Apobank-Statistik

Immer mehr Großstadt-Apotheken

10.05.2016, 14:30 Uhr

(Quelle: apoBanK)

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Immer mehr Pharmazeuten gründen eine Apotheke in einer Großstadt. Eine Statistik der Apobank zeigt, dass der Anteil der Niederlassungen in städtischen Gebieten in den vergangenen Jahren um fast zehn Prozent angestiegen ist. Interessant ist auch, dass immer mehr Filialapotheken übernommen werden.

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) stellt ihre Zahlen zu den Apothekengründungen einmal jährlich vor. Die Daten basieren auf den bei der Apobank durchgeführten Finanzierungen neuer Apotheken. Auf Nachfrage teilte eine Sprecherin mit, dass rund 200 Apotheken stichprobenartig ausgewählt wurden, um die Analyse zu erstellen.

Den Zahlen zufolge wurden 40 Prozent aller neuen Apotheken in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohner eröffnet. 2013 lag der Prozentsatz noch bei 31 Prozent. Der Anteil neuer Apotheken auf dem Land lag derweil konstant zwischen 6 und 8 Prozent. Zurückgegangen ist hingegen der Anteil der neuen Betriebe in mittelgroßen Städten (zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern).

Die Gesamtinvestitionen für neue Apotheken lagen 2015 ungefähr auf Vorjahresniveau. Währen die Pharmazeuten für neue Einzel- oder Filialapotheken im Jahr 2014 rund 437.000 Euro ausgaben, waren es 2015 rund 430.000 Euro. Im Durchschnitt fließt dabei etwa ein Drittel der Investitionen in das Warenlager.

(Quelle: apoBank)


Apotheker übernehmen gerne mehrere Apotheken

Ein besonderes Augenmerk legte die Apobank in ihrer Analyse auf die übernommenen Apotheken. Dabei wird inzwischen jede fünfte Apotheke im Verbund abgegeben. 2014 lag der Anteil der Apotheken, die mindestens zu weit verkauft wurden, noch bei 16 Prozent. Der Anteil der übernommenen Einzel- und Hauptapotheken ist der Apobank zufolge seit 2013 von 55 Prozent auf 65 Prozent gesunken. Neu gegründete Einzelapotheken kommen mit 3 Prozent am seltensten vor.

„Wir haben inzwischen vom kleinen bis zum mittelständischen Unternehmen eine große Bandbreite unter den Existenzgründungen, und für jeden Unternehmertyp ist etwas dabei“, sagt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der Bank. Mit 55 Prozent bleibe die Übernahme als Einzel- beziehungsweise Hauptapotheke aber nach wie vor die klassische Form der pharmazeutischen Existenzgründung.

(Quelle: apoBank)


Deutliches Plus beim Übernahmepreis

Auch die Übernahmepreise sind in den vergangenen Jahren konstant angestiegen. Während Apotheker 2013 im Schnitt knapp 340.000 Euro für die Übernahme bezahlen mussten, lag der Preis im vergangenen Jahr bei etwas über 400.000 Euro, das entspricht einem Plus von fast 40 Prozent. Zuletzt war der Übernahmepreis allerdings weniger stark angestiegen. Zwischen 2014 und 2015 lag das Plus bei knapp 3 Prozent. Überdurchschnittlich angestiegen sind im vergangenen Jahr allerdings die Übernahmepreise für Filialapotheken, nämlich von rund 283.000 Euro (2014) auf rund 321.000 Euro (2015).

Zum ersten Mal hat die Bank auch den durchschnittlichen Preis für übernommene Apothekenverbünde ausgewertet. „Dieser lag für die Verbundgröße (im Schnitt 2,2 Apotheken) bei 837.000 Euro. Inklusive der zu übernehmenden Warenlager und weiteren Investitionen ergab sich eine Gesamtsumme von 1.046.000 Euro“, heißt es in der Analyse.

(Quelle: apoBank)

bro / DAZ.online
brohrer@daz.online


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