Klinik- und heimversorgende Apotheken

Peterseim bleibt BVKA-Vorsitzender

06.05.2015, 09:55 Uhr

Wiedergewählt: Dr. Klaus Peterseim bleibt weiterhin BVKA-Vorsitzender. (Foto: DAZ)

Wiedergewählt: Dr. Klaus Peterseim bleibt weiterhin BVKA-Vorsitzender. (Foto: DAZ)


Bad Homburg – An der Spitze des Bundesverbands klinik- und heimversorgender Apotheken (BVKA) herrscht weitgehende Kontinuität – doch der BVKA setzt auf eine Neupositionierung und will neue Mitglieder gewinnen. Bei der Jahrestagung erklärte der alte und neue Verbandsvorsitzende Dr. Klaus Peterseim, man wolle der Tatsache Rechnung tragen, dass sich der Beruf des Apothekers wandele. So sollen künftig auch andere besondere ambulante Versorgungsformen in die Verbandsarbeit einbezogen werden. Der Fokus solle zudem stärker auf die Heimversorgung gelegt werden, die Klinikversorgung bleibe aber ebenfalls ein wichtiger Tätigkeitsbereich.

Bei der BVKA-Jahrestagung in Bad Homburg wurde gestern der Vorstand neu gewählt. Peterseim, Inhaber der Dom-Apotheke in Essen, ist für zwei weitere Jahre an die Spitze gewählt worden. Der 58-Jährige, der seit zwölf Jahren BVKA-Vorsitzender ist, wurde ohne Gegenstimme in seinem Amt bestätigt. Unter den vier weiteren Vorstandsmitgliedern gibt es drei bekannte und ein neues Gesicht. Karl-Heinrich Reinert (Göttingen) bleibt erster stellvertretender Vorsitzender, neu dabei ist dagegen Andreas Willmann (Wilnsdorf) als zweiter stellvertretender Vorsitzender. Michael Marxen (Wesseling) wurde als Schatzmeister bestätigt, Christian Suter (Gründau) als Schriftführer. Die Berliner BVKA-Geschäftsstelle leitet weiterhin der Volljurist Dr. Rötger von Dellingshausen.

Peterseim kündigte an, dass der BVKA sich nach 32 Jahren auch inhaltlich neupositionieren wolle. Geplant sei eine stärkere Fokussierung auf den Bereich Heimversorgung. Aber auch Spezialgebiete wie die Palliativversorgung oder Methadon-Substitution nimmt der Verband ins Visier. Ziel sei, sich zu einem Spezialverband von Apotheken zu entwickeln, die pharmazeutische Versorgung von Patienten außerhalb der Offizin anbieten. Auch die nächste Jahrestagung – die erstmals nicht mehr in Bad Homburg, sondern in Mainz stattfinden soll – werde in neuer Art organisiert. So sollen etwa Seminare angeboten werden, die auch Apothekenmitarbeiter ansprechen.

Neue Mitglieder mobilisieren

In den kommenden Wochen werde zudem eine Kampagne zum Gewinn neuer BVKA-Mitglieder unter Apotheken starten, die Krankenhäuser und Heime versorgen. „Inhaltlich und strukturell ist der Verband sauber aufgestellt, aber wir wollen mehr Nachwuchs und Durchschlagskraft für den BVKA“, sagte Peterseim.

Arbeit sieht der Verband genug: Er macht sich beispielsweise stark für eine faire Vergütung der Heimversorgung, eine Honorierung des Medikationsmanagements und der Neuverblisterung von Arzneimitteln. Er plädiert zudem für eine saubere Regelung der Entlassmedikatation mithilfe strukturierter Versorgungsverträge mit Apotheken. Auch im Hinblick auf die ambulante spezialfachärztliche Versorgung sieht der BVKA Klarstellungsbedarf, wer hier für die Arzneimittelversorgung zuständig sein soll – aus BVKA-Sicht ist dies klar die öffentliche Apotheke.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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