Trametinib plus Checkpoint-Inhibitoren

Novartis und Bristol-Myers Squibb schmieden Darmkrebs-Forschungsallianz

Stuttgart - 06.06.2017, 16:45 Uhr

Opdivo® ist einer der Bestandteile der erforschten Kombination gegen Darmkrebs. (Foto: picture alliance / AP Photo)

Opdivo® ist einer der Bestandteile der erforschten Kombination gegen Darmkrebs. (Foto: picture alliance / AP Photo)


Novartis und Bristol-Myers Squibb (BMS) arbeiten bei der Therapie einer bestimmten Art von Darmkrebs zusammen. Das teilte Novartis am gestrigen Montag in Basel mit. Konkret geht es darum, die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Mekinist® in Kombination mit Opdivo® allein und mit Opdivo® plus Yervoy® zu erforschen. 

Ein MEK-Kinasehemmer und zwei monoklonale Antikörper aus der Gruppe der Checkpoint-Inhibitoren; potenzielles Einsatzgebiet metastasierter Darmkrebs bei Patienten mit sogenannten mikrosatellitenstabilen Tumoren, die in der Lage sind, Missmatches zu reparieren (Mismatch Repair Proficiency; pMMR). Mikrosatellite sind kurze Abschnitten im Erbgut, die sich häufig wiederholen. Sobald die DNA-Reparaturmechanismen nicht richtig funktionieren, werden diese instabil. Mutationen häufen sich an. Tumore können die Folge sein. Die Fähigkeit, Missmatches zu reparieren, also der MMR-Status, gilt als Prädiktor, ob ein Tumor auf die Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren anspricht. pMMR-Tumore gelten als schlechte Responder. 

Klinische Entwicklungen auf Basis dieser Kombinationen.

An einer Therapie für diese Tumore arbeiten nun zwei Große der Pharmabranche zusammen: die Schweizer Firma Novartis und US-Branchenkollege Bristol-Myers Squibb. Sie wollen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Trametinib (Mekinist®), einem MAK-Kinasehemmer aus der Entwicklung von Novartis, erforschen, wenn er gemeinsam mit Nivolumab (Opdivo®) und mit Nivolumab und Ipilimumab (Yervoy®) gegeben wird. Die beiden Antikörper wurden von BMS entwickelt. Nivolumab ist ein Antikörper gegen den Programmed Death Receptor-1 (PD-1), Ipilimumab hat CTLA-4 als Target. Beide wirken über eine Reaktivierung der körpereigenen Immunabwehr, genauer gesagt der Z-Zellen, gegen den Tumor. 

Laut der Vereinbarung wird BMS die Studie durchführen. Die Auswertung werden beide Unternehmen dann gemeinsam vornehmen. Gemeinsam will man sich dann Gedanken machen über den Ansatz und potenzielle klinische Entwicklungen auf Basis dieser Kombinationen.

Trametinib

Die Wirkung von Trametinib beruht auf einer reversiblen, hochselektiven allosterischen Hemmung bestimmter Mitogen-aktivierter, über extrazelluläre Signale regulierter Kinasen, den sogenannten MEK-Kinasen. Sie spielen bei bestimmten Signalwegen eine wichtige Rolle. Bei manchen Krebsarten ist dieser  Signalübertragungsweg häufig aktiviert durch mutierte BRAF-Formen, die MEK aktivieren. Trametinib hemmt diese Aktivierung und blockiert die Aktivität der MEK-Kinasen. Es wird häufig gemeinsam mit Dabrafenib gegeben, das mit den RAF-Kinasen eine weitere Kinase desselben Signalwegs hemmt.

Indiziert ist Trametinib als Monotherapie oder in Kombination mit Dabrafenib zur Behandlung von nicht-resezierbaren oder metastasierten Melanomen mit einer BRAF-V600-Mutation sowie bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit einer BRAF-V600-Mutation. Da allerdings nur mit Dabrafenib. Die Gabe erfolgt oral.  

Handelsname: Mekinist®


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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