Apotheken-Rettung auf allen Kanälen

Apotheker schreiben Postkarten an Bundestagsabgeordnete

Stuttgart - 17.04.2019, 16:00 Uhr

Diese digitale Postkarte sollen Apotheken an den/die Bundestagsabgeordneten des jeweiligen Wahlkreises schicken. (Foto: #retteDeineApotheke)

Diese digitale Postkarte sollen Apotheken an den/die Bundestagsabgeordneten des jeweiligen Wahlkreises schicken. (Foto: #retteDeineApotheke)


Vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin haben bereits im März rund 500 Apotheker und Apothekenmitarbeiter protestiert. Die drei Nachwuchsapotheker Maria Zoschke, Dr. Joachim Schrot und Maximilian Wilke hatten den Protestmarsch unter #retteDeineApotheke auf die Beine gestellt. Auf Facebook und Twitter waren sie schon zuvor aktiv und sind es immer noch. Seit vergangenem Freitag wollen sie erneut „als Basis Druck“ machen: Mit Postkarten und einem Schreiben, das die Apotheker an alle Bundestagsabgeordnete schicken sollen – „für die Zukunft der Apotheken“.  

Der Protestmarsch in Berlin, bei dem kürzlich knapp 500 Apotheker und Apothekenmitarbeiter für den Erhalt der Apotheke vor Ort auf die Straße gingen, war nicht die letzte Aktion der Apotheker-Initiative #retteDeineApotheke. Auf Twitter und Facebook ging die PR-Arbeit weiter: Zunächst mit zwei Grafiken, von denen eine auf Facebook tausendfach geteilt wurde. In der Grafik werden die Leistungen und Qualitätsmerkmale der EU-Versender denen der Vor-Ort-Apotheken gegenübergestellt.

Vergangenen Donnerstag haben die drei Begünder der Protestbewegung #retteDeineApotheke (Maria Zoschke, Dr. Joachim Schrot und Maximilian Wilke) nach eigenen Angaben die nächste Kommunikationsstufe gezündet: Im Postkartenformat (siehe Foto) verbreiten sie die Botschaft, dass keiner „Arzneimittelversorgung besser“ kann „als die deutschen Apotheken“ und stellen drei Forderungen:

  • eine auskömmliche und zeitgemäße Honorierung der Apotheken
  • eine Festschreibung der Rx-Preisbindung im Arzneimittelgesetz
  • die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips im Apothekenwesen

Diese Forderungen sollen „alle, denen die Apotheke vor Ort am Herzen liegt“ als digitale Postkarten per Mail an ihre jeweiligen Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis schicken. Dazu ruft die Protestbewegung auf Facebook auf. Außerdem soll in die Mail, mit dem Betreff „Für die Zukunft der Apotheken“, ein vorgefertigter Text eingefügt werden, der die Forderungen näher begründet. Dieser findet sich auch auf Facebook.

99 Likes hat die Bitte um Unterstützung beim Versenden der Postkarten auf Facebook bis jetzt erhalten – außerdem wurde der Aufruf 106-mal geteilt und 35-mal kommentiert (Stand:17.04.2019, 14:45 Uhr). Geteilt hat den Beitrag beispielsweise auch der Adexa-Vorsitzende Andreas May, der auch auf der Abschlusskundgebung der Demonstration am 24. März in Berlin gesprochen hatte.

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In der Kommentarspalte finden sich Zustimmung „Done!!!“, Lob und konstruktive Kritik sowie weitere Prominenz: Sylvia Gabelmann (Die Linke) schrieb beispielsweise: „Ich unterstütze diese Forderungen ja bekanntermaßen sehr gerne –aber von ‚Sehr geehrter Herr Abgeordneter‘ fühle ich mich definitiv nicht angesprochen.“

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Das schönste Lob gab es wohl von Ingrid Schierle, sie schrieb: „Ich habe bisher immer die ABDA verteidigt, da ich der Meinung bin, es ist einfach, andere zu kritisieren, wenn man nicht selbst in der Verantwortung steht und bessere Alternativvorschläge vorbringen kann. Und dann kam #retteDeineApotheke ![…]“ Sie lobt, dass die Protestaktion nicht „nörgelt“ sondern aktiv die „breite Masse der Apotheker (hoffentlich) mitreißt“.
Übrigens, wem der Name Ingrid Schierle bekannt vorkommt: Im Dezember 2018 suchte sie Unterstützer für eine Petition mit der Forderung „25 Prozent Mehrwertsteuer für Waren von Amazon und Co!“


Diana Moll, Apothekerin und Volontärin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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