Diskussion über ABDA-Arbeit

Braucht die ABDA einen Plan B und ein Gegengutachten?

München - 11.10.2018, 09:00 Uhr

Nach dem Geschäftsbericht von ABDA-Chef Sebastian Schmitz (2. v. li.) diskutierten die Apotheker in der Hauptversammlung gemeinsam mit der ABDA-Spitze, wie man auf das 2HM-Gutachten reagieren soll. (Foto: Schelbert)

Nach dem Geschäftsbericht von ABDA-Chef Sebastian Schmitz (2. v. li.) diskutierten die Apotheker in der Hauptversammlung gemeinsam mit der ABDA-Spitze, wie man auf das 2HM-Gutachten reagieren soll. (Foto: Schelbert)


Gleichpreisigkeit im Mittelpunkt

Der Erhalt eines regulierten Umfeldes mit der Gleichpreisigkeit bei Rx-Arzneimitteln ist daraufhin auch der erste Punkt, den Schmitz als Agenda der ABDA für das nächste Jahr präsentierte. Außerdem müsse verdeutlicht werden, dass die Arbeit in den Apotheken auf Individuen und nicht auf standardisierte Subjekte ziele. Darum müssten die Apotheker weiter über ein Pauschalhonorar vergütet werden. Neue digitale Instrumente dürften nicht zu Standardantworten zwingen. Doch die Apotheken müssten solche Instrumente einsetzen und diese sinnvoll gestalten können.

Mehr zum Thema

Deutscher Apothekertag

Spahn enttäuscht die Apotheker

Plan B nötig oder nicht?

Auf das herausragende Thema des ersten Tages beim Apothekertag, die Rede von Minister Spahn, ging Schmitz nur mit einer Bemerkung ein. Schmitz mahnte, darauf zu achten, dass die Gleichpreisigkeit nicht unter die Räder gerate. Denn darum gehe es ja eigentlich. In der anschließenden Diskussion des Geschäftsberichts wurde immer wieder die strategische Ausrichtung der ABDA angesprochen. Michael Mantell kritisierte, die ABDA habe auch zwei Jahre nach dem EuGH-Urteil keinen „Plan B“ zum Rx-Versandverbot. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt entgegnete, es sei nicht zielführend gewesen, einen Plan B zu diskutieren, solange die Politik volle Unterstützung für das Rx-Versandverbot gezeigt habe. Doch „die Situation ist heute neu“, so Schmidt. Was jetzt angeboten werde, sei nicht gleichwertig. Es gebe „eine Handvoll Ansätze, die jeder kennt“, erklärte Schmidt und nannte Regelungen über das Sozialrecht und kompensatorische Veränderungen der Vergütung. Die ABDA habe sich durchaus mit solchen Alternativen beschäftigt, dies aber nicht veröffentlicht. Dagegen verwies Dr. Christian Belgardt, Präsident der Apothekerkammer Berlin, auf die Aussage von Spahn, er wolle Gleichpreisigkeit und keine Boni. Darum müsse die ABDA das Rx-Versandverbot weiter verfolgen. Belgardt folgerte: „Ich brauche keinen Plan B.“

Gegengutachten fehlt

Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, argumentierte, es sei ein schwerer Fehler gewesen, dass die ABDA das 2HM-Gutachten nicht in einigen entscheidenden Punkten angegriffen habe. „Schweigen ist an dieser Stelle die falsche Politik und das hat sich heute gezeigt“, erklärte Linz, womit sie auf die mehrfachen Hinweise Spahns zum Gutachten anspielte. Außerdem erinnerte Dr. Heidrun Hoch daran, dass bereits beim Apothekertag vor zwei Jahren über ein eigenes Gutachten diskutiert worden sei. Mit einem solchen Gutachten hätte die ABDA jetzt eine bessere Position, so Hoch.

Fortsetzung folgt

In weiteren Diskussionsbeiträgen ging es um die Zukunft der PKA, die Bewertung der Öffentlichkeitsarbeit und weitere Themen. Neben Kritik gab es dabei auch Lob für die ABDA, insbesondere zur Kampagnenarbeit. Am Mittwochabend war der Tagesordnungspunkt nicht abgeschlossen. Die Debatte über grundsätzliche Themen wird daher am Donnerstag fortgesetzt, sofern es dann weitere Wortmeldungen gibt.



Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Bericht des Hauptgeschäftsführers

Die Sicht der ABDA

Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern

Plan B: ABDA im Kreuzverhör

Analyse der Angebote des Bundesgesundheitsministers

Mindestens zweifaches Dilemma

Suche nach Alternativen zum Rx-Versandverbot beim Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern

Geordneter Rückzug?

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

ABDA erklärt sich erneut zur Bühler-Petition

Schmitz: Beschlusslage verbietet Herausgabe der Gutachten

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

3 Kommentare

Traurig

von Karin Becher am 11.10.2018 um 9:57 Uhr

Das ist ja hier mittlerweile wirklich Bildzeitungs-Niveau: Bilder aus dem Zusammenhang reißen - einen Moment des Gedenkens an Dr. Herbert Gebler geringschätzen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Entschuldigung

von Benjamin Rohrer am 11.10.2018 um 10:24 Uhr

Liebe Frau Becher,

als wir den Artikel einstellten, wussten wir nicht, in welcher Situation das Foto entstanden war. Wir haben es jetzt natürlich sofort ausgetauscht. Wir bitten um Entschuldigung!

Plan B

von Michael Zeimke am 11.10.2018 um 9:45 Uhr

Das Bild ist stark. Alles begossene Pudel/IN.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.