Arzneimittel-Entsorgung

„Nie in den Ausguss oder die Toilette!“

Berlin - 23.07.2013, 10:07 Uhr


Wie Arzneimittel richtig entsorgt werden, darüber informiert ein neuer Flyer des baden-württembergischen Umweltministeriums. „Die richtige Entsorgung von Arzneimitteln ist ein wichtiger Beitrag, um die Belastung von Gewässern mit Arzneimittelwirkstoffen und deren Abbauprodukten zu verringern“, heißt es im Faltblatt. Arzneimittel gehörten daher nicht in die Toilette oder den Ausguss, sondern in den Restmüll.

Verantwortungsvolles Handeln fängt laut dem Flyer bereits beim Arzneimittelkauf an: „Vermeiden Sie überflüssige Arzneimittel. Überprüfen Sie den Bestand Ihrer Hausapotheke, bevor Sie neue Medikamente kaufen. Lassen Sie sich beim Kauf über die richtige Packungsgröße beraten.“ Gekaufte, aber nicht eingenommene Arzneimittel sollten dann richtig entsorgt werden. „Denn trotz der zahlreichen, gut ausgebauten Kläranlagen können Arzneimittelrückstände nicht restlos aus dem Abwasser entfernt werden und gelangen so in unsere Gewässer.“ Also ab damit in den Restmüll. Was im Flyer nicht steht: Teilweise nehmen auch Apotheken – auf freiwilliger Basis – Altarzneien zurück.

Ein bundeseinheitliches Rücknahmesystem für Altarzneimittel gibt es derzeit in Deutschland nicht. Im März lehnte der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit einen Antrag der Links-Fraktion ab, der ein von der Pharmaindustrie finanziertes Rücknahmesystem für Altarzneimittel in Verbindung mit einer Rücknahmeverpflichtung der Apotheken vorsah. Im Rahmen einer Anhörung berichtete damals ein Vertreter des Bundesumweltamts, von den momentan zur Verfügung stehenden 3000 Wirkstoffen sei etwa die Hälfte „potenziell umweltschädigend“. Kläranlagen könnten aber nicht alle schädigenden Stoffe aus dem Wasser herausfiltern.

Zum Flyer des Ministeriums gelangen Sie hier.


Juliane Ziegler


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