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Schweizer Apotheker besorgt

Präsident des Schweizer Apothekerverbands: Zur Rose ist ein rein gewinnorientiertes Marktmodell

daz | Der Schweizer Pharmahandelskonzern ist an die Börse gegangen, um Geld für die weitere Expansion einzutreiben. In Deutschland soll Konzerntochter DocMorris den Rx-Markt erobern, in der Schweiz ist das Unternehmen jetzt ins Vor-Ort-Geschäft eingestiegen und kooperiert mit Krankenkassen und dem Supermarktkonzern Migros. Das sehen auch die Schweizer Apotheker mit Sorge, erklärt Fabian Vaucher, Präsident des Schweizer Apothekerverbandes pharmaSuisse im DAZ.online-Interview.

Noch habe die Schweiz eine ausreichend gute Versorgung mit Apotheken, sagt Vaucher. Allerdings seien 26 Prozent der Schweizer Apotheken wirtschaftlich bedroht – „und das liegt auch an den aggressiven Werbe- und Kooperationsstrategien der Versandapotheken“. Das Vorgehen einiger Krankenkassen, die Zur Rose sogar noch unterstützten, sei „für uns Apotheker ein Affront“. Denn eigentlich sollten die Krankenkassen wissen, dass nur die Beratung durch einen Apotheker die Therapietreue der Versicherten verbessern kann.

Vaucher ist überzeugt: Anders als in der Schweiz aktive Apothekenketten, die auch Mitglied bei pharma-suisse sind, war Zur Rose „von Beginn her ein durch ärztliche Investoren betriebenes disruptives Konzept mit dem Ziel, das Geschäft der stationären Präsenzapotheke mit Patientenkontakt gezielt zu übernehmen“.

Auch die Aktivitäten von Zur Rose/DocMorris in Deutschland sind laut Vaucher „ein rein gewinnorientiertes Marktmodell ohne Fokus auf die Versorgung der Patienten und der Regionen“. In der Schweiz müsse ein Arzneimittel-Paket an den Patienten einen Gesamtwert von mindestens 200 Schweizer Franken ausweisen, damit es für den Versandhandel kostendeckend ist. Vaucher schließt daraus: „Also funktioniert das Modell nur mit gezielter Rosinenpickerei!“

Das gesamte Interview mit Fabian Vaucher finden Sie auf DAZ.online, ­indem Sie den Webcode I7KY3 in das Suche-Feld eingeben. |

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