ABDA-Präsident zur Medienpräsenz

Schmidt: PR ist kein Selbstzweck

Berlin - 21.08.2014, 09:00 Uhr


Im ersten Jahr seiner Amtszeit produzierte Friedemann Schmidt mit öffentlichen Äußerungen gewollte und ungewollte Schlagzeilen. Seitdem ist es ruhiger geworden um den ABDA-Präsidenten. Im DAZ-Interview erläutert Schmidt seine veränderte Medienstrategie: „Ich werde mich nicht zu Themen äußern, die öffentliche Aufmerksamkeit garantieren, nur um zu demonstrieren, dass wir Apotheker dazu eine Position haben“, so der ABDA-Präsident. Und weiter: „Das ist kein Selbstzweck. Wir äußern uns zu Themen, wenn Apotheker originär betroffen sind, weil sie tatsächlich dazu einen inhaltlichen Beitrag zu leisten haben.“

Mit Bezug auf den Brief der ostdeutschen Apothekerkammern wies Schmidt den Eindruck zurück, es handele sich um Kritik an seiner Amtsführung. „Es geht doch auch immer um den Zeitpunkt für öffentliche ABDA-Stellungnahmen. Ich verstehe, dass sich die Kammer Thüringen beim Thema Verblisterung eine kraftvolle Aussage der ABDA wünscht“, so der ABDA-Präsident. Der Geschäftsführende Vorstand der ABDA sei allerdings der Auffassung, dass derzeit dafür nicht der richtige Zeitpunkt gekommen sei, weil es aktuell keinen politischen Handlungsbedarf gebe. Schmidt: „Falls sich die Politik entschließen würde, Verblisterung als Regelversorgung zu etablieren, würde die ABDA sich dazu klar und lautstark zu Wort melden.“

Auch mit Blick auf die vergangene Diskussion um die „Pille danach“ rechtfertige Schmidt die zurückhaltende Öffentlichkeitsstrategie der ABDA: Die ABDA habe zur Pille danach eine klare Position, die sie auch öffentlich vertreten habe. „Die ABDA ist aber nicht die politische Kraft, die die politische Meinungsbildung innerhalb der Großen Koalition entscheiden kann und will“, so Schmidt. Es gebe auch innerhalb der Apothekerschaft dazu unterschiedliche Auffassungen, die er als Präsident respektiere. „Ich persönlich bin ganz klar für die Freigabe der Pille danach. Mit meiner persönlichen Haltung kann und will ich mich aber nicht als ABDA-Präsident politisch positionieren und in kontroverse Diskussion zwischen Union und SPD einmischen“, so Schmidt im DAZ-Interview.


Das komplette Interview mit Friedemann Schmidt finden Sie in der aktuellen DAZ Nr. 34, 2014, S. 19.


Lothar Klein


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