Übernahme vollzogen

Bayer hat OTC-Sparte von MSD gekauft

Stuttgart - 02.10.2014, 10:32 Uhr


Bayer hat die Milliardenübernahme des OTC-Bereichs seines US-Konkurrenten Merck & Co. (MSD) abgeschlossen. Nach Erhalt der kartellrechtlichen Freigabe wurde die Transaktion am 1. Oktober vollzogen, teilte das Unternehmen am selben Tag mit. Geleitet wird das kombinierte Geschäft von Erica Mann.

„Diese Akquisition ist ein Meilenstein für Bayer. Wir wollen unser attraktives Geschäft mit rezeptfreien Produkten auch weiterhin sowohl durch organisches Wachstum als auch durch ergänzende Akquisitionen ausbauen“, erklärte Bayer-Vorstandschef Dr. Marijn Dekkers in einer Mitteilung. Insgesamt hat Bayer einen Kaufpreis von 14,2 Milliarden US-Dollar (rund 11,3 Mrd. Euro) bezahlt.

Nach Unternehmensangaben hätte der rechnerische Umsatz des kombinierten Consumer-Care-Geschäfts von Bayer und Merck & Co 2013 rund 7,4 Milliarden US-Dollar (5,5 Mrd. Euro) betragen, davon entfielen etwa 2,2 Milliarden US-Dollar auf Merck & Co. Man werde im OTC-Sektor nun weltweit den zweiten Platz einnehmen – vor dem bisherigen Marktführer Johnson & Johnson, jedoch hinter den kombinierten OTC-Sparten von Novartis und GlaxoSmithKline (GSK), die im kommenden Jahr zusammengeführt werden sollen. In Nord- und Lateinamerika sei Bayer nun führend, in den wichtigen Segmenten Dermatologie und Magen-Darm-Erkrankungen besetze man global die Spitzenposition. Dank der Bayer-Vertriebsinfrastruktur verspricht man sich eine leichtere Einführung erworbener Marken außerhalb der USA.

Die Integration der neuen Sparte sei bereits gestartet, heißt es in der Firmenmitteilung. Leiten wird das Geschäft Erica Mann, Mitglied des Executive Committees von Bayer HealthCare und verantwortlich für die Division Consumer Care. Das fusionierte Geschäft soll von den bisherigen Bayer-Standorten in Whippany (New Jersey/USA), Basel (Schweiz), Schanghai (China), Leverkusen (Deutschland) und Singapur aus gesteuert werden. Die Mitarbeiter, rund 2000 von Merck & Co. und etwa 8800 von Bayer, werden unter einem Dach zusammengeführt. Auch Einsparungen erwartet Bayer: Man gehe von Kostensynergien in der Größenordnung von 200 Millionen Dollar pro Jahr aus, insbesondere bei Marketingaufwendungen und Herstellungskosten.


Dr. Benjamin Wessinger


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