstein (heute Wolsztyn in Polen) landete. In seinem Wohnhaus richtete er sich ein eigenes Labor ein, um nach Erregern für Infektionskrankheiten zu suchen.

Als einer der Mitbegründer der modernen Mikrobiologie entdeckte Robert Koch zu Hause im besagten Labor schon 1876 den Erreger für Milzbrand, Bacillus anthracis. 1880 wurde Koch dann an das Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin berufen, wo er 1882 den Erreger der Tuberkulose identifizierte. Als die Friedrichs-Wilhelms-Universität in Berlin 1885 ein eigenes hygienisches Institut gründete, fiel die Wahl zur Leitung auf Koch. Er wurde zum Direktor und Professor für Hygiene ernannt. Forscher aus aller Welt kamen, um an seinem Institut Bakteriologie zu lernen. Darunter war auch der japanische Wissenschaftler Shibasaburo Kitasato, dem es 1889 als Erstem gelang, mit Clostridium tetani den Erreger des Wundstarrkrampfs im Labor zu kultivieren. Gemeinsam mit Emil von Behring entwickelte Kitasato ein Serum zur passiven Immunisierung, mit dem der gefürchtete Wundstarrkrampf behandelt werden konnte. Das Prinzip der passiven Immunisierung wird noch heute angewendet.

Schließlich wurde von der preußischen Regierung das „Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten“ errichtet, welches Koch von 1891 bis 1904 leitete. Ihm zu Ehren wurde es von der preußischen Regierung zwei Jahre nach seinem Tod in „Königlich Preußisches Institut für Infektionskrankheiten, Robert Koch“ umbenannt. 1942 wird der Name schließlich zu der bis heute gültigen Bezeichnung Robert Koch-Institut abgekürzt.

Aber nicht alles glückte dem renommierten Wissenschaftler. So war ein von ihm entwickelter Tuberkulose-Impfstoff, das Tuberkulin, unwirksam. Auch ein Arsen-haltiges Arzneimittel, das zunächst wirksam gegen die Schlafkrankheit zu sein schien, war mit schweren Nebenwirkungen verbunden.

Skandalöse Züge hatte die Trennung Robert Kochs von seiner ersten Frau Emmy im Jahr 1893. Eine Scheidung war zu dem Zeitpunkt im preußischen Rechtssystem noch relativ neu, und so war Koch hier ein prominenter Vorreiter. Kurz darauf heiratete er die fast 30 Jahre jüngere Hedwig Freiberg. Hedwig begleitete ihren Mann häufig auf seinen vielen Reisen, die meisten davon zu Forschungszwecken oder Besuchen medizinischer Kongresse. Als Forscher, der sich nicht zierte, Infektionskrankheiten selbst vor Ort auf den Grund zu gehen, begab Koch sich auf etliche Expeditionen. So reiste er unter anderem nach Ägypten, Indien, Süd- und Ostafrika oder Neu-Guinea. Hier suchte er nach den Erregern gefürchteter Krankheiten wie Cholera, der Schlafkrankheit, Malaria oder der Pest. Die letzte Reise seines Lebens nach Japan war eine private und scheint da eher eine Ausnahme zu sein. Sein ehemaliger Schüler und Freund Shibasaburo Kitasato hatte Koch schon vielfach eingeladen, und 1908 war es nun endlich so weit. Eigentlich sollte es nur ein Besuch unter Freunden werden, doch Koch wurde als Star empfangen und gefeiert. In seiner Heimat hatte Kitasato ein eigenes Forschungsinstitut gegründet, welches er nun voller Stolz Koch präsentieren konnte. Bis heute besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Robert Koch- und dem Kitasato-Institut. Nach Robert Kochs Tod im Jahr 1910 errichtete Kitasato seinem Lehrer hier einen Schrein.

Frage: 

In diesem Schrein befindet sich etwas sehr persönliches von Robert Koch, wissen Sie, was das ist?

Die Antwort lautet:

Es werden Haare von Robert Koch in einem Schrein aufbewahrt, die bei einem Friseurbesuch in Japan von Shibasaburo Kitasato aufgesammelt wurden.


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