DAZ.online-Spezial: Reisen trotz Corona

Eine Pilzinfektion aus dem Hotel-Pool?

Stuttgart - 20.07.2020, 09:15 Uhr

Gerade Frauen denken bei Pilzinfektionen und Schwimmbad nicht nur an die Füße. (c / Foto: Alena Ozerova / stock.adobe.com) 

Gerade Frauen denken bei Pilzinfektionen und Schwimmbad nicht nur an die Füße. (c / Foto: Alena Ozerova / stock.adobe.com) 


Vielen Frauen ist das bekannt: Ein einziger Besuch im Schwimmbad oder ein Strandtag am Meer genügen für das Auftreten einer Scheidenpilzinfektion. Besteht da wirklich ein Zusammenhang? 

Die Scheidenflora ist gegen die Ausbreitung von Pilzen normalerweise gut gewappnet. Wenn das Immunsystem aber – z. B. stressbedingt – geschwächt ist, kann das natürliche Gleichgewicht gestört sein, und Hefepilze wie Candida albicans können sich ungehindert vermehren. Candida albicans kommt allerdings nicht aus dem Schwimmbadwasser, wie manche Apothekenkundin vielleicht meinen könnte, sondern ist Bestandteil der physiologischen Flora. Eine Reizung der Vaginalschleimhaut durch Chlor- oder Meerwasser kann die Ausbreitung des Pilzes jedoch begünstigen. 

Wasserabweisende Salben

Wer weiß, dass er zu Scheidenpilzinfektionen neigt, kann zum Schutz der Schleimhäute vor dem Baden wasserabweisende Salben im Intimbereich auftragen. Dafür eignen sich z. B. Deumavan® Schutzsalbe oder Linola® Schutzbalsam. Da die Haut bei längeren Aufenthalten im Wasser aufweicht und damit anfälliger für das Eindringen von Pilzen wird, empfiehlt es sich, nur kurze Zeit im Wasser zu bleiben. 

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Nach dem Baden sollte die Badekleidung so schnell wie möglich gegen trockene Kleidung getauscht werden, um das für die Pilzvermehrung optimale feucht-warme Klima zu vermeiden. Wenn überhaupt, sollten nur pH-neutrale Intimwaschlösungen wie z. B. Deumavan® Waschlotion sensitiv oder Vagisan® Intimwaschlotion verwendet werden, um das Scheidenmilieu möglichst wenig zu stören. Luftdurchlässige Unterwäsche sorgt zudem für ein optimales Klima.

Unterstützung der Scheidenflora

In der physiologischen Scheidenflora finden sich verschiedene Stämme von Lactobazillen, die Milchsäure produzieren. Sie sorgen für ein saures Milieu mit einem pH-Wert von 3,8-4,5 und schützen die Schleimhäute dadurch vor der Ausbreitung von fremden Keimen. Neben Stress können auch hormonelle Schwankungen, die Einnahme von Antibiotika oder übertriebene Intimhygiene das Gleichgewicht stören und Frauen anfälliger für Pilzinfektionen machen. Frauen, die um ihre besondere Empfindlichkeit wissen, können die Scheidenflora mit einer vaginalen Milchsäurekur, z. B. mit Vagisan® Milchsäurebakterien, unterstützen. Wer die Vaginalflora eher mit einer oralen Darreichungsform unterstützen möchte, könnte Omni-Biotic® Flora plus ausprobieren.

Das sollte in die Reiseapotheke

Wer immer wieder mit Infektionen zu tun hat, sollte vorsichtshalber mit dem Arzt darüber sprechen, um eventuelle Grunderkrankungen auszuschließen. Eventuell kann es sinnvoll sein, das Immunsystem mit einer Kur zu stärken. Neben viel Bewegung und gesunder Ernährung können dabei verschiedene Immunaufbaupräparate aus der Apotheke unterstützen.

Sollte sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Scheidenpilzinfektion mit quälendem Juckreiz bemerkbar machen, so kann diese mit Clotrimazol-Cremes und -Zäpfchen schnell und effektiv bekämpft werden. Die Drei-Tagestherapie ist auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Wichtig ist der Beratungshinweis, die Vaginaltabletten am besten abends vor dem Schlafengehen einzuführen, damit der gelöste Wirkstoff nicht sofort wieder, der Schwerkraft folgend, aus der Vagina fließt. Empfindliche Frauen sollten ihre Reise-Apotheke deshalb sicherheitshalber dementsprechend ausstatten.


Annette Thomas, Apothekerin, Dozentin, DAZ.online-Autorin
redaktion@daz.online


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