Aus Kammern und Verbänden

Mehr Transparenz bei der Hautgesundheit

Rund 200 Teilnehmer verschiedener Fachbereiche trafen sich zu einem interdisziplinären Erfahrungsaustausch anlässlich der 13. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) vom 30. März bis 1. April in Heidelberg. Die Themen reichten von der Diagnostik und Prävention des hellen Hautkrebses über neue Erkenntnisse zur Hautalterung bis zur Frage nach dem Nutzen und der Sicherheit von Nanopartikeln. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der Verleihung des diesjährigen Dermopharmazie-Innovationspreises an Prof. Dr. Christel Müller-Goymann für ihre herausragenden Arbeiten bei der Entwicklung optimierter Trägersysteme in topischen Hautarzneimitteln.
Prof. Dr. Christel Müller-Goymann
Foto: Wartenberg

Unter der wissenschaftlichen Leitung des Dermatologen Prof. Dr. Thomas L. Diepgen von der Abteilung Klinische Sozialmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg bildete die GD-Jahrestagung einen höchst informativen Rahmen für Pharmazeuten und Dermatologen, Fachleute aus der Hochschule und der pharmazeutischen Industrie.

In vier Symposien referierten dermatologische Experten über allergische Reaktionen an Haut und Nasenschleimhaut, setzten sich mit dem Thema Hautalterung auseinander, sprachen über klinische Erfahrungen und den therapeutischen Benefit von Magistralrezepturen und diskutierten sowohl Risiken als auch Nutzen von Nanopartikeln in der Dermatotherapie.

Breitgefächertes Programm

Das wissenschaftliche Hauptprogramm bot als interdisziplinäre Vortragsreihe zwischen Medizin und Pharmazie zahlreiche Neuigkeiten zur Prävention und Therapie von Hauterkrankungen. Die topische Anwendung pflanzlicher Substanzen wurde dabei ebenso aufgegriffen wie die Behandlung des Melasma (Hyperpigmentierungen im Gesicht) oder des chronischen Handekzems. Zudem stellten die Referenten Synthesewege, Trägersysteme und Methoden zur Prüfung der Wirksamkeit, des biochemischen Verhaltens und der Verträglichkeit dermatologischer Wirkstoffe vor. Hierbei interessierten vor allem neu entwickelte In-vitro-Modelle zur Charakterisierung der Penetration von Fremdstoffen durch Humanhaut, die mögliche Alternativen zu Tierversuchen darstellen. Entsprechend der neuen Kosmetikrichtlinie der EU dürfen ab 2009 keine Stoffe mehr in Kosmetika eingesetzt werden, die nach diesem Termin an Tieren getestet wurden.

Mit wissenschaftlich fundierten und praxisbezogenen Beiträgen ergänzten sechs Firmenseminare und ein Rezeptur-Workshop des Netzwerks "hautapotheke.de" die Vortragsreihe.

Dermopharmazie-Innovationspreis erstmals an Pharmazeutin

Voraussetzung für die erfolgreiche äußerliche Behandlung einer Hautkrankheit ist, dass der angewendete Arzneistoff in ausreichend hoher Konzentration an den Ort der Erkrankung gelangt. Der Arbeitskreis um Prof. Dr. Christel Müller-Goymann im Institut für Pharmazeutische Technologie der TU Braunschweig entwickelte dazu innovative Trägersysteme für Substanzen, die aus chemisch-physikalischen Gründen die Hautbarriere nicht oder nur unzureichend überwinden können. So gelang es der Wissenschaftlergruppe beispielsweise, den zur photodynamischen Therapie eingesetzten und nur begrenzt stabilen Wirkstoff 5-Aminolävulinsäure (5-Amino-4-oxopentansäure) mittels eines Thermogels in die Haut penetrieren zu lassen. Die GD würdigte die erfolgreichen Arbeiten des Forscherkreises mit dem Dermopharmazie-Innovationspreis. So überreichte der GD-Vorsitzende Dr. Joachim Kresken diesen Preis erstmals an eine Pharmazeutin, Prof. Dr. Christel Müller-Goymann.

Sonne gesund erleben

Ein zentrales Thema der GD-Jahrestagung war die Prävention und Therapie chronischer Lichtschäden durch UV-Strahlung. Steigendes Lebensalter und das geänderte Freizeitverhalten vieler Menschen gelten nach Aussage des Sprechers der Task Force "Licht.Hautkrebs.Prävention", Prof. Dr. Thomas L. Diepgen, als wesentliche Ursachen nicht nur für das Auftreten von Falten oder Sonnenflecken, sondern auch für die deutliche Zunahme von schwarzem Hautkrebs (Melanom) und insbesondere von hellem Hautkrebs (Spinaliom und Basaliom).

Die fachübergreifende Arbeitsgruppe von Lichtschutzexperten der GD trug der steigenden Inzidenz des hellen Hautkrebses, dessen Bezeichnung von der Fachgesellschaft geprägt und verbreitet wurde, mit einer neuen Ratgeberbroschüre Rechnung. Unter dem Titel "Sonne gesund erleben" werden den Lesern die Vor- und Nachteile der Sonnenstrahlung und das ABC des Lichtschutzes vermittelt; dabei wird alles Wichtige über Sonnenschutzmittel erklärt und auf die Entstehung, Diagnose und Behandlung des hellen Hautkrebses eingegangen.

Die Broschüre "Sonne gesund erleben" kann von den Websites der GD heruntergeladen oder direkt bei der GD angefordert werden.

Apothekerin Franziska Wartenberg

 

Internet

Gesellschaft für Dermopharmazie
Netzwerk "hautapotheke.de"
Task Force "Licht.Hautkrebs.Prävention"

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