Hebammensprechstunde

Eine „Storchenhelferin“ in der Apotheke

Düsseldorf - 27.10.2017, 10:05 Uhr

In der Eulen Apotheke im hessischen Taunusstein sind ab sofort auch Hebammen, Mütter und Kinder sehr oft zu Besuch. (Foto: Eulen Apotheke)

In der Eulen Apotheke im hessischen Taunusstein sind ab sofort auch Hebammen, Mütter und Kinder sehr oft zu Besuch. (Foto: Eulen Apotheke)


Ab November bieten die Eulen-Apotheken im hessischen Taunusstein und im benachbarten Hünstetten einen besonderen Service an: eine Hebammensprechstunde. Apotheker Moritz Stöber hat dazu die Beratungsräume gemütlicher gestalten lassen.

Viele seiner Angestellten hätten selber kleine Kinder, sagt Apotheker Moritz Stöber, und er habe in seinen drei Apotheken viele Patienten von Kinderärzten. „Da kennt man die Probleme von Müttern und werdenden Müttern, eine Hebamme zu finden“, sagt der dreifache Vater. Und da er privat mit der freiberuflichen Hebamme Maike Lyding in einem guten Verhältnis stehe, sei die Idee geboren worden, in seinen Apotheken eine Hebammensprechstunde anzubieten.

Am 7. November startet er nun erstmals diesen besonderen Service in seiner Eulen-Apotheke im Ortsteil Hahn der rund 30.000-Einwohner-Stadt Taunusstein in der Nähe von Wiesbaden. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat – außer in den Schulferien – wird die Hebamme, die im Ort wohnt, für anderthalb Stunden nach Terminvereinbarung in der Apotheke sein und Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Kinderpflege und die heimische Nachsorge nach der Geburt beantworten. Jeden zweiten und vierten Dienstag gibt es die Sprechstunde dann in der Eulen-Apotheke in der 10.000-Einwohner-Nachbargemeinde Hünstetten.

Eine Erweiterung des Service für junge Familien

„Nach meinem Wissen sind wir hier in der Region die einzigen Apotheken, die eine solche Hebammensprechstunde anbieten“, sagt Stöber. Erst ein Stück weiter in Wiesbaden bietet eine Apotheke ähnliches an. Immer weniger Hebammen gäbe es. „Das liest und hört man ja überall in den Medien“, sagt der Apotheker. Unter anderem steigende Versicherungsbeiträge für die Berufsgruppe haben dafür gesorgt, dass viele Hebammen die Freiberuflichkeit oder gleich ganz den Job aufgegeben haben und auch der berufliche Nachwuchs mittlerweile fehlt.

„Wir waren ohnehin bereits die Apotheke am Ort in Taunusstein, die sehr viel mit den Kinderärzten und ihren Patienten zu tun hatte“, sagt Stöber. Der Verleih von Milchpumpen sei eine viel nachgefragte Serviceleistung seiner Offizinen. Dementsprechend sei die Hebammensprechstunde eine Erweiterung des Service für junge Familien. „Und ich stelle die Sprechräume kostenlos zur Verfügung“, sagt der Apotheker. Auch für die jungen Mütter wird die Sprechstunde kostenlos sein – abgerechnet wird über die Krankenkasse, weshalb neben Mutterpass und gelben U-Untersuchungsheft auch die Gesundheitskarte zu den Sprechstunden mitgebracht werden sollte.

Apotheke wird umgestaltet

Noch laufen in den Behandlungsräumen die letzten Umgestaltungsmaßnahmen. Etwas bunter sollen sie werden und gemütlich für die ratsuchenden Mütter und ihre Babys. Wickeltische und Liegen sollen bis zur ersten Sprechstunde im November dann installiert sein. „Wir haben das so aufgebaut, dass man es schnell zur Seite räumen kann, wenn die Sprechzimmer für andere Patienten in den Apotheken gebraucht werden“, erklärt Stöber. 

Apotheker Moritz Stöger (Foto: Eulen Apotheke)

Von der Idee bis zur Umsetzung sei alles recht schnell gegangen. „Wir haben die Zeit zwischen den Sommer- und den Herbstferien jetzt dafür genutzt“, sagt der Apotheker. Vieles habe man aus verschiedenen Quellen dafür nachfragen und zusammentragen müssen. Die Hebamme habe sich bei ihrem Berufsverband erkundigen müssen, was alles zu beachten ist und er selber habe viel im Internet nachgeschaut. „Es gibt ja ein paar Apotheken in Deutschland, die auch so einen Service anbieten. Da haben wir dann vor allem mal in deren Internetangeboten geschaut, wie die das organisieren“, sagt Stöber.

Noch gebe es keine Termin-Vereinbarungen, der Service sei ja noch nicht gestartet, doch Stöber rechnet mit einer guten Nachfrage für die Sprechstunde. Und je nachdem kann er sich vorstellen, dass die Hebammensprechstunde dann auch öfter als einmal die Woche stattfinden könnte.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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