Deutsche Ratspräsidentschaft

EU-Parlamentarier unterstützen Prioritäten von Jens Spahn

Remagen - 09.07.2020, 13:45 Uhr

Das Europäische Parlament ist bereit für die EU-Ratspräsidentschaft. (Foto: imago images / Le Pictorium)

Das Europäische Parlament ist bereit für die EU-Ratspräsidentschaft. (Foto: imago images / Le Pictorium)


Europäische Union hat mehr Möglichkeiten als sie derzeit nutzt

Zwar blieben die Mitgliedstaaten für viele Teile der Gesundheitspolitik verantwortlich. Die Europäische Union habe jedoch viel mehr Möglichkeiten als derzeit genutzt. Konkret stellt die EVP-Fraktion in dem Positionspapier ein ganzes Bündel von Forderungen auf, darunter:

  • die Einrichtung eines speziellen EU-Fonds, um die Mitgliedstaaten bei der Stärkung ihrer Krankenhausinfrastruktur und ihrer Gesundheitsdienste zu unterstützen,
  • ein europäisches Netzwerk von auf Pandemien spezialisierten Krankenhäusern in jeder EU-Region,
  • einen neuen Aktionsplan für das EU-Gesundheitspersonal, der die Pandemieerfahrungen berücksichtigt,
  • Maßnahmen, mit denen die erheblichen Unterschiede in der Kapazität der Gesundheitssysteme an  medizinischem Fachpersonal gemildert werden sollen,
  • die Umwandlung des Europäischen Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in eine vollwertige Europäische Gesundheitsagentur mit erweiterten Kompetenzen zur Koordination von Pandemie-Reaktionen und zur Umsetzung grenzüberschreitender Maßnahmen,
  • die Einführung eines „Aktionsplans für die Autonomie der Gesundheit“, um kritische/essentielle medizinische und pharmazeutische Produkte sowie wichtige medizinische Geräte in ausreichender Anzahl innerhalb der EU herzustellen und zu lagern,
  • einen Aktionsplan gegen den Mangel an lebenswichtigen/lebensrettenden Arzneimitteln sowie mehr Transparenz in der Produktions- und Vertriebskette von Arzneimitteln, 
  • mehr Befugnisse für die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) auf dem Gebiet der Überwachung und Verhinderung von Arzneimittelengpässen 

EU-Rechtssystem für gesundheitliche Notfälle überprüfen

Um die Reaktionsfähigkeit der EU und der Mitgliedstaaten zu stärken, schlägt die EVP-Fraktion weiterhin vor, das EU-Rechtssystem für gesundheitliche Notfälle auf der Grundlage der Pandemieerfahrung zu überprüfen und zu aktualisieren. Außerdem soll die internationale Kooperation, insbesondere im Bereich der WHO gestärkt werden. Hierzu schlagen sie einen jährlichen europäischen „Pandemic Science Summit“ vor, als Forum für die Entscheidungsträger, die Pharmaindustrie, und andere relevante Interessengruppen.

Verbesserung der Packungsbeilage

Schließlich thematisiert das Positionspapier auch noch einen Dauerbrenner in der Diskussion um eine angemessene Arzneimittelinformation der Patienten, nämlich die Ausgestaltung der Packungsbeilage. Hier kramt die EVP-Fraktion einen Vorschlag aus der Schublade hervor, der schon mehrmals herausgeholt und immer wieder dorthin versenkt wurde. Die EVP-Fraktion unterstützt die Idee, die Packungsbeilage patientenfreundlicher zu machen, indem die wichtigsten Informationen und Nebenwirkungen des Arzneimittels in einer leicht lesbaren „Drug Fact Box“ beschrieben werden.

Viele Anliegen der EVP-Fraktion spiegeln sich in einem gemeinsamen Entschließungsantrag zur Strategie der EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit für die Zeit nach der COVID-19-Pandemie (2020/2691(RSP) wider, auf den sich die größten Fraktionen im EU-arlament geeinigt haben. Er soll morgen im Europäischen Parlament angenommen werden.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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Probleme nicht nur verschieben

1 Kommentar

Prioritätenliste.

von Roland Mückschel am 09.07.2020 um 14:39 Uhr

Auweia, das kostet. Fürchte dass wir in unsere Schlafmütze
sehr viel Geld stopfen müssen.
Und dabei fehlen die für uns Apotheker wichtigsten Forderungen.
Uninteressant, stört nur.

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