Neue Option für Kinder mit ADHS

Lisdexamfetamin bessert die Aufmerksamkeit

08.07.2013, 18:55 Uhr


Seit 1. Juni 2013 steht eine weitere Option in der Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zur Verfügung. Lisdexamfetamindimesilat (Elvanse®) ist zugelassen für die Behandlung der ADHS von Kindern ab sechs Jahren, wenn das Ansprechen auf eine Behandlung mit Methylphenidat unzureichend war.

Lisdexamfetamindimesilat ist ein inaktives Prodrug. Es besteht aus Dexamfetamin, das kovalent an die Aminosäure Lysin gebunden ist. Das indirekte Sympathomimetikum Dexamfetamin steht bereits seit Dezember 2011 als Attentin® zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen zur Verfügung. Der Wirkmechanismus bei ADHS ist nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass Dexamfetamin die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin in das präsynaptische Neuron hemmt und die Konzentration der Monoamine im synaptischen Spalt erhöht.

In den zulassungsrelevanten Studien gingen die ADHS-Symptome unter Lisdexamfetamin zurück, und es konnte eine signifikante Verbesserung funktionaler Zielkriterien gezeigt werden. Auch die schulischen Leistungen der Kinder besserten sich signifikant.

Lisdexamfetamin darf nur nach Diagnosestellung durch einen Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen und im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen eingesetzt werden.

Lesen Sie ausführlicher über Lisdexamfetamin in der aktuellen DAZ 2013, Nr. 27, S. 34-35.


Dr. Carolina Kusnick