Ankündigung des Gesundheitsministers

Bayern will das Auseinzeln von Corona-Selbsttests in Apotheken ermöglichen

Berlin - 30.03.2021, 12:30 Uhr

Will das Auseinzeln von Selbsttests auf SARS-CoV-2 in den Apotheken dulden: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. (Foto: IMAGO / Bayerische Staatskanzlei)

Will das Auseinzeln von Selbsttests auf SARS-CoV-2 in den Apotheken dulden: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. (Foto: IMAGO / Bayerische Staatskanzlei)


Bisher ist den Apotheken das Auseinzeln von Corona-Selbsttests untersagt. Zumindest in Bayern soll das nun anders werden: Gesundheitsminister Klaus Holetschek kündigt an, das Auseinzeln der Tests in den Apotheken zu dulden, um möglichst vielen Menschen das Anwenden von Selbsttests zu ermöglichen.

Testen, testen, testen – so lautet die Devise der Bundesregierung im Kampf gegen SARS-CoV-2. Inzwischen dürfen Apotheken und Einzelhändler Selbsttest auf das neuartige Coronavirus auch an medizinische Laien abgeben, sofern sie für diesen Zweck eine spezielle Zulassung besitzen. Das Problem: Einzeltests sind kaum zu bekommen. Und das Auseinzeln der Tests aus Großpackungen ist den Apotheken bisher verboten.

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In Bayern ist jetzt Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) auf diese zweifelhafte Regelung aufmerksam geworden – und will für Erleichterung sorgen. Wie sein Ministerium am gestrigen Montag informierte, plant Holetschek, das sogenannte Auseinzeln von Corona-Selbsttests in den Apotheken zu dulden.

Demnach sagte Holetschek am Dienstag in München: „Ich werde die Regierungen anweisen, eine Vereinzelung der gelieferten Selbsttests durch die Apotheken zu dulden. Das ist wichtig, damit sich so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich solche Tests auf unkompliziertem Weg bei der Apotheke ihres Vertrauens kaufen können.“

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat für bestimmte Selbsttests eine Sonderzulassung erteilt. Das Auseinzeln ist allerdings nicht zulässig. „Damit soll unter anderem verhindert werden, dass einzelne Tests etwa ohne Gebrauchsanweisung verkauft werden, um eine korrekte Verwendung zu gewährleisten“, erläutert das Bayerische Gesundheitsministerium.

„Brauchen pragmatische Lösungen“

Holetschek will nun jedoch offenbar ein Abweichen von den bürokratischen Vorgaben ermöglichen. „Die Länder sind dafür zuständig, den Verkauf der Selbsttests zu überwachen“, betont der Minister. „Auf dieser Grundlage wollen wir daher den Einzelverkauf in den Apotheken dulden. Ich habe keinen Zweifel, dass die Apotheken dies fachgerecht und unter höchsten Hygienevorkehrungen gewährleisten können.“ Die Verantwortung und Haftung liege im Falle einer Duldung bei den Apotheken. „Es zeigt sich immer wieder: Pandemie und Bürokratie vertragen sich nicht. Der Kampf gegen Corona darf nicht an Vorschriften und Zuständigkeiten scheitern. Wir brauchen pragmatische Lösungen, um den Menschen zu helfen.“


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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