Neue Cochrane-Analyse

HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen

Stuttgart - 09.05.2018, 12:35 Uhr

Neue Daten bescheinigen Gardasil und Cervarix gute Effektivität beim Schutz vor HPV-bedingten Zervixkarzinomen. (Foto: imago)

Neue Daten bescheinigen Gardasil und Cervarix gute Effektivität beim Schutz vor HPV-bedingten Zervixkarzinomen. (Foto: imago)


Zwei Impfstoffe, Cervarix® und Gardasil®, sollen in Deutschland junge Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Dass dies effektiv ist, hat eine neue Auswertung von Cochrane ergeben. Vor allem 15- bis 26-Jährige profitieren von der HPV-Impfung. 

Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) schützt junge Frauen einer großen Übersichtsarbeit zufolge recht gut vor Vorformen von Gebärmutterhalskrebs. Vor allem Frauen, die im Alter von 15 bis 26 Jahren geimpft wurden, haben demnach ein deutlich geringeres Risiko, solche Krebsvorstufen – sogenannte Läsionen – zu entwickeln, berichtet die Cochrane Library. Außerdem fanden sich keine Hinweise dafür, dass die Impfung schwere Nebenwirkungen hat und etwa das Risiko für Fehlgeburten erhöht.

Das Informationsportal für evidenzbasierte Medizin sichtete für die Metauntersuchung die Ergebnisse von 26 randomisierten Studien weltweit. Mehr als 73.400 Frauen aus allen Kontinenten hatten über dreieinhalb bis acht Jahre lang daran teilgenommen.

Vor allem 15- bis 26-Jährige profitieren von der HPV-Impfung

Es gibt eine Vielzahl verschiedener, durch Geschlechtsverkehr übertragener HPV-Viren. Ein intaktes Immunsystem bekämpft sie in der Regel mit Erfolg. Gelingt dies nicht, kann sich über Jahre hinweg aus einer HPV-Infektion Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Die verschiedenen Impfstoffe sollen deshalb die Immunabwehr und Antikörperproduktion vor allem gegen die Hochrisiko-Varianten HPV 16 und 18 stärken, die 70 Prozent dieser Krebsfälle verantworten.

In Zahlen zeigt die Gesamtanalyse: Von 10.000 Frauen, die zum Start der Studien keine HPV-Infektion hatten, entwickelten später zwei Frauen trotz einer Impfung Krebs-Vorstufen. In der Placebo-Gruppe war dies bei 164 Frauen der Fall.

Auch beim Blick auf alle Studienteilnehmerinnen – HPV infiziert oder nicht – verringerte eine Impfung bei 15- bis 26-Jährigen die Zahl derjenigen mit solchen Läsionen durch HPV 16/18. 157 pro 10.000 erkrankten daran. Bei den Placebo-Kandidatinnen waren es 341. Bei älteren Frauen zwischen 25 und 45 Jahren verschafften die Impfstoffe hingegen keine Vorteile – vermutlich, weil die Frauen schon infiziert waren, folgern die Forscher.



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