Belgien

HIV-Selbsttests aus der Apotheke

Stuttgart - 02.12.2016, 07:00 Uhr

Nicht nur im Labor nachweisbar: In Frankreich und Belgien gibt es rezeptfreie Selbsttests auf HIV. (Foto: gamjai / Fotolia)

Nicht nur im Labor nachweisbar: In Frankreich und Belgien gibt es rezeptfreie Selbsttests auf HIV. (Foto: gamjai / Fotolia)


Vorsicht bei Tests aus dem Internet

Über das Internet dürfen die Tests jedoch aus dem Ausland bezogen werden. Die Deutsche AIDS-Hilfe beantwortet auf ihrer Webseite einen umfangreichen Fragenkatalog zum HIV-Heimtest, unter anderem auch die Frage, ob die im Internet angebotenen HIV-Heimtests zuverlässig sind. 

Insgesamt gelte, heißt es hier, dass solche Heimtests mit Blut- oder Mundflüssigkeit meist nicht so genau seien wie die Tests, die in Testprojekten, Gesundheitsämtern oder medizinischen Einrichtungen eingesetzt werden. Die Werbung spreche zwar häufig von „100 Prozent Zuverlässigkeit“ oder setze Logos von internationalen Organisationen als Gütesiegel ein, aber ob zu diesen Tests tatsächlich Daten unabhängiger Forscher vorliegen, sei oft unklar. Von Urintests rät die Deutsche AIDS-Hilfe ausdrücklich ab. Mit diesen ließen sich keine aussagekräftigen Ergebnisse erzielen, da Urin zu wenig Antikörper gegen HIV enthält.

Immer noch rund 2 Millionen Neuinfektionen pro Jahr

Erst vor wenigen Tagen hat die Aids-Organisation der Vereinten Nationen (UNAIDS) in der namibischen Hauptstadt Windhoek ihren Bericht mit dem Titel „Get on the fast track“ („Auf die Überholspur wechseln“) vorgestellt. 

Er beleuchtet die HIV-Risiken und -Präventionsmaßnahmen für verschiedene Lebensphasen. „Die Möglichkeiten zur Verhinderung und zur Behandlung von HIV waren niemals größer als heute“, betont UNAIDS-Geschäftsführer Michel Sidibé im Vorwort. Nach dem Bericht haben heute doppelt so viele Menschen mit HIV Zugang zu einer antiretroviralen Therapie wie vor fünf Jahren.

Mittlerweile erhalte etwa die Hälfte der schätzungsweise 36,7 Millionen HIV-Infizierten die notwendige antiretrovirale Medikation. Der Bericht benennt aber auch Schwachstellen der HIV-und Aids-Prävention. So komme es derzeit weltweit  immer noch zu rund 2,1 Millionen Neuinfektionen pro Jahr. 150.000 davon beträfen Kinder unter 15 Jahren.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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