GKV-Finanzen

Rabattverträge ersparen Kassen zwei Milliarden Euro

Berlin - 07.03.2013, 15:00 Uhr


Die Sparmaßnahmen im Arzneimittelmarkt haben auch im vergangenen Jahr den Ausgabenanstieg der Krankenkassen in diesem Segment nachhaltig gebremst. Rabattverträge und Zwangsrabatte haben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums den Ausgabenanstieg auf 1,1 Prozent begrenzt. Ohne diese Maßnahmen hätte der Ausgabenanstieg fast im zweistelligen Bereich gelegen.

Die insgesamt moderate Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln hat nach Angaben des BMG zwei wesentliche Ursachen: So verzeichneten die Krankenkassen durch die Rabatt-Vereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmen weitere Entlastungen. Im Vergleich zu 2011 konnten die Einsparungen durch vertraglich vereinbarte Rabatte von 1,63 Milliarden Euro um 450 Millionen Euro auf 2,09 Milliarden Euro erhöht werden. Neben den Rabattvereinbarungen im Bereich nicht patentgeschützter Arzneimittel habe auch die Einführung neuer Festbeträge zu finanziellen Entlastungen in diesem Bereich beigetragen. „Ohne das bis Ende 2013 befristete Preismoratorium und den erhöhten Herstellerrabatt für Nicht-Festbetragsarzneimittel wäre 2012 der Zuwachs im gesamten Arzneimittelbereich im fast zweistelligen Bereich gelegen“, so das BMG.

Insgesamt belaufen sich die Rücklagen des GKV-Sektors nach Angaben des BMG auf den neuen Rekordwert von 28,3 Milliarden Euro. Davon hält der Gesundheitsfonds Reserven von 13,1 Milliarden Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen haben Rücklagen von 15,2 Milliarden Euro angesammelt.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach den vorläufigen Finanzergebnissen im 1. bis 4. Quartal 2012 einen Überschuss von rund 5,07 Milliarden Euro erzielt. Einnahmen in Höhe von 189,6 Milliarden Euro standen Ausgaben in Höhe von 184,5 Milliarden Euro gegenüber. Die Einnahmen der Kassen erhöhten sich im Vorjahresvergleich um sechs Milliarden Euro (plus 3,2 Prozent), die Ausgaben sind um 4,9 Milliarden Euro (plus 2,7 Prozent) gestiegen. Der Gesundheitsfonds erzielte 2012 einen Überschuss von rund 3,55 Milliarden Euro Euro. Auf der Einnahmeseite machte sich - wie in den anderen Sozialversicherungszweigen - bemerkbar, dass die Entwicklung bei Beschäftigung und Löhnen im Jahresdurchschnitt 2012 trotz einer nachlassenden gesamtwirtschaftlichen Dynamik positiv verlief.

Mit einem Betrag von insgesamt 4,5 Milliarden Euro müssen sich die gesetzlichen Krankenversicherung an der Konsolidierung des Bundeshaushalts beteiligen. Dafür werde der Bundeszuschuss um 2,5 Milliarden Euro in 2013 und um zwei Milliarden Euro in 2014 abgesenkt und aus Mitteln der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds finanziert. Ab 2015 werd der pauschale Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen wieder auf 14 Milliarden Euro ansteigen, so das BMG. 


Lothar Klein


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