Forschungsinvestitionen

Pharma- und Biotech weltweit Spitze bei F&E-Investitionen

28.10.2011, 11:46 Uhr


Die Pharma/Biotech-Unternehmen haben im Jahr 2010 ihre F&E-Ausgaben weltweit um 6,2% erhöht und damit ihren ersten Platz als Investor unter allen Branchen weiter ausgebaut. Mit 19,1% der F&E-Ausgaben aller untersuchten Firmen verwies Pharma/Biotech sogar die Branchen Technologie, Hardware und Ausrüstung (16,6%) sowie Automobil und Zubehör (15,0%) auf die hinteren Plätze.

Seit einigen Jahren erstellt die Europäische Kommission jährlich einen „EU-Anzeiger für Forschungsinvestitionen der Industrie“. In der jetzt veröffentlichten Ausgabe 2011 werden die F&E-Aktivitäten von insgesamt 1400 Firmen im Jahr 2010 untersucht: 400 mit Hauptsitz in der EU - darunter 43 Pharma/Biotech-Unternehmen - und 1000 Firmen mit Hauptsitz in Drittländern - darunter 103 aus dem Bereich Pharma/Biotech.
Insgesamt finden sich unter den weltweit 50 forschungsstärksten Firmen fünfzehn aus der Pharma/Biotech-Branche, darunter Roche und Pfizer mit jeweils rund 7 Mrd. Euro auf den Plätzen 1 und 2, gefolgt von US-Merck (5), Novartis (8) und Johnson & Johnson (10).

Bei den reinen Biotechfirmen liegt Amgen auf Platz 1, gefolgt von BiogenIdec, Celgene, Gilead, Genzyme und Vertex. Unter den Firmen mit Hauptsitz in der EU belegen Sanofi-Aventis, GSK, Bayer und AstraZeneca Plätze unter den Top-Ten (4, 5, 8 und 9), gefolgt von Boehringer Ingelheim (14), Merck (25) und Novo Nordisk (27).

Hinsichtlich der Zuwachsraten zeigen sich international deutliche Unterschiede. Hier geben die USA eindeutig den Ton an. In welchem Ausmaß Pharma/Biotech dort bei den F&E-Ausgaben zugelegt haben, zeigen die Zahlen für die folgenden drei US-Firmen: US-Merck: +47%, Abbott: +36% und Pfizer:+21%. Hier wirken sich allerdings auch größere Übernahmen wie Merck/Schering Plough oder Pfizer/Wyeth mit aus. Die EU ist diesbezüglich weiter hinter den USA zurückgefallen, und Japan verzeichnete sogar einen Rückgang der F&E–Ausgaben um 12,5%. Deutlich werden die Kräfteverhältnisse auch an dem folgenden Vergleich: In den USA trägt Pharma/Biotech 24% der gesamten F&E-Ausgaben der Industrie, in der EU 16 % und in Japan 11%.

Ob sich in den nächsten Jahren weitere Zuwächse werden realisieren lassen, hält der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland angesichts von Patentausläufen und rigiden Sparmaßnahmen im Arzneimittelbereich für zweifelhaft.


Dr. Helga Blasius


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