Apothekerkammer Schleswig-Holstein

Kammer fordert Antwort von ABDA ein

Kiel - 16.05.2013, 10:19 Uhr


Die neu gewählte Kammerversammlung der Apothekerkammer Schleswig-Holstein verabschiedete bei ihrer ersten Sitzung am Mittwoch einen Auftrag an den Vorstand. Darin fordert sie eine Antwort auf ihre Resolution vom 14. März 2012 an den geschäftsführenden Vorstand der ABDA. Außerdem erwarte die Kammerversammlung „eine transparente Darstellung zur Anstellung und Entlassung der drei letzten Pressesprecher“.

Der Auftrag wurde vom Delegierten Ulrich Ströh, Kiel, angeregt. Ströh hatte in der Kammerversammlung beklagt, dass noch immer keine Antwort der ABDA auf die Resolution vom März 2012 eingegangen sei. Er fände dies unangemessen. In der Resolution hatte die Kammerversammlung den geschäftsführenden Vorstand der ABDA aufgefordert, zeitnah über die künftigen Funktionen des Deutschen Apothekertages und die Zusammensetzung der ABDA-Mitgliederversammlung zu berichten. Den aktuellen Anlass für Ströhs Anliegen bildeten jüngste Äußerungen von ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Dessen Warnung an junge Pharmazeuten „keine kleinen Buden gegen Warenlager zu übernehmen“, habe ihn betroffen gemacht. Dies spalte die Kollegenschaft. Ähnliches gelte für Äußerungen über die angebliche Larmoyanz von Apothekern.

Kammerpräsident Gerd Ehmen hielt dem entgegen, die Strukturen und Arbeitsverhältnisse im Ehrenamt hätten sich in den letzten Jahren laufend zum Positiven verändert. Das Nachfragen bei der ABDA sei neu. Die Arbeit werde transparenter für die Mitglieder, sodass in Foren und Blogs nicht mehr so viel spekuliert werden könne. Er räumte aber auch ein, die ABDA-Führung sei von den Problemen um das Amt des Pressesprechers sehr betroffen. Doch verteidigte Ehmen das System des Ehrenamts: „Ich bin für das System und dulde bis zu einem gewissen Grad auch Fehler“, so Ehmen. Sonst bekomme man niemanden für ein Ehrenamt. Ehmen krisierte die Argumentation von Ströh, die Beiträge für die ABDA den gemachten Fehlern gegenüberzustellen. Es solle auch gesehen werden, was die ABDA für die gezahlten Beträge leiste. „Was wir tun müssen, ist kritisch zu beobachten“, so Ehmen.

Ehmen erklärte, die Apothekerkammer Schleswig-Holstein habe während seiner ersten Amtsperiode ein Organigramm mit Zuständigkeiten geschaffen, das es bei der ABDA nicht gegeben habe. Zum internen Bericht über die Datenaffäre erläuterte Ehmen, alle Belege seien geprüft worden. Dann seien zehn Prozent aus verschiedenen Segmenten weiter untersucht worden. Hinsichtlich des weiteren Vorgehens sei zu fragen: „Was bringt uns weiter?“ Alle wesentlichen Inhalte seien in der Kurzform des Berichts enthalten. Dagegen bringe die Veröffentlichung der Langfassung nicht mehr, hier müssten aber viele Passagen wegen persönlicher Rechte geschwärzt werden. Der Delegierte Gerhard Wandel, der auch Vorstandsmitglied im Apothekerverband Schleswig-Holstein ist, folgerte, der Bericht sei eigentlich ein Lob, weil die Belege nach Hierarchieregeln abgezeichnet worden seien, obwohl es dafür keine schriftlichen Regelungen gab. Trotz dieser Relativierungen sprach sich die große Mehrheit der Delegierten für den Auftrag aus, bei der ABDA nach Antworten zu fragen.


Thomas Müller-Bohn


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