DAZ.online-Spezial: Sonnenschutz

Welche Wirkungen haben die jeweiligen Strahlungstypen?

Stuttgart - 26.06.2020, 14:20 Uhr

Die Sonne sendet Licht unterschiedlicher Wellenlänge aus, was machen die einzelnen Strahlen? (Foto: alinamd / stock.adobe.com)

Die Sonne sendet Licht unterschiedlicher Wellenlänge aus, was machen die einzelnen Strahlen? (Foto: alinamd / stock.adobe.com)


Welche Strahlungstypen der Sonne gelangen bis zur Erdoberfläche und welche Auswirkungen haben sie dort? Mehr zu den einzelne UV-Strahlen, VIS-, γ- und IR-Strahlen lesen Sie im DAZ.online-Spezial zu Sonnenschutz.

Die Sonne sendet Licht unterschiedlicher Wellenlänge aus. Doch ob diese Strahlung bis zur Erdoberfläche gelangt, hängt unter anderem von Sonnenstand, Jahreszeit, Wolkenanzahl und Grad der Umweltverschmutzung ab.

γ-Strahlen

Die von der Sonne ausgesendeten kurzwelligen, energiereichen Strahlen werden in der Atmosphäre vollständig absorbiert und haben daher keinen Einfluss auf den menschlichen Organismus. Künstlich erzeugte γ- und Röntgenstrahlung findet breiten Einsatz in der Medizin, z. B. zur Sichtbarmachung von Knochen und Weichteilen oder in der Strahlentherapie. Auch in der Industrie werden diese Strahlungstypen z. B. zur Strukturaufklärung von Werkstoffen oder zur Vernetzung von Polymerkunststoffen eingesetzt.

UVC-Strahlen

Auch die von der Sonne ausgesendete UVC-Strahlung gelangt nicht bis zur Erdoberfläche. Künstlich erzeugte Strahlung kann z. B. in Laboren zur Oberflächendesinfektion, in der Forensik zur Sichtbarmachung von Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Speichel) oder beim Zahnarzt zum Aushärten von Füllmaterial verwendet werden.

UVB-Strahlen 

Der Großteil dieser Strahlungsart wird in der Ozonschicht absorbiert. Die durchgelassene Reststrahlung dringt bis in die Oberhaut ein und animiert den Körper zur Synthese von Melanin und zur Ausbildung der Lichtschwiele. Auch die Synthese von Vitamin D wird durch UVB-Strahlung angekurbelt. Wird die Haut einer zu großen Strahlungsmenge ausgesetzt, drohen Sonnenbrand und ein späteres Hautkrebsrisiko. Sowohl UVB- als auch UVA-Strahlung führen zu einer Immunsuppression. Nach einem längeren Sonnenbad kann es daher zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und z.B. zum Ausbruch von Lippenherpes kommen.

UVA-Strahlen

Auch die UVA-Strahlung wird zu einem Teil in der Ozonschicht absorbiert. Die Reststrahlung dringt bis in die Lederhaut ein und sorgt dort durch Umverteilung der bereits vorhandenen Pigmente für eine Sofortbräunung. Neben diesem positiven Effekt kann UVA-Strahlung aber auch Sonnenallergien, Mallorca-Akne und eine lichtbedingte Hautalterung verursachen. Sie wird außerdem für die Entstehung von Melanomen mitverantwortlich gemacht.



Annette Thomas, Apothekerin, Dozentin, DAZ.online-Autorin
redaktion@daz.online


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