Prisma

Keine Katze fürs Kind, wenn die Mutter Asthma hat

Wenn sich Kinder Katzen wünschen, ist dies bezüglich ihres Allergierisikos eigentlich positiv zu bewerten. Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass Kinder, die mit Katzen aufwachen, seltener Allergien oder Asthma entwickeln. Mit einer Ausnahme: Leidet die Mutter unter Asthma, dann erhöht die Katze im Haus das Asthmarisiko für das Kind sogar um das Dreifache.

Zu diesem Ergebnis kamen amerikanische Wissenschaftler nach der Untersuchung von mehr als 450 Kindern aus Familien, in denen Allergien vorhanden waren. Wie die Forscher um Juan Celedón vom Brigham and Women's Hospital, Boston, in der Fachzeitschrift "The Lancet" schreiben, sammelten sie mithilfe von regelmäßigen Telefoninterviews Informationen über die Lebensumstände der Eltern und Kinder – z. B. wie oft sie mit Haustieren in Kontakt kamen – und über ihren Gesundheitszustand. Zusätzlich zu den Befragungen gingen die Wissenschaftler zu den Familien und sammelten Staubproben in deren Häusern ein.

Die Auswertung des so gewonnenen Datenmaterials ergab, dass Katzen bei Kindern, deren Mütter nicht unter Asthma litten, einen positiven Effekt hatten. Die Kinder waren deutlich seltener von Allergien und Asthma betroffen. Bei Kindern, deren Mütter Asthma hatten, sah die Lage dagegen ganz anders aus: War eine Katze im Haus, zeigten diese Kinder weitaus häufiger ebenfalls Asthmasymptome als Kinder von Asthmatikerinnen, die keinen Kontakt zu Katzen hatten.

Erklären lässt sich das Ergebnis laut den Studiendurchführenden wahrscheinlich über genetisch bedingte Empfindlichkeiten, die Asthmatikerinnen an ihre Kinder vererben. Einen Beleg hierfür gibt es jedoch noch nicht. Um genauere Aussagen machen zu können, wollen die Wissenschaftler die Krankheitsgeschichte der Kinder auch weiterhin verfolgen und zusätzliche Umweltfaktoren in die Auswertung miteinbeziehen. ral

Quelle: The Lancet 2002, Vol. 360, Nr. 9335

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