Verbandsvorstand bestätigt

Retaxumfrage in Mecklenburg-Vorpommern

23.04.2015, 14:10 Uhr

Der AVMV-Vorstand (v.l.): Axel Pudimat, Kristian Frankenstein, Andrea Nowotny, Matthias Ratke, Petra Kokel, Thomas Müller, Birka Zander. (Foto: Müller-Bohn)

Der AVMV-Vorstand (v.l.): Axel Pudimat, Kristian Frankenstein, Andrea Nowotny, Matthias Ratke, Petra Kokel, Thomas Müller, Birka Zander. (Foto: Müller-Bohn)


Rostock - Alle sieben Mitglieder des Vorstandes des Apothekerverbandes Mecklenburg-Vorpommern wurden gestern bei der Mitgliederversammlung des Verbandes im Rahmen der turnusmäßigen Wahl in ihren Ämtern bestätigt. Bei der Versammlung kündigte der Verbandsvorsitzende Axel Pudimat eine Mitgliederumfrage zu Retaxationen an, um das Ausmaß der Kassen-Rückforderungen zu ermitteln.

Für die Wahl gab es außer den bisherigen Mitgliedern keine anderen Kandidaten. Neben dem Verbandsvorsitzenden Axel Pudimat wurden Petra Kokel, Andrea Nowotny, Birka Zander, Kristian Frankenstein, Thomas Müller und Matthias Ratke wieder gewählt.

Retaxationen: „ein bisschen wie Lotto“

In seinem Bericht begrüßte Pudimat, dass Retaxationen nun in der Diskussion angekommen seien. Bezugnehmend auf Äußerungen von DAK-Chef Herbert Rebscher in der AZ erklärte Pudimat, es gehe in der Summe nicht um viel Geld, es sei denn, man sei zufällig mit einer drei-, vier- oder fünfstelligen Summe dabei. „Das ist ein bisschen wie Lotto“, folgerte Pudimat und fragte nach der Verhältnismäßigkeit, „Für mich sind und bleiben diese Fälle Diebstahl, wenn es sich um reine Formfehlerretaxe handelt und der Patient korrekt versorgt wurde“, erklärte Pudimat. Das Ausmaß der Retaxationen will der Verband demnächst in einer Mitgliederumfrage ermitteln, um eine Grundlage für die Verhandlungen über einen Rahmenvertrag und das erwartete Schiedsverfahren zu schaffen.

Pudimat sprach in seinem Bericht einen weiteren problematischen Aspekt im Umgang mit den Krankenkassen an. Beim Online-Vertrags-Portal für Hilfsmittel gehe es langsam, aber stetig voran. Doch habe der GKV-Spitzenverband erfolgreich verhindert, dass dabei die Präqualifizierungsdaten im per Gesetz definierten Format der Kassen verwendet werden dürften, kritisierte Pudimat und fragte, ob der Spitzenverband ein unüberblickbares Durcheinander für besser halte. Pudimat folgerte, je weiter solche Organisationen von der Patientenversorgung entfernt seien, desto bürokratischer und politisch schwieriger würden die Entscheidungen.

Aus Mecklenburg-Vorpommern berichtete Pudimat über Verhandlungen mit der AOK Nordost zum Medikationsmanagement. Nach einem Vorläuferprojekt in Wismar gebe es jetzt ein Projekt in Greifswald. Das Konzept sei gemeinsam mit der AOK und der Kassenärztlichen Vereinigung reicht weit gediehen, nun gehe es aber um die Honorierung und dabei „dauert es jetzt schon wieder verdächtig lange“, so Pudimat. „Wir stehen dabei aber auf dem Standpunkt, dass wir regelmäßige intensive pharmazeutische Arbeit nicht für symbolische Schutzgebühren verschleudern können“, erklärte Pudimat.

 


Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


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