Pharmaindustrie

100 Milliarden US-Dollar für F&E

09.03.2015, 08:50 Uhr

Pharma investiert vor allem in Biotech-F&E-Projekte.(Foto: カシス - Fotolia.com)

Pharma investiert vor allem in Biotech-F&E-Projekte.(Foto: カシス - Fotolia.com)


Remagen - Die Top 25 Biopharma-Unternehmen haben im Jahr 2014 zusammen 100,4 Milliarden US-Dollar in Projekte der Forschung und Entwicklung (F&E) investiert. Davon entfallen 94,10 Milliarden auf die Top 20. Das sind sechs Prozent mehr als die Top-20 im Jahr 2011 in entsprechende Projekte steckte. Seinerzeit hatte Genetic Engineerung & Biotechnology News (GEN) erstmals eine entsprechend Liste vorgestellt – nun wurde sie aktualisiert. Sie zeigt: Während „Big Pharma“ seine interne F&E zurück fährt, stocken die großen Biotech-Unternehmen die Forschungsausgaben mächtig auf.

Die Rückgänge bei Big Pharma werden allerdings nicht als besonders gravierend angesehen. So haben die zehn größten „Heritage“-Arzneimittelentwickler auf der Liste unter dem Strich nur ein Prozent weniger ausgegeben als vor vier Jahren (2014: 69,1 Mrd. US-Dollar). Demgegenüber haben die sechs Biotechs, die in beiden Listen erscheinen, ihre Investitionen um fast 50 Prozent erhöht. Vier davon haben jedoch in 2014 weniger tief in die Tasche gegriffen als im Jahr zuvor, und zwei haben laut GEN für 2015 Kürzungen angekündigt.

Die Gründe für den F&E-Anstieg bei den großen Biotech-Unternehmen bezeichnet GEN als „so vielfältig wie die Unternehmen selbst“. Unter anderem hätten die Biotech-Riesen in den letzten Jahren viel Geld in den Abschluss von Studien im Spätstadium der Entwicklung von Produkten gesteckt, die kürzlich auf den Markt gekommen sind. Als erfolgreichstes dieser großen Biotech-Medikamente wird Sovaldi von Gilead Sciences angeführt. Das Hepatitis-C-Arzneimittel hat es nicht nur aus dem Stand auf Platz 2 der GEN-Liste der 25 meistverkauften Medikamente geschafft, sondern auch direkt die achtstellige Umsatz- Benchmark geknackt.

Etwas unübersichtlich wird die Lage durch die Fusionen und Übernahmen. Viele Käufer führen die F&E-Programme der Firmen, die sie erworben haben, weiter, was bei den Zahlen zu Verzerrungen führen kann. Ein anderer, weniger offensichtlicher Aspekt ist laut GEN, dass die Arten der Zusammenarbeit, die anstelle hausinterner Forschung getreten sind, häufig Vorauszahlungen und Zusagen beinhalten, die Forschung des Partner zu finanzieren. Beides wird aus F&E-Haushalten finanziert. Wie weit das gehen kann, belegt das Beispiel eines Unternehmens auf dieser Liste, das einer Vorauszahlung von mehr als einer Milliarde US-Dollar zugestimmt haben soll.

Die Top 5 auf der Liste sind:

  • Roche (10,4 Mrd. US-Dollar bzw.  9,9 Mrd. Schweizer Franken, +6,7 % gegenüber 2013)
  • Novartis (9,1 Mrd. US-Dollar, +0,2 %)
  • Johnson & Johnson (8,5 Mrd. US-Dollar, +3,8 %)
  • Pfizer (8,4 Mrd.US-Dollar, +25,7 %)
  • Merck & Co bzw. MSD (7,2 Mrd. US-Dollar, +4,3 %).

GEN weist darauf hin, dass die Merck KGaA als einer der Top-F&E-Investoren der letzten Jahre auf der Liste fehlt. Dies wird damit begründet, dass dessen Jahresabschluss bei der Finalisierung des Rankings noch nicht vorlag.


Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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