DAZ-Tipp aus der Redaktion

Rückfallfieber und Brucellose - mit den Flüchtlingen kamen alte Krankheiten zurück

Stuttgart - 01.09.2016, 15:00 Uhr

Alle Flüchtlinge, die noch nicht geimpft sind, sollen möglichst bald nach ihrer Ankunft folgende Mehrfach-Impfungen erhalten: Tetanus, Diphtherie und Pertussis sowie Poliomyelitis (Tdap-IPV) und Masern, Mumps und Röteln sowie Varizellen (MMR-V). (Foto: Alexander Raths / Fotolia)

Alle Flüchtlinge, die noch nicht geimpft sind, sollen möglichst bald nach ihrer Ankunft folgende Mehrfach-Impfungen erhalten: Tetanus, Diphtherie und Pertussis sowie Poliomyelitis (Tdap-IPV) und Masern, Mumps und Röteln sowie Varizellen (MMR-V). (Foto: Alexander Raths / Fotolia)


Eine sehr gute Gesundheitsversorgung haben hierzulande  schon vor Jahrzehnten viele Infektionskrankheiten praktisch zum Verschwinden gebracht. Doch: Einige sind in letzter Zeit mit den Flüchtlingen zurückgekehrt. In der aktuellen DAZ informieren wir Sie über die Krankheitsbilder und die Therapieoptionen. 

Erreger des Läuse-Rückfallfiebers ist das Bakterium Borrelia recurrentis, das durch infizierte Läuse in den Menschen gelangt. Es verursacht sehr hohes Fieber, das tödlich enden kann und meistens in mehreren Schüben wieder aufflammt. Das Bakterium reagiert sehr empfindlich auf Tetracyclin, doch die Therapie sollte nur in einer Klinik durchgeführt werden, weil sie bei den meisten Patienten zu einer schwerwiegenden Immunreaktion führt.

Brucellosen waren in der Menschheitsgeschichte vor allem Infektionen von Haustieren, die auf den Menschen überspringen konnten. Die Bewohner des Nahen Ostens sind relativ häufig vom Mittelmeerfieber betroffen, dessen Erreger Brucella melitensis hauptsächlich Ziegen, Schafe und Kamele befällt. Das Bakterium verursacht hohes Fieber und kann chronische Entzündungsherde in Gelenken und Knochen bilden. Seine Eliminierung gelingt mit einer etwa sechswöchigen Gabe von mindestens zwei Antibiotika.

Übrigens erhalten Flüchtlinge in Deutschland die amtlich empfohlenen Schutzimpfungen auch um der (Wieder-)Ausbreitung von Infektionskrankheiten entgegenzuwirken. Ebenso werden Verdachtspersonen zum Beispiel auf Tuberkulose, Syphilis oder HIV-Infektion untersucht. Ein größeres Screening bezüglich Syphilis und HIV ergab keine erhöhten Infektionsraten bei Flüchtlingen. Nach den bisherigen Erfahrungen geht von ihnen keine Infektionsgefahr für die einheimische Bevölkerung aus.

Weiterhin möchte ich Ihnen in der aktuellen DAZ den folgenden Beitrag empfehlen:

Dr. Wolfgang Caesar

Wissenswertes über Phosphor

Der Pharmazeutische Chemiker Prof. Hermann J. Roth hat die Diskussion über die Umwelttoxizität des Herbizids Glyphosat zum Anlass genommen, allerlei Wissenswertes über das Element Phosphor und einige markante Phosphorverbindungen zu schreiben. Ohne Phosphor gäbe es uns nicht, denn es gäbe auch keine Nucleotide, keine stabilen Knochen und Zähne und – einem klassischen Zitat zufolge – auch keine Gedanken. Phosphor kommt in vielen synthetischen Arzneistoffen vor, und eine sich munter vermehrende Arzneistoffgruppe, die Bisphosphonate, sind nach ihm benannt. Aber Phosphor und seine Verbindungen können auch giftig sein: Das Spektrum reicht vom weißen Phosphor über Parathion (E605) bis zum Giftgas Sarin.


Dr. Wolfgang Caesar (cae), Biologe
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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