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Gefälschtes Sovaldi und Velcade in Deutschland gefunden

Bonn - 14.08.2017, 17:45 Uhr

Bei dem gegen multiples Myelom zugelassenen Krebsmittel Velcade wurde unter anderem die Verpackung gefälscht. Das Fach für die Durchstechflasche ist im Original nicht vollständig verklebt. (Foto: BfArM / Hersteller)

Bei dem gegen multiples Myelom zugelassenen Krebsmittel Velcade wurde unter anderem die Verpackung gefälscht. Das Fach für die Durchstechflasche ist im Original nicht vollständig verklebt. (Foto: BfArM / Hersteller)


Gefälschte Packungen von Velcade® enthalten Wirkstoff

Auch beim Krebsmittel Velcade® (Bortezomib) 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung wurden in Deutschland Fälschungen entdeckt, wie das BfArM weiter bekanntgab. Der Parallelvertreiber hvd medical GmbH hatte das zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassene Produkt der in Belgien ansässigen Firma Janssen-Cilag International NV von dem niederländischen Großhändler Dr. Fisher Farma B.V. bezogen, erklärt das BfArM.

Die entdeckten Fälschungen sind wie auch bei Fälschungen des Neuroleptikums Xeplion®, die im Juli gefunden wurden, in rumänischer oder bulgarischer Aufmachung. Sie tragen laut BfArM die Chargenbezeichnungen GGZT800 (Haltbarkeitsdatum 06/2019) und GCZTQ00 (Haltbarkeitsdatum 02/2019) und betreffen insbesondere die äußere Verpackung: Das Fach für die Durchstechflasche ist im Original nicht vollständig verklebt, außerdem gibt es beim Original der Produktinformation keine Faltung beziehungsweise Knickung, wie auch an Fotos des Herstellers zu erkennen ist.

Auf Fotos des Herstellers sind Veränderungen an der Verpackung zu erkennen. 

Doch es gibt weitere Veränderungen: „Die visuelle Untersuchung der Durchstechflasche ergab Abweichungen hinsichtlich des Flaschentyps und der Farbe des Flipp-off-Verschlusses“, heißt es – die Herkunft der Durchstechflaschen werde derzeit untersucht.

Durch visuelle Untersuchungen habe die Integrität der Durchstechflasche jedoch bereits bestätigt werden können. „Die Laboruntersuchung für die untersuchten Muster beider Chargen zeigte, dass es sich um den Wirkstoff Bortezomib handelt und der Gehalt der angegebenen Menge (3,5 mg) entspricht“, erklärt das BfArM.

Anders als bei Sovaldi® gelangten die Fälschungen jedoch offenbar nicht in Apotheken. „Keine der beim Parallelvertreiber entdeckten gefälschten Packungen ist ausgeliefert oder weiterverkauft worden“, heißt es. Das BfArM weist Großhändler, Apotheker und Ärzte darauf hin, die Packungen und Chargenbezeichnungen des Arzneimittels vor Anwendung zu prüfen und Verdachtsfälle von Verfälschungen dem BfArM zu melden.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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