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Verlängerung der PTA-Ausbildung?

Zweiter Runder Tisch sucht einen Konsens

Am 17. März trafen sich in Berlin Vertreter von ADEXA und BVpta, PTA-Schulen, Kammern und Verbänden sowie der ABDA zum zweiten Runden Tisch über die PTA-Ausbildung. Die meisten Teilnehmer sprachen sich für ein einjähriges Praktikum mit begleitendem Unterricht und verpflichtender tariflicher Ausbildungsvergütung aus.

Ergebnisse zweier Umfragen

Dr. Frank Dombeck von der Apothekerkammer Niedersachsen präsentierte Zahlen, die bei ausbildenden Apothekern, PTA-Lehrkräften, fertigen PTA und PTA-Schülern erhoben wurden.* 60 Prozent der Schüler befürworten „unbedingt“ eine Ausweitung auf drei Jahre, bei den fertigen PTA sind es 51 Prozent und bei den Apothekern 73 Prozent. Dagegen lehnen 77 Prozent der Lehrkräfte eine Verlängerung ab.

Michaela Freudenfeld, die Leiterin des ADEXA-Referats Schulen & Unis, er­läuterte, wie die über 900 Teilnehmer einer bundesweiten Online-Umfrage (PTA-Schülerinnen, PTA-Praktikantinnen und junge PTA kurz nach ihrer Ausbildung) ihre Ausbildung bewerten und sich zur Ausbildungsverlängerung geäußert haben. Obwohl 68 Prozent der Befragten Schulgeld zahl(t)en (54% über 150 Euro bis 300 Euro), sprechen sich 53 Prozent für eine Verlängerung der Schulzeit um sechs weitere Monate aus. 21 Prozent favorisieren ein längeres Praktikum. Sechs Prozent ist es egal, welcher Teil der Ausbildung verlängert würde (insgesamt 80% sind ­also für eine Verlängerung). Nur 14 Prozent lehnen eine Verlängerung ab. 69 Prozent geben an, die Zeit zum Bewältigen des Lernstoffs sei zu kurz (mehr zur Umfrage in DAZ 13).

Foto: ADEXA

Gruppenfoto vom zweiten Runden Tisch zur PTA-Ausbildung.

Positionen der Institutionen

Hinsichtlich der Gründe für eine Novellierung waren sich die Teilnehmer des Runden Tisches weitgehend einig: Zum einen sind es Veränderungen in den Tätigkeiten der PTA und bei den Rahmenbedingungen der öffentlichen Apotheken. Zum anderen ist es der drohende Fachkräftemangel, der nur durch eine Steigerung der Attraktivität von Ausbildung und Beruf abgewendet werden kann. Auch der Wunsch nach bundeseinheitlichen Rahmenlehr­plänen ist weit verbreitet.

Was die Länge der Ausbildung angeht, hatte dagegen eine Abfrage vor der Veranstaltung ein sehr heterogenes Meinungsbild ergeben – so wie auch schon beim ersten Runden Tisch. Dabei haben sich vier alternative Modelle herauskristallisiert:

a) Kontra jegliche Verlängerung: Hier soll lediglich durch Kürzung und Neustrukturierung Platz für neue Lerninhalte geschaffen werden.

b) Pro Verlängerung der Schulzeit: Sechs Monate mehr Schule sollen Kapazität für neue Inhalte schaffen.

c) Pro Verlängerung des Praktikums ohne zusätzlichen Unterricht: Damit soll die Praxis gestärkt werden, ­ohne dass Schüler länger Schulgeld zahlen.

d) Pro Verlängerung des Praktikums, aber zur Qualitätssicherung bei ­begleitendem Unterricht z. B. durch Kammer oder Schulen.

Da sich der heterogene Eindruck auch in der Diskussion in Berlin bestätigte, wurden die Widerstände der Vertreter gegen diese vier relevanten Vorschläge zur Neuordnung ermittelt. Die höchste Akzeptanz und die niedrigsten Widerstände gab es für die Variante d).

Allerdings wurde auch klar, dass ­ABDA/BAK und einzelne Kammern sich an das Votum der ABDA-Mitgliederversammlung gebunden fühlen und insofern keinen Spielraum für einen anderslautenden Konsens sehen – im ­Gegensatz zu den Interessenvertretern der PTA, die eigentlich eine Verlängerung der Schulzeit wünschen.

Am Nachmittag wurde in zwei Arbeitsgruppen über die Imagewerbung für den PTA-Beruf bzw. über die Lern­inhalte der PTA-Ausbildung diskutiert: Was ist entbehrlich? Was muss ergänzt werden? ADEXA bedankt sich herzlich bei Reinhild Berger für die empathische Moderation der Veranstaltung. |

Dr. Sigrid Joachimsthaler

* Umfrage Niedersachsen: 107 Schüler, 75 PTA, 128 Apotheker, 39 Lehrer/Schulleiter.

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