3. Boxenstopp bei „Passauer Neue Presse“

Schmidt: Wenn man uns ließe...

Passau - 16.04.2013, 10:27 Uhr


ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hat auf seiner „Roadshow“ die dritte Zeitungsredaktion besucht: Im Interview mit der Passauer Neuen Presse plädierte er für ein neues Vergütungssystem und die Neupositionierung des Berufsstandes. In der Apothekerschaft herrsche eine „tiefe Unzufriedenheit“, erklärte Schmidt – er sprach aber auch von einer gewissen „Larmoyanz“ der Apotheker.

Schmidt sprach sich im Interview für eine selbstbewusste Weiterentwicklung des Berufes in Richtung Patientenbetreuung aus: „Wir müssen auf Augenhöhe mit den Partnern im Gesundheitswesen kommunizieren. Wir brauchen dazu auch gar kein Geheimrezept, wir können den Berufsstand von innen heraus zu neuer Stärke führen.“ Apotheker seien schließlich mehr als Erfüllungsgehilfen der Ärzte und Krankenkassen und könnten mehr, als „Medikamente aus Regalen holen, kurz informieren und kassieren“.

Das würde aus seiner Sicht auch das Problem des derzeit rein packungsabhängigen Vergütungssystems lösen. „Wir müssen bei der Honorierung weg vom Mengenanreiz durch die Packungspauschale hin zum Qualitätsanreiz durch besonders vergütete Dienstleistungen“ – beispielsweise für einen geleisteten Beratungsaufwand. „Wenn man uns ließe, würden viele unerwünschte Auswirkungen falscher Medikamentierung wie Notarztrufe, Klinikaufenthalte, sogar Todesfälle verhindert werden können“, so Schmidt. Diese Leistung bedürfe einer zusätzlichen Vergütung, aber helfe den Patienten und die Kassen könnten sparen.

Zur derzeit geplanten Notdienstpauschale erklärte Schmidt, sie sei zwar nicht kostendeckend, aber immerhin eine akzeptable Anerkennung der Arbeit und ein erster Schritt hin zur packungsunabhängigen Vergütung. Die Forderung nach einer angemessenen Vergütung des Nacht- und Notdienstes war der Anlass für die Redaktionsbesuche des ABDA-Präsidenten. Die „Roadshow“ soll nun fortgesetzt werden, weitere Gespräche mit Regionalzeitungen sind geplant – konkrete Termine dafür stehen noch nicht fest.


Juliane Ziegler


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