Prisma

Grüner Tee schützt das Herz

(hel). Der tägliche Genuss von zwei Litern Grünem Tee kann bei erblichen und altersbedingten Formen der Amyloidose, bei der sich fehlgebildete Eiweiße unter anderem im Herzen ansammeln und schließlich zum Herzversagen führen, weitere Herzschäden verhindern.

Bei allen Amyloidose-Formen lagern sich körpereigene, aber fehlgebildete Eiweiße als unlösliche Fäden (Amyloid) in verschiedenen Organen ab und schädigen diese dauerhaft. Einzige Therapie bei einigen erblichen Erkrankungsformen, bei denen das veränderte Eiweiß hauptsächlich in der Leber entsteht, ist die Lebertransplantation. Ansonsten können lediglich die Folgen, beispielsweise die fortschreitende Herzschwäche, Nervenschäden oder Funktionsstörungen einzelner Organe, behandelt werden. Bisher gibt es kein Verfahren, bereits abgelagertes Amyloid wieder zu lösen. Wie lange die Patienten mit erblicher oder altersbedingter Amyloidose überleben, hängt wesentlich vom Ausmaß des Herzbefalls ab. Im Rahmen einer Studie tranken 19 schwerkranke Patienten im Alter zwischen 64 und 68 Jahren ein Jahr lang täglich zwei Liter Grünen Tee oder nahmen Kapseln mit Grüntee-Extrakt ein. In dieser Zeit lagerte sich bei den meisten Patienten kein weiteres Amyloid im Herzen ab, vorhandene Ablagerungen wurden in geringem Maße abgebaut. Die Patienten nahmen während der Studiendauer weiterhin ihre Medikamente zur Unterstützung des Herzens ein.

Von den 19 Studienteilnehmern verstarben zwei an den Folgen der Amyloidose, drei weitere schieden aus anderen Gründen aus der Studie aus. Nach einem Jahr hatte sich bei keinem der verbliebenen 14 Patienten die Herzfunktion weiter verschlechtert. Die Dicke der Herzscheidewand verringerte sich durchschnittlich um 6,5 Prozent; nur bei einem Patienten war ein Zuwachs zu verzeichnen. Die Masse des linken Herzmuskels, ein Indikator für die abgelagerte Amyloidmenge, blieb im Mittel gleich: Sie verringerte sich bei neun Patienten – ein Zeichen dafür, dass sich das Herz erholte – und nahm bei drei Patienten weiter zu.

Im Reagenzglas oder bei Tierversuchen verhindert Epigallocatechingallat, ein Inhaltsstoff des Grünen Tees, dass sich fehlgebildete Eiweiße zu Amyloid zusammenlagern, und kann Eiweißklumpen sogar wieder auflösen.


Quelle: Kristen AV, et al. Clin Res Cardiol 2012;101(10):805 – 13.



DAZ 2013, Nr. 10, S. 8

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