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Cannabis sativa: Nutzung und rechtlicher Status

Remagen - 31.08.2019, 08:00 Uhr

(Cannabis sativa: Im 19. Jahrhundert wurde die Pflanze bereits in Europa unter anderem zur Behandlung von Schmerzen, Schlafstörungen und Depressionen angewendet. Foto: Stock.adobe.com)

(Cannabis sativa: Im 19. Jahrhundert wurde die Pflanze bereits in Europa unter anderem zur Behandlung von Schmerzen, Schlafstörungen und Depressionen angewendet. Foto: Stock.adobe.com)


Die therapeutischen Wirkungen von Cannabis sativa werden seit Jahrtausenden genutzt. Die wichtigsten Cannabinoide aus der Hanfpflanze sind das berauschende Tetrahydrocannabinol (THC) und das am zweithäufigsten vorkommende, nicht berauschende CBD. Je nach Verwendungszweck überwiegt das eine oder andere. Das hat Auswirkungen auf den rechtlichen Status.

Cannabis sativa gehört zur Familie der Hanfgewächse und ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt, männliche und weibliche Blüten kommen auf getrennten Individuen vor. Letztere sind besonders reich an THC und werden deshalb therapeutisch genutzt. Die Geschichte von Cannabis als Medizin reicht tausende Jahre zurück: Erstmals als Heilmittel erwähnt wurde die Hanfpflanze etwa 2700 v. Chr. in einem chinesischen Arzneibuch. Im 19. Jahrhundert wurde sie in Europa unter anderem zur Behandlung von Schmerzen, Schlafstörungen und Depressionen angewendet. Ende der 1980er-Jahre fand man heraus, dass der Mensch über körpereigene Stoffe verfügt, die den pflanzlichen Inhaltsstoffen, den Cannabinoiden, sehr ähnlich sind und die über das sogenannte Endocannabinoidsystem wichtige biologische Funktionen im zentralen Nervensystem und in vielen anderen Organen ausüben. Über diese Strukturen versucht man auch, die therapeutisch interessanten Wirkungen von Cannabis sativa zu erklären.

Die wichtigsten Cannabinoide aus der Hanfpflanze sind das berauschende Tetrahydrocannabinol (THC) und das am zweithäufigsten vorkommende, nicht berauschende CBD. In Nutzhanf ist CBD mengenmäßig das weit überwiegende Cannabinoid. Die Cannabinoide werden von den Drüsenhaaren produziert, die sich mit Ausnahme von Samen und Wurzel auf der gesamten Hanfpflanze befinden. Sie liegen in der Pflanze überwiegend als Carbonsäuren vor (THC-A bzw. CBD-A). In den Samen kommen Cannabinoide aufgrund der dort fehlenden Drüsenhaare nicht vor, aber sie können bei der Ernte oder der Verarbeitung mit THC kontaminiert werden.

Bei der legalen Herstellung von Hanfprodukten muss unterschieden werden zwischen Hanfsorten, die zur Gewinnung von Produkten für medizinische Zwecke angebaut werden und denjenigen, die für andere Zwecke gedacht sind (Nutzhanf, Industriehanf).



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Novel Food Schwachsinn

von Pseudonym am 31.08.2019 um 13:35 Uhr

Es ist bekannt, dass Cannabis und Cannabisprodukte seit tausenden Jahren Anwendung finden.
Cannabis Speiseöle usw werden seit langem verwendet. Und plötzlich soll CBD nicht vor 1997 auf dem Markt gewesen sein und als Novel Food gelten ?!
Das ist ideologischer, hanebüchener Unsinn und dient nur der Diskreditierung des Hanfs!
Eine Frechheit ist das, diesen Stoff so zu reglementieren, wenn sogar die WHO empfohlen hat, dass CBD von allen Reglementieren befreit sein sollte.

Zum Artikel selber: sehr schön neutral und wissenschaftlich geschrieben. Wie von der DAZ bekannt.

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