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Neues zu SARS-CoV-2 in Kürze

mab | Aktuell ist noch kein auf dem Markt befindlicher COVID-19-Impfstoff für eine dritte Dosis zugelassen. Die Gesundheitsministerkonferenz hat bereits Anfang August eine solche Boosterung befürwortet, die Empfehlung der STIKO stand bisher aus. Das hat sich vor wenigen Tagen geändert.
Grafik: GEMINI / AdobeStock

Wir haben im Folgenden wichtige Meldungen der vergangenen Woche für Sie zusammengefasst.

Keine altersabhängige STIKO- Impfempfehlung für dritte Dosis

Anfang August hatte sich die Gesundheitsministerkonferenz für eine Auffrischimpfung für bestimmte Personengruppen ausgesprochen. Diese soll sechs Monate nach vollständiger Immunisierung erfolgen. Seit rund drei Wochen ist daher die Boosterung für Senioren und immungeschwächte Menschen bereits ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission STIKO zu haben. Jetzt hat sich auch die Kommission diesbezüglich geäußert. So sieht die STIKO aktuell keinen Anlass, generell alle Personen über 60 Jahren mit einer dritten Dosis zu boostern, wohl aber Personen mit Immundefekten oder Erkrankungen, die immunsuppressiv behandelt werden. Laut STIKO-Vorsitzendem Thomas Mertens muss aber auch in dieser Gruppe je nach Ausmaß der Immunsuppression differenziert werden, wann eine Auffrischimpfung notwendig ist. Eine altersabhängige STIKO-Empfehlung für die dritte Dosis soll es vorerst nicht geben. Hier will die STIKO zunächst zusammen mit dem Robert Koch-Institut auswerten, wie häufig Erkrankungen in höheren Altersgruppen auftreten und wie diese verlaufen. „Sollte sich herausstellen, dass es ab einem bestimmten Alter gehäuft zu Impfdurchbrüchen kommt, könnte es auch zu einer allgemeinen Impfempfehlung etwa ab 60, 70 oder 80 Jahren kommen“, sagte STIKO-Mitglied Fred Zepp. In den kommenden Tagen soll die STIKO-Empfehlung veröffentlicht werden und ist dann auch gültig [dpa-Meldung, 24. September 2021].

Remdesivir nützt auch ambulanten COVID-19-Patienten

Remdesivir (Veklury®) blockiert die virale RNA-Polymerase und verhindert so die Replikation von SARS-CoV-2. Das Virustatikum ist zur COVID-19-Behandlung von Erwachsenen und Kindern ab zwölf Jahren zugelassen, die eine Pneumonie haben und bereits Sauerstoff benötigen. Dass auch nicht hospitalisierte COVID-19-Patienten mit hohem Risiko für schwere Verläufe möglicherweise von dem Nukleosidanalogon profitieren könnten, verkündete Gilead vor wenigen Tagen in einer Pressemitteilung. In einer doppelblinden, multizentrischen Phase-III-Studie hatten die 562 Probanden über drei Tage 1 : 1 randomisiert entweder Remdesivir oder Placebo er­halten. Als primärer zusammengesetzter Endpunkt galten eine Krankenhauseinweisung oder Tod aufgrund der COVID-19-Erkrankung nach 28 Tagen. Dieser trat bei 0,7% der Probanden in der Remdesivir-Gruppe und 5,3% in der Placebo-Gruppe auf, was einer rechnerischen signifikanten Risikoreduktion von 87% entspricht [Pressemitteilung Gilead 22. September 2021].

mRNA-Impfstoff für Kinder

Biontech/Pfizer hat vor wenigen Tagen erste Daten der Phase-II/III-Studie der Vakzine für Kinder an 2268 Probanden im Alter zwischen fünf und elf Jahren bekannt gegeben. Der Impfstoff enthält mit 10 μg ein Drittel der mRNA-Menge von Comirnaty® und wird zweimalig im Abstand von 21 Tagen verimpft. Einen Monat nach der zweiten Dosis wiesen die Kinder mit einem durchschnittlichen Titer von 1197,6 an neutralisierenden Antikörpern eine ähnlich robuste Immunantwort auf wie junge Erwachsene, die zweimalig mit Comirnaty® geimpft worden waren (durchschnittlicher Antikörper-Titer 1146,5). Der Impfstoff wurde von den Kindern gut vertragen und zeigte ähnliche Nebenwirkungen wie Comirnaty® [Pressemitteilung Biontech/Pfizer, 20. September 2021].

Über den Nutzen von Masken in der Schule

In Deutschland sind auch in den letzten Bundesländern vor wenigen Tagen die Sommerferien zu Ende gegangen. Das bedeutet für viele Schüler Maskenpflicht im Unterricht. Inwiefern das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Schüler und Lehrer vor COVID-19-Erkrankungen schützt, hat die amerikanische Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) untersucht und hat dafür die Daten von 1020 Schulen über den Zeitraum von Mitte Juli 2021 bis Ende August 2021 ausgewertet. 21 Schulen, in denen innerhalb von weniger als sieben Tagen nach Ende der Ferien laborbestätigte COVID-19-Erkrankungen aufgetreten waren, wurden ausgeschlossen. Die übrigen Schulen wurden unterteilt nach einer frühen Maskenpflicht von Anbeginn des Schuljahres (21%), einer späten Maskenpflicht durchschnittlich 15 Tage nach Schulbeginn (30,9%) und keiner Maskenpflicht (48%). In den sechs Auswertungswochen traten insgesamt 191 SARS-CoV-2-Infektionen auf. Der größte Teil (59,2%) davon war in Schulen ohne Maskenpflicht oder mit später Maskenpflicht (32,5%) aufgetreten. Im Vergleich zu Schulen, die gleich zu Beginn eine Maskenpflicht einführten, hatten Lehrer und Schüler ohne Maskenpflicht demnach ein um den Faktor 3,7 höheres Risiko, an COVID-19 zu erkranken [Jehn M et al. MMWR 2021. Vol. 70].

Nestschutz für das Ungeborene

Eine COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft soll in erster Linie die werdende Mutter vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen. Dass aber auch das Neugeborene davon profitiert, zeigen neue Daten. Dazu wurden die IgG-Spiegel gegen das Spike-Protein im Nabelschnurblut von 36 Neugeborenen bestimmt, deren Mütter durchschnittlich 13 Wochen vor Entbindung mindestens eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs von Moderna oder Biontech/Pfizer erhalten hatten. Bei 34 Proben fanden die Wissenschaftler Antikörper-Titer über 250 U/ml, die zwei übrigen lagen zwischen 201 und 249 U/ml. Da keine Antikörper gegen das Nukleosid von SARS-CoV-2 gefunden wurden, kann man davon ausgehen, dass alle IgG aufgrund der Impfung entstanden sind. Wie lange und wie stark diese Antikörper das Neu­geborene schützen, soll nun ermittelt werden [Trostle M et al. American Journal of Obstetrics & Gynecology 2021. doi: 10.1016/j.ajogmf.2021.100481]. |

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