ED und BPS – gemeinsames Problem vieler Männer:

Eine gleichzeitige Behandlung ist möglich

23.04.2013, 23:59 Uhr


In Deutschland ist jeder 5. Mann über 40 Jahren im Laufe seines Lebens von einer erektilen Dysfunktion (ED) betroffen. Zur Behandlung der ED haben sich PDE 5-Hemmer bewährt, die sich zum Teil deutlich in ihrer Pharmakokinetik unterscheiden. Häufig leiden Männer mit ED auch an Beschwerden des unteren Harntrakts, die auf ein benignes Prostatasyndrom hinweisen können. Seit Kurzem ist die gleichzeitige Behandlung beider Erkrankungen möglich.

Zur Behandlung der ED gelten PDE 5-Hemmer wie Tadalafil bereits seit mehreren Jahren als Standardtherapie. 2010 hat die European Association of Urology auch die Tadalafil-Konstanztherapie (Cialis® 5 mg täglich) in ihre First-Line-Empfehlung zur Behandlung von ED-Patienten aufgenommen[1]. Durch die besondere Pharmakokinetik des Wirkstoffs ist Tadalafil der einzige zugelassene PDE 5-Hemmer, der bei ED eine Konstanztherapie ermöglicht: Tadalafil hat mit bis zu 17,5 Stunden die längste Halbwertszeit der drei in Deutschland verfügbaren PDE 5-Inhibitoren. Bei einer Einnahme des Wirkstoffs bei Bedarf (10 mg, 20 mg) ist sogar ein Wirkzeitfenster von bis zu 36 Stunden möglich.

Tadalafil hemmt das Enzym PDE 5, das für den Abbau von cGMP (Cyclisches Guanosinmonophosphat) verantwortlich ist. Dadurch kann das Blut leichter in die Schwellkörper einströmen und die Erektion kann besser aufrechterhalten werden. In der Regel wird bei täglicher Einnahme von Tadalafil 5 mg innerhalb von fünf Tagen ein konstanter Wirkstoffspiegel aufgebaut[2]. Bei Ansprechen auf die Therapie und sexueller Stimulation kann der Patient die Wirkung jederzeit abrufen und sein Liebesleben zeitlich entkoppelt von der Tabletteneinnahme genießen.

Seit Kurzem ist die Konstanztherapie mit Tadalafil auch zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms zugelassen. BPS geht mit Beschwerden wie häufigem Harndrang oder einem schwächer werdenden Harnstrahl einher. Diese Symptome des unteren Harntrakts treten häufig gemeinsam mit einer ED auf[3]. Mit der Tadalafil-Konstanztherapie steht erstmals eine Behandlungsoption zur Verfügung, die gegen beide Krankheitsbilder eingesetzt werden kann. In einer Untersuchung mit Tamsulosin als aktivem Kontrollarm (keine direkte Vergleichsstudie) hat sich gezeigt, dass der Einfluss auf den IPSS[4] unter Tadalafil ähnlich positiv sein kann wie unter dem α-Blocker, der bisherigen Standardmedikation bei BPS (s. Abb.). Nur mit Tadalafil war aber eine gleichzeitige Verbesserung der Erektionsfähigkeit möglich.[5]

In Studien hat sich die Tadalafil-Konstanztherapie sowohl bei ED als auch bei BPS als wirksame und verträgliche Therapieoption erwiesen[6][7]. Auch wenn beide Erkrankungen gleichzeitig vorliegen, kann die Therapie mit Tadalafil 5 mg täglich eingesetzt werden[8][9]. Somit können sowohl Patienten, die den Wunsch nach einem flexiblen Liebesleben haben, als auch Männer, die gleichzeitig zur ED ein BPS aufweisen, von der Behandlung profitieren.


[1] Hatzimouratidis K et al. Eur Urol 2010; 57: 804-814.

[2] Wrishko R J Sex Med 2009; 6:2039-2048.

[3] Braun M et al. Int J Impot Res 2000;12:305-311.

[4] Beim IPSS (International Prostate Symptom Score) handelt es sich um einen Fragebogen zur Beurteilung der Ausprägung der Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung, die ein BPS bedingen kann.

[5] Oelke M et al. Eur Urol 2012; 61:917-925.

[6] Porst H et al. J Sex Med 2008;5:2160-2169.

[7] Donatucci CF et al. BJU Int 2011; 107:1110-1116.

[8] Porst H et al. Eur Urol 2011; 60:1105-1113.

[9] Egerdie RB et al. J Sex Med 2012; 9:271-281.

  

CIALIS 5 mg/10 mg/20 mg Filmtabletten.

Wirkstoff: Tadalafil. Zusammensetzung: Arzneilich wirksamer Bestandteil: Jede Filmtablette enthält 5 mg/10 mg/20 mg Tadalafi l. Sonstige Bestandteile: Lactose (121 mg/170 mg/233 mg), Croscarmellose-Natrium, Hyprolosem, ikrokristalline Cellulose, Natriumdodecylsulfat, Magnesiumstearat, Hypromellose, Triacetin, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172), Talkum.

Anwendungsgebiete: Zur Behandlung der erektile Dysfunktion bei erwachsenen Männern. Tadalafil kann nur wirken, wenn eine sexuelle Stimulation vorliegt. CIALIS 5 mg auch zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms bei erwachsenen Männern. CIALIS ist nicht angezeigt zur Anwendung bei Frauen. CIALIS darf von Personen unter 18 Jahren nicht eingenommen werden.

Dosierung und Art der Anwendung bei erwachsenen Männern: Erektile Dysfunktion: Empfohlene Dosis: 10 mg. Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten. Bei nicht ausreichender Wirkung können 20 mg versucht werden. Einnahme mindestens 30 min. vor sexueller Aktivität. Maximale Einnahmehäufigkeit: Einmal täglich. Kein regelmäßiger täglicher Gebrauch von CIALIS 10 mg und 20 mg. Bei Patienten, die eine sehr häufige Anwendung von CIALIS erwarten (z. B. mindestens 2 mal pro Woche), kann unter Berücksichtigung der Patientenpräferenz und der Beurteilung durch den Arzt eine tägliche Anwendung von CIALIS 5 mg oder CIALIS 2,5 mg angemessen sein. Empfohlene Dosis für diese Patienten: 5 mg einmal täglich. Einnahme möglichst etwa zur gleichen Zeit. Dosisreduktion je nach individueller Verträglichkeit auf einmal täglich 2,5 mg möglich. Regelmäßige Überprüfung der Angemessenheit der täglichen Dosierung bei kontinuierlicher Anwendung. Benignes Prostatasyndrom: Empfohlene Dosis: 5 mg einmal täglich. Einnahme möglichst etwa zur gleichen Zeit, unabhängig von den Mahlzeiten. Zur Behandlung erwachsener Männer wegen eines benignen Prostatasyndroms als auch auf Grund einer erektilen Dysfunktion beträgt die empfohlene Dosis ebenfalls 5 mg einmal täglich. Einnahme etwa zur gleichen Zeit. Patienten, die Tadalafil 5 mg zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms nicht vertragen, sollten eine alternative Behandlung in Erwägung ziehen, da die Wirksamkeit von Tadalafil 2,5 mg zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms nicht gezeigt wurde. Besondere Patientengruppen: Bei älteren Männern oder Diabetikern sowie bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung ist 10 mg die empfohlene Maximaldosis. Die einmal tägliche Anwendung von Tadalafil wird bei diesen Patienten nicht empfohlen. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen beträgt die empfohlene Dosis 10 mg. Es liegen keine Daten über höhere Dosen als 10 mg vor. Die einmal tägliche Anwendung von CIALIS zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion und eines benignen Prostatasyndroms wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Vor der Verordnung sollte der verschreibende Arzt eine sorgfältige, individuelle Nutzen-Risiko Abwägung durchführen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Tadalafil verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten, daher Anwendung bei Patienten kontraindiziert, die organische Nitrate in jeglicher Form einnehmen. Männer mit kardialen Erkrankungen, denen von sexueller Aktivität abgeraten wird, dürfen CIALIS nicht verwenden. Potentielles kardiales Risiko einer sexuellen Aktivität bei Patienten mit vorbestehender kardiovaskulärer Erkrankung berücksichtigen. Folgende Patientengruppen waren nicht in klinische Studien eingeschlossen und daher ist die Anwendung von Tadalafil kontraindiziert: Patienten mit Herzinfarkt während der vorangegangenen 90 Tage, Patienten mit instabiler Angina pectoris oder einer Angina pectoris, die während einer sexuellen Aktivität auftrat, Patienten mit Herzinsuffizienz Schweregrad II oder höher nach New York Heart Association (NYHA) während der letzten 6 Monate, Patienten mit unkontrollierten Arrhythmien, Hypotonie (<90/50 mm Hg) oder unkontrollierter Hypertonie, Patienten mit einem Schlaganfall während der vorangegangenen 6 Monate. Bei Patienten, die aufgrund einer nicht arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie (NAION) ihre Sehkraft auf einem Auge verloren haben, ist Tadalafil kontraindiziert, unabhängig davon, ob der Sehverlust mit einer vorherigen Einnahme eines PDE5-Hemmers in Zusammenhang stand oder nicht. Warnhinweise: Enthält Lactose-Monohydrat. Patienten mit hereditärer Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollen CIALIS nicht anwenden. Weitere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zur Anwendung, siehe Fachinformation! Nebenwirkungen: Nebenwirkungen aus spontan berichteten Fällen und placebo-kontrollierten klinischen Studien zur Behandlung der erektilen Dysfunktion nach Bedarf bzw. in der täglichen Dosierung und zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms in der täglichen Dosierung. Häufigkeitsangaben gemäß Konvention: Häufig (≥1/100 bis <1/10): Kopfschmerz, Hautrötung, verstopfte Nase, Dyspepsie, gastroösophagealer Reflux, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten. Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Überempfindlichkeitsreaktionen, Schwindel, verschwommenes Sehen, Empfindungen, die als Augenschmerzen beschrieben wurden, Tinnitus, Tachykardie, Palpitationen, Hypotonie[3], Hypertonie, Atemnot, Nasenbluten, abdominale Beschwerden, Hautausschlag, Schwitzen, Hämaturie, Penishämorrhagie, Hämatospermie, Brustschmerz[1]Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000): Angioödem[2] Schlaganfall[1] (einschließlich hämorrhagische Ereignisse), Synkope, vorübergehende ischämische Attacken[1], Migräne[2], Krampfanfälle, vorübergehende Amnesie (Gedächtnisstörung), Gesichtsfeldausfall, Schwellung der Augenlider, Bindehautrötung, nicht arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION)[2], Augenvenenverschluss[2], plötzliche Schwerhörigkeit oder Taubheit, Myokardinfarkt, instabile Angina pectoris[2] ventrikuläre Arrhythmien[2], Urtikaria, Stevens-Johnson Syndrom[2] exfoliative Dermatitis[2], lang andauernde Erektionen, Priapismus[2], Gesichtsödem[2], plötzlicher Herztod[1],[2]. 1) Bei den meisten Patienten waren vorbestehende kardiovaskuläre Risikofaktoren bekannt. 2) Nach Markteinführung berichtete Nebenwirkungen, die nicht in placebo-kontrollierten Studien beobachtet wurden. 3) Vor allem wurde dies berichtet, wenn Tadalafil von Patienten eingenommen wurde, die bereits mit Antihypertensiva behandelt wurden.] Bei einmal täglicher Gabe zur Behandlung der erektilen Dysfunktion gab es eine etwas höhere Inzidenz von EKG Abnormalitäten, in erster Linie Sinusbradykardie. Die meisten dieser EKG-Unregelmäßigkeiten standen nicht im Zusammenhang mit unerwünschten Reaktionen. Daten zu Patienten über 65 Jahren sind begrenzt. In klinischen Studien mit Tadalafil 5 mg in der einmal täglichen Anwendung zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms wurden Schwindel und Diarrhö bei Patienten über 75 Jahren häufiger berichtet. Verschreibungsstatus: Verschreibungspflichtig.

Pharmazeutischer Unternehmer:

Eli Lilly Nederland B.V., Grootslag 1– 5, NL-3991 RA Houten, Niederlande.

Stand: Jan. 2013

DECLS01196 


Ilona Kern


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