Aus Vorsicht: Briten unter 40 bekommen Alternative zu Astrazeneca

Die Corona-News des Tages

07.05.2021, 06:57 Uhr

(Bild: dottedyeti / AdobeStock)

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WHO-Notfallzulassung für chinesischen Corona-Impfstoff von Sinopharm / Indische Corona-Variante gilt in England nun als „besorgniserregend“ / Arme Länder müssen wegen Krise in Indien länger auf Impfstoff warten / Bundesregierung steht Freigabe von Impfpatenten skeptisch gegenüber / EU-Arzneibehörde untersucht neue COVID-19-Therapie / Merkel: Corona-Impfung für Jüngere soll schnell kommen / RKI-Chef gegen schnelle Lockerungen / Spahn: Kommende Woche eine Million AstraZeneca-Dosen ohne Priorität / Umfrage: Mehrheit gegen sofortige Lockerungen für Geimpfte 

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

US-Forscher schätzen Corona-Todesfälle weltweit auf 6,9 Millionen / Biontech und Pfizer beantragen vollständige US-Zulassung / Handel fordert Wiedereröffnung aller Geschäfte / Spahn warnt vor zu schnellen Öffnungen / Mehr als 31 Prozent der Bürger gegen Corona erstgeimpft / In den USA bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht / FDP-Chef: Freigabe von Impfstoff-Patenten schwächt Entwicklung / England will Maskenpflicht in Schulen aufheben

17:24

WHO-Notfallzulassung für chinesischen Corona-Impfstoff von Sinopharm

Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für den chinesischen Corona-Impfstoff von Sinopharm eine Notfallzulassung erteilt, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf sagte. So können UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen.

16:38

Indische Corona-Variante gilt in England nun als „besorgniserregend“ 

London (dpa) - Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617.2 gilt in England nun als «besorgniserregend». Man habe diese Variante als «Variant of Concern» eingestuft, da sie sich als ansteckender erwiesen habe als andere, erklärte Susan Hopkins von der Gesundheitsbehörde Public Health England am Freitag in London. Es gebe allerdings noch keine ausreichenden Daten dazu, ob die Variante auch schwerere Erkrankungen auslöse oder die Wirkung von Impfstoffen schwäche.

Derzeit sind in Großbritannien 520 Fälle der Variante bekannt, in der vergangenen Woche waren es noch 202. Zwei weitere in Indien entdeckte Varianten - B.1.617.1. und B.1.617.3 - bleiben in England weiterhin unter Beobachtung.

15:25

Arme Länder müssen wegen Krise in Indien länger auf Impfstoff warten

Genf (dpa) - Die verheerende Corona-Krise in Indien hat auch für ärmere Länder im Rest der Welt gravierende Folgen. Sie erhalten versprochene Impfdosen nicht, weil Indien die Produktion aus dem indischen Serum-Institut nun selbst beansprucht. Dort hatte das internationale Impfprogramm Covax, auf das sich viele ärmere Länder bei der Versorgung mit Impfstoff verlassen, einen großen Teil seiner Impfdosen bestellt. «Covax rechnet nicht mehr damit, dass die Lieferung von Impfdosen aus dem Serum-Institut im Mai wieder aufgenommen werden», sagte eine Sprecherin der Impfinitiative Gavi, die Covax managt, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Genf.

Bis Mai hätte das Serum-Institut laut Verträgen 110 Millionen Impfdosen an Covax liefern sollen. Es kamen aber nur 20 Millionen an. Covax hofft, die nun leer ausgehenden Empfängerländer bis spätestens Juni beliefern zu können, wie die Sprecherin sagte. Wichtig sei, Menschen zu versorgen, die bereits die erste Dosis des Impfstoffs von AstraZeneca erhalten haben. Dafür fehlten noch 20 Millionen Dosen. Covax hat auch bei anderen AstraZeneca-Lieferanten bestellt.

Die Impfinitiative appellierte an Länder mit großen Impfstoff-Depots, Dosen an Covax abzugeben. Covax will bis Ende 2021 mindestens zwei Milliarden Impfdosen ausliefern. Bis 7. Mai wurden 54 Millionen Impfdosen an 121 Länder verteilt. Gavi hat mit den US-Herstellern Moderna und Novavax gerade Verträge über 850 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Die ersten Lieferungen sollen im Oktober kommen.

14:43

EU-Arzneibehörde untersucht neue COVID-19-Therapie

Amsterdam (dpa) - Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Prüfung eines Medikaments zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Gang gesetzt. Studienergebnisse des Antikörpers Sotrovimab würden nach dem beschleunigten Rolling-Review-Verfahren bewertet, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Das Präparat wird von dem britischen Hersteller GlaxoSmithKline gemeinsam mit dem US-Unternehmen Vir Biotechnology produziert.

Erste Ergebnisse von Studien deuten nach Angaben der EMA darauf hin, dass das Mittel einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung und damit Krankenhausaufnahme und auch Tod verhindern könne. Da die EMA aber noch nicht alle Daten erhalten habe, könne man Nutzen und Risiken noch nicht gegeneinander abwägen. Wie lange die Prüfung dauern wird, ist unklar.

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Viel Rückenwind für Antikörpercocktails

Im Rolling Review-Verfahren werden Daten bereits bewertet, bevor die Studien abgeschlossen sind und ein Antrag auf Marktzulassung gestellt wurde. Die Experten der EMA prüfen bereits drei weitere Antikörper-Mittel gegen Covid-19. Bisher ist Remdesivir das einzige Medikament, das die Behörde zur Behandlung von Covid-19 zugelassen hat.

13:37

Biontech und Pfizer beantragen vollständige US-Zulassung

New York (dpa) - Die Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer wollen in den USA eigenen Angaben zufolge die vollständige Zulassung ihres Covid-Vakzins für alle Menschen über 16 erreichen. Die Firmen aus Deutschland und den USA begannen nach Angaben vom Freitag den Prozess der Einreichung bei der zuständigen US-Behörde FDA und beantragten eine bevorzugte Prüfung. Bis zur abschließenden Entscheidung könnte es Wochen oder Monate dauern.

Bislang hat der sehr erfolgreiche und effektive Impfstoff von Biontech/Pfizer in Amerika eine Notfallzulassung und wurde bereits mehr als 130 Millionen Mal gespritzt. Die Firmen bemühen sich auch um eine Zulassung für die Altersgruppe von 12 bis 15.

13:28

Aus Vorsicht: Briten unter 40 bekommen Alternative zu AstraZeneca

London (dpa) - Wegen der Gefahr seltener Blutgerinnsel sollen Menschen unter 40 Jahren in Großbritannien künftig bevorzugt eine Alternative zum Corona-Impfstoff von AstraZeneca erhalten. Das teilten die britische Impfkommission JCVI und die Arzneimittelbehörde MHRA am Freitag mit.

Jüngsten Zahlen zufolge sind in Großbritannien bis Ende April 49 Menschen infolge von seltenen Blutgerinnseln in Verbindung mit einer geringen Zahl an Blutplättchen nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben. Insgesamt traten die Symptome bei 242 Menschen nach einer ersten Impfung mit AstraZeneca auf. Bis Ende April erhielten laut Behördenangaben in Großbritannien 22,6 Millionen Menschen eine erste Impfung mit AstraZeneca.

Wie die Arzneimittelbehörde weiter mitteilte, gibt es nun auch in Großbritannien Hinweise, dass Frauen stärker von den Blutgerinnseln betroffen sind als Männer. Auch dort zeigt sich nun, dass die Fälle häufiger bei jüngeren Menschen auftreten als bei Älteren. Das müsse berücksichtigt werden beim Einsatz des Mittels, hieß es in einem MHRA-Bericht. Ihre grundsätzliche Empfehlung für den Impfstoff für alle Altersgruppen änderten die britischen Behörden jedoch nicht. Die Vorteile einer Impfung überwiegen demnach weiterhin die Risiken für die Mehrzahl der Menschen.

In Deutschland wird AstraZeneca nur für die Altersgruppe der über 60-Jährigen empfohlen. Jüngere Menschen können sich das Mittel aber auf eigene Gefahr spritzen lassen, eine Priorisierung für stärker von Covid-19 gefährdete Gruppen gibt es hier nicht mehr.

13:12

Merkel: Corona-Impfung für Jüngere soll schnell kommen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bekräftigt, dass Kinder und Jugendliche nach Zulassung von Corona-Impfstoffen für ihre Altersgruppe beim Impfen schnell an die Reihe kommen sollen. "Wir wollen ja sowieso dann ab Anfang Juni die Priorisierung aufheben. Aber wir werden auch mit den Ländern darüber sprechen: "Wie können wir möglichst sicherstellen, dass dann die jungen Leute auch schnell drankommen?", sagte Merkel am Freitag bei einer Online-Diskussion im Rahmen von sogenannten Jugendpolitiktagen.

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten kürzlich bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Präparats für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Merkel zeigte sich sehr zuversichtlich: "Das wird sicherlich sehr zeitnah passieren." Gerade junge Menschen hätten "eine große Mobilität und einen berechtigten Anspruch darauf, sich zu bewegen und auch sicher zu sein", betonte die Kanzlerin. "Deshalb werden wir alles daran setzen - in Abhängigkeit natürlich von den verfügbaren Impfdosen -, diese Gruppe nicht aus dem Auge zu verlieren." Merkel warnte aber auch davor, Ältere zu vergessen, die noch nicht geimpft sind.

Die CDU-Politikerin bedankte sich bei Kindern und Jugendlichen für Solidarität in der Pandemie. "Das sind große, große Einschränkungen, die da sind, das Lernen, das Alleinsein", sagte sie mit Blick auf die Kontaktbeschränkungen. Trotz großer Löcher im Haushalt und hoher Ausgaben durch Corona mahnte sie, "die Bedürfnisse von jungen Leuten, von Kindern, nicht zu vergessen, sondern im Mittelpunkt zu behalten".

11:22

Spahn: Kommende Woche eine Million Astrazeneca-Dosen ohne Priorität

Berlin (dpa) - In der kommenden Woche sollen eine Million AstraZeneca-Dosen an die Arztpraxen in Deutschland geliefert werden, die dann ohne Priorisierung vergeben werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin an. Am Vortag hatten Bund und Länder die Priorisierung mit einer festen Vorrangliste für diesen Impfstoff aufgehoben. Künftig ist es dem Arzt in Absprache mit dem Impfling auch freigestellt, den Abstand für eine AstraZeneca-Zweitimpfung von zwölf auf bis zu vier Wochen zu verkürzen.

Spahn betonte: «Die Wirksamkeit ist umso höher, desto länger der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung ist.» Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liegt laut Studien bei 50,4 Prozent, bei zwölf und mehr Wochen bei bis zu 82,4 Prozent. Auf die Frage, ob mit einer Verkürzung des Intervalls die Urlaubsplanung von Impfwilligen zulasten der Wirksamkeit unterstützt werden soll, verteidigte Spahn den Schritt: Viele wollten sich augenscheinlich derzeit nicht mit AstraZeneca impfen lassen, weil sie dann erst im August den vollen Impfschutz bekommen. Da auch die Erstimpfung schon gegen das Virus schütze, sei so eine geringere Akzeptanz aber für die Pandemiebekämpfung insgesamt nicht gut. «In dieser Phase der Pandemie haben wir ein großes Interesse daran, dass viele Menschen sich impfen lassen.»

Die Freigabe von AstraZeneca sei besonders für diejenigen attraktiv, «die nicht so schnell an eine Impfung kommen würden.» Aber angesichts der beschränkten Liefermengen gelte auch weiter: «Es können nicht innerhalb von drei oder fünf Tagen oder auch von zwei Wochen alle geimpft werden.» Bei den Über-60-Jährigen seien je nach Bundesland nun rund 70 Prozent der Bevölkerung geimpft. Empfohlen wird das AstraZeneca-Präparat nach Bekanntwerden von sehr seltenen schweren Nebenwirkungen vor allem bei jüngeren Frauen für Menschen ab 60. Aber auch Jüngere können sich damit impfen lassen.

11:22

Laschet: Geimpfte sollen mit Lockerung verantwortungsvoll umgehen

BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts der Lockerung von Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgerufen. "Jetzt befinden wir uns in einer sehr kritischen Phase der Pandemie, eine Phase, in der dieser Zusammenhalt leicht gefährdet werden könnte", sagte der CDU-Chef am Freitag im Bundesrat in Berlin. "Dazu brauchen wir einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Glück", forderte der Unions-Kanzlerkandidat von vollständig Geimpften. Wenn sie Menschen begegnen, "die noch auf die Impfung hoffen", sollten sie ihnen mit einer "Geste des Respekt" begegnen und nicht mit "triumphalistischem Überschwang".

Die Priorisierung der Corona-Schutzimpfungen verteidigte Laschet unterdessen. Es sei richtig gewesen, zunächst eine "Brandmauer der Impfung um die Betagten und besonders Vulnerablen" zu ziehen, sagte er. Seiner Einschätzung nach ist es weiterhin wichtig, etwa an der Bevorzugung von Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel oder von Lehrerinnen und Lehrern an weiterführenden Schulen festzuhalten.

Laut Verordnung fallen nun etwa Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene weg. Bei Treffen mit anderen Personen werden sie nicht mitgezählt. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl Geimpfter treffen.

Einen Tag nach dem Bundestag passierte die entsprechende Verordnung auch den Bundesrat. Sie sei "richtig" und "geboten", sagte Laschet. Wenn die Verordnung zügig im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird, könnten die Lockerungen bereits am Wochenende gelten.

10:50

RKI-Chef gegen schnelle Lockerungen – „Ballon unter Wasser halten“

Berlin (dpa) - Trotz der Fortschritte bei der Pandemiebekämpfung dringt der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) auf Geduld und vorsichtige Öffnungsschritte. Die gegenwärtige Entwicklung mit sinkenden Inzidenzen, leicht sinkender Belegung der Intensivstation und immer mehr Impfungen gebe Hoffnung, «dass wir die Pandemie bald kontrollieren können», sagte Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Dennoch blieben noch Maßnahmen zur Kontaktreduktion und die Einhaltung der Regeln nötig.

«Die Pandemie ist quasi wie ein prall gefüllter Luftballon, den wir zusammen unter der Wasseroberfläche halten.» Das sei ein gemeinsamer Kraftakt. Würden schlagartig alle Maßnahmen aufgehoben, breite sich das Virus wieder rasant aus. «Um im Bild zu bleiben: Wenn wir den Ballon jetzt loslassen, springt er über die Wasseroberfläche. Wir dürfen also nicht ungezielt lockern.»

Mit zunehmenden Impfungen von Woche zu Woche könnten aber nach und nach auch einzelne Maßnahmen zurückgenommen werden. «Der Ballon verliert sozusagen langsam Luft, und es braucht aber immer weniger Kraft, ihn unten zu halten.» Noch habe der Ballon aber genug Luft. «Zügig impfen, kontrolliert öffnen», betonte Wieler.

«Die steigende Impfquote wird in absehbarer Zeit sehr spürbare Erleichterungen bringen», stellte Wieler in Aussicht. Bis man aber weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten könne, müsse der Anteil der immunen Menschen in der Bevölkerung deutlich über 80 Prozent liegen. Auch dann werde es noch Infektionen und Ausbrüche geben, aber keine Wellen mehr. «Dann haben wir die Pandemie unter Kontrolle», sagte Wieler.

Auf den Intensivstationen gebe es bisher nur einen Rückgang der Patientenzahlen bei den leichteren Covid-19-Fällen, so der RKI-Chef. Über 70 Prozent der Intensivbereiche meldeten begrenzte oder ausgelastete Kapazitäten. «Das sind Höchstwerte in dieser Pandemie.»

10:34

Spahn warnt vor zu schnellen Öffnungen

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor Sorglosigkeit aufgrund der sinkenden Corona-Infektionszahlen gewarnt. «Die dritte Welle scheint gebrochen», sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Wegen des umsichtigen Verhaltens der Bürgerinnen und Bürger und der Wirkung der Bundesnotbremse sänken die Infektionszahlen. Aber sie befänden sich noch immer auf hohem Niveau. Nun müsse der Abwärtstrend verstetigt und ein Wiederanstieg der Zahlen verhindert werden. «Das geht aber nicht mit vorschnellen Lockerungen. Zu viele öffnen gerade ziemlich viel bei relativ hoher Ausgangsinzidenz», sagte Spahn.

Der Minister mahnte: «Jetzt geht's darum, in den nächsten Wochen noch gemeinsam durchzuhalten. Wir reden tatsächlich ja jetzt noch eher über Wochen oder wenige Monate.» Spahn betonte: «In dieser Phase der Pandemie geht es tatsächlich darum, das Erreichte nicht zu verspielen.» Es gebe Grund zu Optimismus und Zuversicht. «Zuviel Ungeduld dagegen würde nur dem Virus helfen.»

Spahn rief dazu auf, dass dort, wo Lockerungen stattfinden, diese im Außenbereich gemacht würden. Im Fall von Kulturveranstaltungen in Regionen mit Inzidenzen unter 100 sollten diese etwa draußen vorgesehen werden - und mit Test als Zugangsvoraussetzung.

Bundesweit sank die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Freitag weiter auf nun 125,7. Vor einer Woche waren es 153,4. Es gab 18.485 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages.

«Unser Gesundheitswesen ist zwar stark gefordert, aber zu keinem Zeitpunkt überfordert gewesen», so Spahn. Zugleich machten die Impfungen deutliche Fortschritte. 26,2 Millionen Menschen seien nun mindestens einmal geimpft – 31,5 Prozent der Bevölkerung. Kommende Woche werde jeder Dritte einmal geimpft sein. 8,8 Prozent hätten den vollen Schutz. Am Vortag seien rund 200.000 Zweitimpfungen dazugekommen. Mit Blick auf die Beschleunigung nach anfangs schleppendem Impftempo sagte Spahn, «dass Deutschland eher gut ist im Elfmeterschießen».

10:31

Mehr als 31 Prozent der Bürger gegen Corona erstgeimpft

Berlin (dpa) - In Deutschland haben 31,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Verweis auf das Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 8,8 Prozent der Bevölkerung.

Am Donnerstag wurden nach Angaben des RKI (Stand: 7. Mai, 10.10 Uhr) 932.495 Impfungen gemeldet. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am Mittwoch vergangener Woche mit 1.116.608 Impfungen erreicht worden.

Insgesamt verabreichten alle Impfstellen bislang knapp 33,6 Millionen Dosen, davon etwas mehr als 26,2 Millionen bei Erstimpfungen und weitere fast 7,4 Millionen bei Zweitimpfungen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 35,4 Prozent. Brandenburg liegt mit genau 28 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Von etwa 35,7 Millionen gelieferten Impfdosen wurden bislang 94 Prozent verbraucht. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen.

9:09

England will Maskenpflicht in Schulen aufheben

London (dpa) - Trotz Warnungen von Wissenschaftlern und Gewerkschaften will die britische Regierung die Maskenpflicht in Schulen in England aufheben. Dies sei möglich aufgrund sinkender Corona-Infektionszahlen und dem Erfolg des Impfprogramms, sagte Bildungsminister Gavin Williamson der Zeitung «The Telegraph» (Freitag). Die Maßnahme solle am 17. Mai in Kraft treten, wenn auch andere Corona-Restriktionen wie das Verbot von nicht notwendigen Auslandsreisen aufgehoben werden, wie das Blatt berichtete.

«Das Entfernen von Gesichtsmasken wird die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern erheblich verbessern, während alle anderen Sicherheitsmaßnahmen für Schulen bestehen bleiben, um das Virus aus den Klassenzimmern fernzuhalten», sagte Williamson.

Ein Ministeriumssprecher betonte, die Virusübertragung zwischen Schülern, Lehrern und Mitarbeitern sei deutlich gesunken. Im Vereinigten Königreich sind Gesundheitsfragen Sache der einzelnen Landesteile, die britische Regierung entscheidet nur für England.

Hingegen forderten Wissenschaftler, Gesundheitsexperten und Gewerkschaften in einem Brief an Premierminister Boris Johnson, die Maskenpflicht frühestens am 21. Juni aufzuheben, wenn die Regierung alle Corona-Restriktionen beenden will. Die Maßnahme sei ein «zentraler Teil» der Virus-Kontrolle in Schulen. Diese «notwendigen Schutzmaßnahmen» aufzuheben, werde Konsequenzen «für die Gesundheit unserer Kinder, ihrer Eltern sowie ihrer Gemeinden» haben.

5:55

Bundesregierung steht Freigabe von Impfpatenten skeptisch gegenüber

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung steht einer Freigabe von Impfstoff-Patenten skeptisch gegenüber. "Der Schutz von geistigem Eigentum ist Quelle von Innovation und muss es auch in Zukunft bleiben", sagte eine Regierungssprecherin der "Süddeutschen Zeitung" am Donnerstag. Der limitierende Faktor bei der Herstellung von Impfstoffen seien die Produktionskapazitäten und die hohen Qualitätsstandards, nicht die Patente an sich. Die Bundesregierung arbeite in vielerlei Hinsicht daran, "wie wir innerhalb Deutschlands und innerhalb der Europäischen Union, aber auch weltweit die Kapazitäten für die Produktion verbessern können und dies tun auch die betroffenen Unternehmen", so die Sprecherin.

Die US-Regierung hatte vorgeschlagen, dass der Patentschutz von Pharmafirmen auf ihre Corona-Impfstoffe vorübergehend entfallen soll. Hersteller in aller Welt könnten dann die Impfstoffe produzieren, ohne Lizenzgebühren an die Unternehmen zu zahlen, die die Mittel entwickelt haben. Die Pharmafirmen lehnen den Vorschlag ab.

Auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kritisierte den Vorstoß aus Washington. "Nur ein Patent freizugeben, sorgt noch für keine einzige zusätzliche Impfdose", sagte er dem "Spiegel". "Das Patent allein reicht nicht. Man muss auch wissen, wie produziert werden soll."

Die Grünen hingegen begrüßten den Vorstoß. "Joe Biden hat den Anfang gemacht, jetzt müssen sich die Bundesregierung und die EU-Kommission auf der nächsten Sitzung der Welthandelsorganisation hinter die Schwellen- und Entwicklungsländer stellen und die Patente für Diagnostika, Medikamente und weitere Covid-19-Technologie aussetzen", sagte die stellvertretende Grünen-Bundesvorsitzende, Jamila Schäfer, der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag).

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) blieb zunächst vage. "Die ganze Welt mit Impfstoff zu versorgen, ist der einzig nachhaltige Weg aus dieser Pandemie", sagte er. Entscheidend seien vor allem der weitere Ausbau von Produktionsstätten und mehr Exporte aus Ländern, in denen produziert werde. Dagegen zeigte sich Außenminister Heiko Maas offener für eine Aufweichung des Patentschutzes. "Wenn das ein Weg ist, der dazu beitragen kann, dass mehr Menschen schneller mit Impfstoffen versorgt werden, dann ist das eine Frage, der wir uns stellen müssen", sagte der SPD-Politiker.

Deutliche Kritik kam vom Virologen Alexander Kekulé: "Wenn man das Patent freigibt, werden sich einfach noch mehr Hersteller darum prügeln", sagte er im MDR-Podcast. Stattdessen forderte er eine bessere Koordination der Impfstoffproduktion. Denkbar sei zum Beispiel eine Organisation unter dem Dach der Vereinten Nationen.

5:25

FDP-Chef: Freigabe von Impfstoff-Patenten schwächt Entwicklung

Berlin (dpa) - FDP-Chef Christian Lindner hat zu Vorsicht bei der Aufhebung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe gewarnt. «Das beseitigt die weltweite Knappheit an Impfstoff nicht - und schon gar nicht kurzfristig», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Eher gelte es, alle Kraft in die Produktion zu stecken, denn es fehle an Rohstoffen, Fachpersonal, Produktionsstätten.

«Wer in den Schutz geistigen Eigentums eingreift, der schwächt die Entwicklung künftiger, modifizierter Impfstoffe und Medikamente. Das wäre das Ende von Startups wie Biontech», warnte Lindner zudem. «Nachdem seitens der Grünen deren segensreiche Technologie über Jahre dämonisiert wurde, folgt mit der Relativierung geistigen Eigentums der nächste Schlag. So wird man Gründertum in Deutschland nicht fördern.»

Unabhängig davon sollte nach seiner Einschätzung das Gespräch mit den Herstellern gesucht werden, zum Beispiel um eine Lizenzproduktion zu erleichtern. Im Zweifel werde auch mehr Geld in die Impfstoffallianz Covax fließen müssen. «Es liegt auch in unserem Interesse, dass die Pandemie weltweit unter Kontrolle gebracht wird», so Lindner.

Die US-Regierung hatte vorgeschlagen, dass der Patentschutz von Pharmafirmen auf ihre Corona-Impfstoffe vorübergehend entfallen soll. Hersteller in aller Welt könnten dann die Impfstoffe produzieren, ohne Lizenzgebühren an die Unternehmen zu zahlen, die die Mittel entwickelt haben. Die Pharmafirmen lehnen den Vorschlag ab.

5:17

In den USA bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht

WASHINGTON (dpa-AFX) - Seit Beginn der Corona-Impfkampagne in den USA Mitte Dezember sind bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht worden. Rund 57 Prozent aller Erwachsenen bekamen bislang mindestens eine Impfdosis, 42 Prozent sind bereits vollständig geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag (Ortszeit) zeigten. In der Gruppe der über 65-Jährigen sind demnach bereits 70 Prozent der Menschen abschließend geimpft.

Insgesamt wurden bislang 252 Millionen Dosen verabreicht, wie das CDC berichtete. In den Vereinigten Staaten ist neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen je zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson im Einsatz. Dieser entfaltet bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung.

Am Höhepunkt der Impfkampagne in den USA wurden täglich mehr als drei Millionen Menschen geimpft. Inzwischen verlangsamt sich das Tempo wegen nachlassender Nachfrage vielerorts etwas. Nach den CDC-Daten bekamen bislang knapp 149 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis, 109 Millionen Menschen sind bereits vollständig geimpft.

US-Präsident Joe Biden hat diese Woche als neues Ziel der Impfkampagne erklärt, bis Anfang Juli sollten rund 70 Prozent aller Erwachsenen im Land mindestens die erste Impfung erhalten haben. Zudem sollen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 160 Millionen Menschen bereits vollständig geimpft sein.

Die Regierung bereitet auch bereits die Impfung Jugendlicher im Alter von 12 bis 16 Jahren vor. Experten rechnen damit, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer nächste Woche von der zuständigen Behörde FDA für diese Altersgruppe zugelassen werden dürfte.

Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben. Die Regierung hat sich ausreichend Impfstoff gesichert, um die Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen schon ab dem Sommer komplett versorgen zu können.

5:00

Handel fordert Wiedereröffnung aller Geschäfte

Berlin (dpa) - Angesichts sinkender Corona-Inzidenzzahlen und einer wachsenden Zahl an Geimpften hat der Handelsverband Deutschland (HDE) eine rasche Wiedereröffnung aller Geschäfte gefordert. Es gebe keinen Grund mehr für weitere Einschränkungen oder Schließungen im Einzelhandel, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag. «Jetzt muss die Politik den nächsten Schritt machen und den Einzelhandel wieder komplett öffnen.» In Gebieten, in denen sich in sieben Tagen weniger als 100 Menschen je 100.000 Einwohner neu anstecken, müsse zudem die Testpflicht vor dem Einkauf entfallen.

Der HDE verwies darauf, dass zahlreiche Händler ums Überleben kämpften. Bei einer HDE-Umfrage Ende April hätten zwei Drittel der befragten Bekleidungshändler die eigene Lage als existenzbedrohend eingeschätzt. «Insgesamt könnten durch die Coronakrise bis zu 120.000 Geschäfte verschwinden», warnte der HDE. Bis zu 250.000 Jobs könnten verloren gehen und ganze Innenstädte in Gefahr geraten.

«Der Einkauf ist für die meisten Menschen der wichtigste Grund für einen Besuch in der Innenstadt. Wenn der Handel coronabedingt schwächelt, taumeln ganze Stadtzentren. Das reißt auch andere Branchen wie die Gastronomie oder den Tourismus noch tiefer in den Abgrund», sagte Genth.

Wissenschaftliche Erkenntnisse unter anderem des Robert Koch-Instituts hätten gezeigt, dass das Infektionsrisiko beim Einkauf mit Hygienekonzept gering sei. Deshalb gebe es keinen Grund mehr für Einschränkungen. «Es steht viel auf dem Spiel. Der Handel muss wieder arbeiten dürfen», verlangte Genth.

4:30

Umfrage: Mehrheit gegen sofortige Lockerungen für Geimpfte

Berlin (dpa) - Der Abstimmung im Bundesrat über Lockerungen der Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene blicken die Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge mit gemischten Gefühlen entgegen. 40 Prozent der Befragten finden es grundsätzlich falsch, wenn Menschen, die vollständig geimpft sind oder bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, von Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren befreit werden. Das ergab eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend.

55 Prozent hingegen finden, dass solche Lockerungen in die richtige Richtung gehen. Sie sind allerdings den Angaben zufolge geteilter Meinung, was den Zeitpunkt angeht: Von den Lockerungs-Befürwortern finden es demnach 48 Prozent richtig, dass die Aufhebungen sofort gelten sollen. 51 Prozent sind allerdings der Meinung, dass die Freiheiten erst wieder greifen sollten, wenn mehr Menschen die Chance auf eine Corona-Impfung haben.

Der Bundesrat stimmt an diesem Freitag (09.30 Uhr) über die Rücknahme vieler Corona-Beschränkungen für vollständig geimpfte und genesene Menschen ab. Die entsprechende Verordnung könnte nach Zustimmung der Länderkammer bereits am Wochenende in Kraft treten. Das geht Kritikern nicht weit genug. FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte der «Bild»-Zeitung (Freitag): «Wir impfen uns unsere Freiheit zurück! Es täte unserer Gesellschaft gut, wenn die Kanzlerin jetzt rasch ein Datum nennt, ab wann wir wieder unser normales Leben haben können – so wie in den USA und Großbritannien.»

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der in wenigen Wochen mit einer exponentiell fallenden Corona-Inzidenz rechnet, appellierte an die Bundesbürger, die Einschränkungen noch bis Ede Mai zu ertragen. «Wir haben ein Jahr und vier Monaten durchgehalten. Wollen wir nicht noch diese drei Wochen durchhalten und dann den vollen Genuss haben?», sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «maybrit illner». Diese letzte Strecke der Mäßigung sei auch wichtig für die, «die jetzt noch kein Impfangebot haben können».

Bewegung in die Impfkampagne soll auch die Freigabe des Impfstoffs von AstraZeneca bringen. Corona-Impfungen sind mit dem Präparat von AstraZeneca künftig für alle möglich, wenn sich Impfwillige mit ihrem Arzt dafür entscheiden. Die Priorisierung mit einer festen Vorrangliste wird für diesen Impfstoff voll aufgehoben, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin nach einem entsprechenden Beschluss mit seinen Länderkollegen mitteilte.

Der Bundesvorsitzende des deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, appellierte an die Menschen, sich mit AstraZeneca impfen zu lassen - auch aus globaler Verantwortung. Während in Indien oder Brasilien völlig geschwächte Menschen auf dem Weg zur Klinik kollabierten oder in Warteschlangen erstickten, weil es weder Sauer- noch Impfstoff gebe, «liefern wir uns in Deutschland eine mitunter absurd anmutende Debatte darüber, ob streng geprüfte, bereits zugelassene Vakzine wirklich gut genug für uns sind», sagte Weigeldt dem Nachrichtenportal «t-online». «Wir müssen impfen. Alles, was da ist, allen, die es wollen. Jetzt.»

Künftig soll es dem Arzt in Absprache mit dem Impfling laut Bund-Länder-Beschluss auch freigestellt werden, den Abstand für eine AstraZeneca-Zweitimpfung zwischen vier und zwölf Wochen festzulegen. Aus der Wissenschaft kommt Kritik: «Für die Impfstrategie ist die Verkürzung der Impfabstände der falsche Schritt», sagte der Leiter des Forschungsbereichs Immunologie am Leibniz-Institut
für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo), Carsten Watzl. Damit bekämen weniger Personen einen frühen Immunschutz durch die erste Impfung. «Und gerade jetzt müssen wir noch viele Personen mit Vorerkrankungen durch eine Impfung schützen, um die Folgen der dritten Welle abzumildern. Im Sommer haben wir genügend Zeit, uns um die Zweitimpfungen zu kümmern, die natürlich absolut notwendig sind.»

0:24

US-Forscher schätzen Corona-Todesfälle weltweit auf 6,9 Millionen

Washington (dpa) - Forscher der Universität Washington im gleichnamigen US-Bundesstaat gehen von erheblich mehr Corona-Toten weltweit aus als offizielle Zahlen wiedergeben. Schätzungen des Uni-Instituts IHME hätten ergeben, dass weltweit 6,9 Millionen Menschen durch eine Infektion mit dem Coronavirus gestorben sein dürften, erklärte dessen Direktor Christopher Murray am Donnerstag (Ortszeit). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Zahl der weltweiten Coronatoten am selben Tag mit rund 3,2 Millionen an.

In fast jedem Land der Welt gebe es signifikante Lücken bei der Erfassung der Todesfälle, es gebe aber deutliche Unterschiede zwischen den Ländern, erklärte das Institut. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Deutschland rund 120.700 Menschen infolge einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben. Die WHO gibt die Zahl mit über 84.000 an. Global betrachtet stehe Deutschland mit Blick auf die Erfassung nicht schlecht da, sagte Murray.

Im Fall von Russland unterscheiden sich die offiziellen Angaben (WHO: rund 112.000) besonders stark von der Schätzung des Instituts (rund 593.600 Tote). In den USA schätzen die Forscher die Zahl der Toten auf rund 905.300 (WHO: rund 573.000). Im Fall von Indien gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten mit rund 654.400 fast dreimal so hoch ist wie erfasst (WHO: rund 230.000).

Die Forscher leiteten ihre Schätzungen aus der Übersterblichkeit ab: Die ergibt sich, wenn man die erwarteten Todesfälle durch alle Ursachen in einem bestimmten Zeitraum vor der Pandemie mit den tatsächlichen Todesfällen in der Pandemie vergleicht. Bei der Betrachtung der Übersterblichkeit wurde berücksichtigt, dass es in der Pandemie eine Verschiebung bei den Todesursachen gab. So kam es wegen der eingeschränkten Mobilität zu weniger Unfällen im Straßenverkehr. Zugleich kam es etwa zu Verzögerungen bei der Behandlung anderer Krankheiten. Nach Berücksichtigung dieser Faktoren schätzten die Wissenschaftler die Zahl der Todesfälle, die nur auf eine Covid-19-Erkrankung zurückzuführen sein dürften, auch wenn diese nicht immer als solche erfasst wurden.

Das IHME (Institute for Health Metrics and Evaluation) hat während der Pandemie laufend Prognosen zu Todeszahlen veröffentlicht und auch veranschaulicht, wie sich Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken auf den Pandemie-Verlauf auswirken könnten. Das Weiße Haus hat Modelle des IHME mehrfach angeführt. Das Institut leitet das Projekt Global Burden of Disease, eine Studie, deren Ergebnisse jährlich im Fachmagazin «The Lancet» veröffentlicht werden, und die unter anderem Todesursachen, Krankheiten und Risikofaktoren in Ländern in aller Welt analysiert.


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1 Kommentar

Sinopharm wird in De ohne Begründung verhindert

von Elke Binder am 20.05.2021 um 12:05 Uhr

Wir haben die Wahl zwischen mRNA und Vectorimpfstoffen .MRNA Impfstoffe sind nicht unbedingt für Allergiker empfehlenswert.
Die Vectorimpfstoffe sind für z.T. drastische Thromboembolische Nebenwirkungen negativ bekannt. SInopharm ist ein Totimpfstoff auf Altbekannten Trägerstoffen wie z.B. Kinderlähmungsimpfung. Inwieweit Sinopharm auch gegen Mutationen schützt ist derzeit ebensowenig bekannt wie wir jedoch von Astrazeneca wissen, das deren Wirksamkeit begrenzt ist und dritte Impfung bereits angekündigt wird.
Es spricht also viel für den alternativ Impfstoff
von Sinopharm .
Er ist in der EU vermutlich aus politischen Gründen nicht erhältlich.
Das macht mich sehr ärgerlich.
Meine Bemühungen, unsere Fachpolitiker
vom berechtigten SINOPHARM BEDARF zu überzeugen , scheitert. Hierin sehe ich Grundrechtsverletzungen da mir meine Freiheitsrechte auf Selbstbestimmung
bei der Impfstoffwahl schlicht genommen werden.

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