Online-Spezial zum Thema Erkältung

Kleine Erkältungspatienten in der Apotheke

Stuttgart - 18.01.2018, 07:00 Uhr

Kinder sind häufig krank – dementsprechend häufig stehen besorgte Eltern vor dem HV-Tisch. (Foto: JackF / stock.adobe.com)
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Kinder sind häufig krank – dementsprechend häufig stehen besorgte Eltern vor dem HV-Tisch. (Foto: JackF / stock.adobe.com)


Für kleine Schnupfennasen

Um die verstopfe Kindernase zu befreien, ist der kurzfristige Einsatz von lokalen alpha-Sympathomimetika in altersgerechter Dosierung empfehlenswert (siehe Tabelle 3). So kann auch verhindert werden, dass sich aus einer Rhinitis eine Sinusitis bildet oder der Schnupfen „auf die Ohren schlägt“. Für die gleichzeitige Pflege bietet sich der Zusatz von Dexpanthenol an (z.B. nasic® für Kinder Nasenspray). Bei leichteren Beschwerden sind Nasensprays bzw. -tropfen auf Basis hypertoner Meer- oder Kochsalzlösungen eine Option. Zur Befeuchtung der trockenen Nasenschleimhaut eignen sich Präparate mit isotoner Salzlösung und/oder Hyaluronsäure. Wohltuend kann auch ein äußerlich aufgetragener Nasenbalsam (z.B. Bepanthen® Augen- und Nasensalbe) sein.

Durch Nasenspülungen mit Koch-, Mineral- oder Meersalzlösung soll die Keimzahl in der Nase reduziert und die Schleimhäute befeuchtet werden. Für die Herstellung einer isotonen oder hypertonen Salzlösung werden verschiedene Salze angeboten (z.B. Emser® Salz, Rhinomer® Lösung). Mit Wick® VapoSpray für Kinder gibt es auch eine gebrauchsfertige Nasenspülung.

Tab.3: Schnupfensprays- und -tropfen für Kinder (Beispiele)

Inhaltsstoff Präparat Hinweise (Auswahl)
Oxymetazolin Nasivin®

Säuglinge: 0,01%

Kinder von 1 bis 6 Jahren: 0,025%

Kinder ab 6 Jahre, Erwachsene: 0,05%

Xylometazolin

Imidin®

hysan® Schnupfenspray

Nasenspray ratiopharm®

Olynth®

Otriven®

Säuglinge und Kleinkinder: 0,025%

Kinder von 2 bis 6 Jahren: 0,05%

Kinder ab 6 Jahre, Erwachsene: 0,1%

Zusatz von Dexpanthenol

nasic® für Kinder

nasic® Nasenspray

NasenDuo® Nasenspray für Kinder

NasenDuo® Nasenspray

Nasenspray für Kinder: 2-6 Jahre

Nasenspray: Kinder ab 6 Jahre, Erwachsene

hypertone Salzlösungen Rhinomer® plus
Schnupfenspray

hysan® Salinspray
ab 3 Jahren


ab 1 Jahr
isotone Salzlösungen

Rhinomer® Nasenspray

Olynth® salin

keine Beschränkung
Zusatz von Dexpanthenol

nasic®-cur Nasenspray

Bepanthen® Meerwasser Nasenspray

keine Beschränkung
Zusatz von Hyaluronsäure

hysan Hyalurontropfen

Babix®-Nasenspray für Kinder

keine Beschränkung


ab 2 Jahre + Dexpanthenol

Husten stillen, Husten lösen

Um Hustenreiz zu lindern oder den verschleimten Husten zu lösen, stehen verschiedene homöopathische, pflanzliche und chemisch-synthetische Präparate zur Verfügung (siehe Tabelle 4). Bei der Beratung gilt es, die vorliegende Hustensymptomatik – trocken oder verschleimt – abzuklären und auf die entsprechenden Altersangaben zu achten. Wichtig: Antitussiva sind nur bei trockenem Reizhusten angezeigt und verlieren ihre Indikation, sobald der unproduktive in einen produktiven Husten übergeht. Hustenlöser sollte man Kleinkindern nicht direkt vor dem Mittagsschlaf oder abends geben, da sie sich im Schlaf verschlucken könnten, wenn die expektorierende Wirkung einsetzt.

Tab.4: Hustenpräparate für Kinder (Beispiele)

Präparat Inhaltsstoffe                            Hinweise (Auswahl)              
homöopathisch
Monapax® Saft

Drosera Ø

Hedera helix Ø

Cinchona pubescens D1

Dactylopius coccus D1

Cuprum sulfuricum D4

Cephaelis ipecacuanha D4

Hyoscyamus niger D4

ab 6 Monaten

enthält 3,9 Vol.-% Alk

 
Monapax® Tropfen

Drosera Ø

Hedera helix Ø

Cinchona pubescens Ø

Dactylopius coccus Ø

Cuprum sulfuricum D4

Cephaelis ipecacuanha D4

Hyoscyamus niger D4

ab 3 Monaten (nach ärztlicher Rücksprache)

ab 1 Jahr (Selbstmedikation)

enthält 32,8 Vol.-% Alk.

Bronchobini®-Globuli

Atropa belladonna D5

Bryonia D3

Cetraria islandica D3

Drosera D3

Cephaelis ipecacuanha D3

ab 6 Monaten (nach ärztlicher Rücksprache)

ab 6 Jahren (Selbstmedikation)

Husteel® Tropfen

Arsenum iodatum D6

Atropa belladonna D4

Cuprum aceticum D6

Causticum D6

Urginea maritima D4

ab 1 Jahr

enthält 35 Vol.-% Alk.

pflanzlich
Bronchicum® Saft

Primelwurzel-Dickextrakt

Thymian-Dickextrakt

ab 1 Jahr
Melrosum® Hustensirup Thymian-Fluidextrakt

ab 1 Jahr

enthält 4,9 Vol.-% Alk.

Prospan® Hustensaft Efeublätter-Trockenextrakt ab 1 Jahr (Selbstmedikation)  
mama natura Bronchilin® Hustensaft Efeublätter-Trockenextrakt

ab 1 Jahr
(nach ärztlicher Rücksprache)

ab 5 Jahren (Selbstmedikation)

Bronchipret® Saft TE

Thymiankraut-Fluidextrakt

Efeublätter-Fluidextrakt

ab 1 Jahr

enthält 7 Vol.-% Alk.

Phytohustil® Hustenreizstiller Sirup Eibischwurzel-Extrakt

ab 1 Jahr

enthält 1,1 Vol.-% Alk.

Aspecton® Junior Hustenstiller Isländisch-Moos-Fluidextrakt ab 1 Jahr
Silomat® gegen Reizhusten Eibisch/Honig Sirup

Eibischwurzel-Trockenextrakt

Bienenhonig

ab 2 Jahren
chemisch-synthetisch

Silomat® Saft

Sedotussin® Hustenstiller Saft

Pentoxyverin ab 2 Jahren

Mucosolvan® Kindersaft

Pädiamuc® Saft

Ambroxol ab 2 Jahren
(in der Selbstmedikation)

ACC® Kindersaft

Fluimucil® Kindersaft

Acetylcystein ab 2 Jahren

Einreiben und Inhalieren

Zum Einreiben gibt es Erkältungssalben oder -balsame mit ätherischen Ölen, die für Kinder unterschiedlichen Alters geeignet sind. Sie enthalten v.a. Eucalyptusöl, Fichtennadelöl oder Kiefernnadelöl (siehe Tabelle 5). Beim Inhalieren ätherischer Öle bzw. aufgetropft auf die Kleidung darf für Kinder unter sechs Jahren kein Campher oder Menthol enthalten sein, da sie das empfindliche Bronchialsystem verkrampfen lassen können. Empfehlenswert sind Präparate mit Eucalyptusöl, Fichtennadelöl und Kiefernnadelöl, die in ihrer Konzentration angepasst sind und bei denen die Art der Anwendung altersabhängig empfohlen wird (z.B. Babix-Inhalat® N mit Eucalyptusöl und Fichtennadelöl). Mit elektrisch betriebenen Inhalationsgeräten (z.B. von Beurer, Omron, Pari, Philips) werden v.a. physiologische oder hypertone Kochsalzlösungen und Meersalzlösungen vernebelt. Hierfür gibt es baby- bzw. kindgerechte Maskenaufsätze. 

Tab. 5: Erkältungssalben und -balsame für Kinder (Beispiele)

Präparat                       ätherisches Öl bzw. Ölgemisch empfehlenswert zum Einreiben auf Brust und Rücken ab einem Alter von
Aspecton® Junior Balsam Eucalyptus, Campher, Minze, Thymian 3 Jahren
Babix® Babybalsam Eucalyptus, Lavendel, Rosmarin 3 Monaten
Bronchoforton® Salbe Eucalyptus, Fichtennadel, Pfefferminz 4 Jahren
Eucabal-Balsam® S Eucalyptus, Kiefernnadel

6 Monate (nur Rücken)

2 Jahren

Pinimenthol® Erkältungsbalsam mild Eucalyptus, Kiefernnadel 2 Jahren
Transpulmin® Babybalsam mild Lavendel, Sternanis, Thymian 3 Monaten
Wick® Vaporub Levomenthol, Campher, Eucalyptus

2 Jahren

Buchtipps


Bitte etwas Natürliches

Naturheilkundliche Arzneimittel stehen aufgrund ihrer Verträglichkeit bei Eltern hoch im Kurs – entsprechend wichtig ist das Beratungswissen hierzu. Für knapp 100 Indikationen der Selbstmedikation bietet das Nachschlagewerk „Komplementärmedizin für Kinder“ übersichtliche Präparatevorschläge aus den Bereichen Phytotherapie, Homöopathie (Einzel- und Komplexmittel), Anthroposophische Arzneitherapie und Biochemie nach Dr. Schüssler. Gelistet sind auch allopathische Arzneimittel, sodass Sie immer das passende Präparat finden.

Birgit Emde / Michaela Glöckler / Daniela Haverland / Margit Müller-Frahling / Margit Schlenk 

Komplementärmedizin für Kinder

Beratungsempfehlungen für die Selbstmedikation

Für die Kitteltasche
2012
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
451 Seiten, 29,80 Euro
ISBN 978-3-8047-3042-7


Gute Empfehlungen für Kinder

Kinder sind häufig krank – dementsprechend häufig stehen besorgte Eltern vor dem HV-Tisch. Die mindCards „Selbstmedikation für Kinder“ bieten Unterstützung für Ihre Beratung: Wann ist eine Behandlung in der Selbstmedikation möglich und wann ist ein Arztbesuch anzuraten? Welches Mittel ist für das entsprechende Alter überhaupt zugelassen und welche Dosierungen gelten für Kinder? Was kann man den kleinen Kunden darüber hinaus empfehlen? Für elf Indikationen finden Sie auf elf Karten entsprechende Antworten, um kompetent und sicher zu beraten. Außerdem enthalten: Nützliche Vorschläge für eine Kinder-Hausapotheke.

Petra Dietlmeier 

Selbstmedikation bei Kindern

2012
Deutscher Apotheker Verlag
16 Seiten, 12,80 Euro
ISBN 978-3-7692-5628-4

Quellen: Thema 4/17 Erkältung, Thema 6/15 Baby und Kind, TS Schnupfen 4/15, www.aponet.de



Annette Lüdecke (lue), Apothekerin, Autorin DAZ.online
teamschulung@deutscher-apotheker-verlag.de


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5 Kommentare

Homöopathie ist kein Plazebo!

von Debatin Sylvia ,Apothekerin am 28.02.2018 um 22:54 Uhr

Mir hat der Artikel sehr gut gefallen.Vorallem die Hausmittel,die immer mehr in Vergessenheit geraten und die homöopathischen Mittel ,mit denen man viele Erkältungskrankheiten bei Kindern bereits im Anfangsstadium sehr gut und ohne Nebenwirkungen behandeln kann.Er enthält eine vollständige Zusammenstellung aller Therapiemöglichkeiten.Schulmedizin ,Phythopharmaka und Homöopathika können und sollten parallel laufen.Für jeden kann so die richtige Mittelwahl getroffen werden.Kinder nur schulmedizinisch zu behandeln ist für deren Gesundheit und Entwicklung sicher nicht förderlich. Als Apothekerin habe ich schon viele positive Rückmeldungen in Bezug auf die Wirksamkeit von Homöopathika seitens der Eltern erhalten.
Liebe DAZ bitte weiter so.

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Homöopathie ist Plazebo

von Dr. med. Peter Grimm am 23.01.2018 um 23:00 Uhr

Homöopathie ist KEINE Alternative und KEINE Medizin . Homöopathika sind nichts anderes als maßlos überteuerte Plazebos. Der Rest des Artikels hat mir gut gefallen, aber dass man zunehmend auch in Fachzeitschriften solche 'Dinge' lesen kann nur weil sie mit Verkaufsinteressen konvenieren ist aus rationaler Sicht wenig erfreulich.

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Warum nur Homöopathie?

von Onkel Michael am 18.01.2018 um 23:13 Uhr

Ein eigentlich schöner Artikel wird durch die Empfehlung von Homöopathie in seiner Wirkung zunichte gemacht. Sie als Fachblatt für Pharmazie müssten doch eigentlich wissen, wie hier die Sachlage ist. Warum empfehlen Sie dann doch unwirksame Zuckerkügelchen?
Gerade bei Kindern sehe ich hier eine bedenkliche Entwicklung, werden doch eh von vielen Eltern bei jeder Kleinigkeit (wo ein Heile-heile-Segen reichen würde) die Kinder mit den unwirksamen Globuli malträtiert. Was zeigt das den Kindern? Dass die Einnahme von Pillchen bei jeder Kleinigkeit in Ordnung ist. Kinder werden so zum Konsum von Tabletten konditioniert.
Wenn Eltern an wirkungslose Therapien glauben wollen, gut, meinetwegen, aber warum müssen sie ihre Kinder noch mit hineinziehen?

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AW: Warum nur Homöopathie

von Moritz am 19.01.2018 um 12:10 Uhr

Richtig! Homöopathie ist KEINE Option; auch wenn der Glaube manchmal Berge versetzt, sollte man doch besser auf richtige Medizin setzen, sofern überhaupt eine Behandlung nötig ist.

Kleine Erkältungspatienten - guter Artikel, aber Homöopathie?

von Udo Endruscheit am 18.01.2018 um 21:58 Uhr

Ein fundierter, ausführlicher Artikel zum "ewigen Erkältungsproblem". Der Text sprach mich sehr an. Nachdem ich mir aber die Tabellen mit den Mediakationsempfehlungen noch angesehen habe, war ich doch einigermaßen enttäuscht - denn dort waren die unsäglichen homöopathischen Kombinationspräparate leider mit aufgeführt. Die haben dort nichts zu suchen, denn sie sind schlicht unwirksam - oder nicht?
Bei Atropa Belladonna D4 in Präparaten für Kinder, die vielleicht akut auch mal häufiger eingenommen werden, wäre ich da nicht so sicher... Nur würde im Falle eines Wirkungseintritts nicht die Erkältung besser, sondern die toxische Wirkung der Tollkirsche würde eintreten.
Liebe DAZ - bitte sowas nicht!

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