Festnahme in Österreich

Wiener Apotheker versorgte Dealer

Wien - 20.10.2011, 11:41 Uhr


Ein 54-jähriger Wiener Apotheker soll einem Dealer gegen Vorlage gefälschter Rezepte über 76.000 Tabletten verkauft haben. Der Mann wurde in Wien verhaftet. Laut Polizei wollte er so den Umsatz seiner Apotheke steigern.

Der Apotheker verkaufte dem verdächtigen Dealer laut Polizei innerhalb von zwei Jahren rund 65.700 Somnubene- und 10.950 Rohypnoltabletten. Der Apotheker hätte die Absicht seines „Geschäftspartners“ laut Polizei längst erkennen müssen: Bis zu 200 Somnubene- und 30 Rohypnoltabletten hätte der Dealer täglich geholt. „Das muss einem Apotheker schon auffallen, dass man 200 Stück täglich nicht nehmen kann“, hieß es laut ORF von der Polizei. Die Tagesdosis bei solchen Medikamenten beträgt ein bis maximal zwei Tabletten.

Der Apotheker hätte den Missbrauch melden müssen, so die Ermittler. Auch, dass die Rezepte gefälscht waren - sie wurden mit einem Farbkopierer hergestellt -, hätte der Pharmazeut leicht erkennen müssen, „wenn er besser hingesehen hätte“. Gegen den Apotheker wird nun wegen Verdachts auf gewerbsmäßigen Handel mit suchtmittelhaltigen Tabletten ermittelt.

Der 52-jährige mutmaßliche Dealer war bereits im Sommer dieses Jahres festgenommen worden. Bei ihm habe es sich laut Polizei um einen Hauptlieferanten gehandelt, der seinerseits Händler in ganz Österreich versorgte.


Lothar Klein


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