Berlin-Wahl

Eine bunte Stadt

Berlin - 19.09.2016, 10:30 Uhr

Alles dabei: Während SPD, CDU und FDP im Westen der Stadt die meisten Wähler überzeugen konnten, ist das Berliner Zentrum weitestgehend grün eingefärbt. Neu: Im Osten der Stadt ist die AfD stark vertreten. (Grafik: Berliner Morgenpost)

Alles dabei: Während SPD, CDU und FDP im Westen der Stadt die meisten Wähler überzeugen konnten, ist das Berliner Zentrum weitestgehend grün eingefärbt. Neu: Im Osten der Stadt ist die AfD stark vertreten. (Grafik: Berliner Morgenpost)


CDU will keine Extra-Honorare für Apotheker

Als einzige der etablierten Parteien konnten die Linken dazugewinnen und stehen nach Auszählung der Stimmen bei 15,6 Prozent (+ 3,9 Prozent). Die Grünen verloren rund 2 Prozentpunkte und landeten bei 15,2 Prozent. Gerade in den innerstädtischen Szenebezirken konnten die Grünen die meisten Wähler für sich gewinnen. Einen ebenfalls annähernd monothematischen Wahlkampf führte die FDP, die 2011 unter der 5-Prozent-Hürde gelandet war. Die Liberalen setzen sich stark dafür ein, den Flughafen Tegel selbst nach Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens zu erhalten. Bei den Wählern kam das gut an: Die FDP zieht mit knapp 7 Prozent der Wählerstimmen wieder in den Landtag ein.

Das Resultat ist ein sehr buntes Bild einer fast nivellierten Parteienlandschaft. Fast alle gewählten politischen Kräfte schicken ähnlich starke Fraktionen ins Abgeordnetenhaus. Auch deswegen ist ein Zweier-Bündnis nicht mehr möglich. Wahlsieger Müller muss sich also zwei Koalitionspartner suchen – denkbar und wahrscheinlich ist derzeit eine Koalition mit Linken und Grünen.

Im Vorfeld der Wahl hatte sich DAZ.online bei einigen Parteien nach deren Meinungen zum Apothekenmarkt umgehört. Auffällig war unter anderem, dass die CDU sich beim Thema „pharmazeutische Dienstleistungen“ gegen Extra-Honorare für Apotheker aussprach. Die Beratung sei eine Pflicht der Apotheker, die man nicht gesondert vergüten müsse, hieß es. Allerdings befürchten die Christdemokraten mit den Apothekern gemeinsam, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) ausländischen Versandapotheken Rx-Boni erlauben könnte.

Interessant war auch die Meinung der Grünen zur Niederlassungsfreiheit. In manchen Berliner Straßen reihten sich mehrere Apotheken aneinander, konstatierte die Ökopartei. „Ob dies für eine gute Arzneimittelversorgung nötig ist, darüber lässt sich sicherlich diskutieren“, fragen sich die Grünen. Gleichzeitig müsse man aber auch darüber nachdenken, unterversorgte Stadtgebiete gesondert zu fördern.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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