Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

28.10.2018, 07:00 Uhr

Apotheker auf Station – eine echte Chance: Wir können Arzneimittelmanagement! (Foto: Andi Dalferth)

Apotheker auf Station – eine echte Chance: Wir können Arzneimittelmanagement! (Foto: Andi Dalferth)


Apotheker auf Station, ab 1. 1. 2022 – endlich! Ein Meilenstein, aber leider nur in Niedersachsen. Warum nicht in allen Bundesländern? Das sollten wir Herrn Spahn fragen! Apropos, wie weit sind die Gespräche über unsere Honorierung, über den Ausgleich dafür, dass wir mit ausländischen Versendern einen unfairen Wettbewerb erleiden müssen? Die Krake Amazon hat ihre Fangarme in den europäischen Markt schon ausgestreckt.

22. Oktober 2018 

Da hat er eine Diskussion losgetreten: Jens Spahn sagte auf dem Apothekertag, er könne sich durchaus vorstellen, dass Apotheker impfen. Die reflexartige Gegenreaktion der Ärzte: Dann fordern wir das Dispensierrecht. Und schon kommen Gesundheitspolitiker aus der Deckung, die diesen Ball weiterspielen, vorne als Stürmer mit dabei Karl Lauterbach: Es wäre nicht falsch, wenn Ärzte unter besonderen Bedingungen auch Arzneimittel abgeben dürften. Aber natürlich dürften Hausarztpraxen nicht die Apotheken ersetzen, schiebt er noch nach, und Apothekensterben wäre fatal. Ist ja gut, mein liebes Tagebuch, dass das schon bei ihm angekommen ist. Nach seiner Meinung sollten sogar die Apotheken noch gestärkt werden, z. B. durch eine höhere Vergütung von Beratungsleistungen – deutlicher wurde er bei diesem Thema allerdings nicht. Schade, da hätten wir schon gerne gewusst, wie er sich das konkret vorstellt. Und auf der Gegenseite: NRW-Gesundheitsminister Laumann, der überhaupt nichts davon hält, wenn Ärzte Arzneimittel abgeben wollen. Arzt und Apotheker sollten mehr mit- statt gegeneinander arbeiten. Auch die Verbraucherschützer lehnen das Ansinnen der Hausärzte ab, da die Arzneimittelsicherheit leiden würde und Arztpraxen überfordert wären. Und, mein liebes Tagebuch, wie geht’s weiter? Alles nur ein Strohfeuer. Die Diskussion um impfende Apotheker wird sehr schnell verlöschen, zumal auch die ABDA null Interesse an einem „Kompetenzgerangel und Rückfall in alte Revierkonflikte“ zwischen beiden Professionen hat. Leider ist die Zeit bei uns für dieses Thema, anders als z. B. in der Schweiz, wo es bereits impfende Apotheker gibt, nicht reif – noch nicht.


Da hat unsere ABDA mit dem Datenpanel endlich mal eine gute Idee umgesetzt und dann machen zu wenige Apothekers mit. Kinners, so geht’s doch auch nicht. Sich darüber beschweren, dass uns Honorargutachten um die Ohren gehauen werden und das Wirtschaftsministerium unseren Zahlen misstraut, aber sich selbst nicht daran beteiligen, dass wir zu glaubwürdigeren Zahlen kommen. Irgendwo müssen sie doch herkommen – und das geht doch am besten durch eine Befragung. Also, mitmachen, dauert angeblich nur 25 Minuten und 45 Euro gibt’s obendrein, für die man dann nett essen gehen kann. Keine Sorge, die Auswertung der Angaben lässt keine Rückschlüsse auf den Teilnehmer zu und die Daten werden pseudonymisiert und aggregiert.  Also, liebe Apothekenleiter, mitmachen! Ziel der ABDA ist es, eine repräsentative Auswertung für die politische Arbeit, für Vertragsverhandlungen, interne Meinungsbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu ermöglichen. So ein Datenpanel ist doch längst überfällig!



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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11 Kommentare

Zu Sache mit den

von Peter Lahr am 29.10.2018 um 10:34 Uhr

Zahnärzten sollte man aber vielleicht erwähnen, dass es sich für sie lohnt ein Angestelltendasein bei einem Investor in Betracht zu ziehen. Bei uns hingegen wird mMn eine andere Strategie verfolgt. Möglichst vielen Apotheken das Wasser abgraben um die ehemaligen Eigentümer dann für lau als Kettenfilialleiter zu bekommen und, was eine unbedingte Voraussetzung für die Zukunft wäre, das Pharmaziestudium in seiner jetzigen High End Variante nur für die Forschung in der Industrie zu belassen, aber den Apotheker für die Offizin dann beispielsweise durch die Verlagerung an die FH oder sogar durch eine Umwandlung in einen Bachelor Studiengang bildungstechnisch soweit zurückzustutzen, dass Ansprüche beim Gehalt wie bei den heutigen Besitzern einer Durchschnittsapotheke und vom Umsatz/Ertrag darüber liegende Apotheken keine Basis mehr hätten.
Wenn man nun den Hang zu Verschwörungstheorien hätte könnte man genug Punkte anhand des Umgangs mit uns, wie er schon lange die Regel ist, dazu finden. Wieso gesteht man uns Apothekern die es heute aus ihrer Bildung heraus könnten nicht neue, zusätzlich angemessen bezahlte Bereiche (nicht anstelle vom Packungshonorar, neee on Top ;)) und eine Erhöhung des Packungshonorars zu? Weil man die Zukunft mit deutlich geringer qualifizierten Offizinern plant die diese Bereiche nicht bedienen könnten oder dürften, die dafür aber dann für den "Verkauf" schön billig sind? Wir betteln NUR um einen Inflationsausgleich den Ärzten aber schmeisst Spahn ein 700 Mio Geschenk zur sowieso jährlich festgeschriebenen Honorarerhöhung vor die Füße ohne dass diese großartig danach gefragt haben damit sie mehr Zeit für GKV Patienten aufbringen und wir werden auf dem Niveau von Bittstellern behandelt? WIR bräuchten nach 14 Jahren eine knappe Milliarde die angeblich nicht da ist, begründet mit den ja immer mehr werdenden Chronikern und den immens steigenden Packungszahlen? Seit 2004/5 besagt komischerweise jede Statistik im Bezug auf durch die GKV erstattete Packungszahlen, dass im Schnitt pro Jahr so 740 Mio Packungen abgegeben werden (2003 offizielle Zahlen vom Bund 749 Mio Packungen, 2017 ABDA Statistik 741 Mio Packungen). Dass diese Packungen immer teuerer werden kann man nicht abstreiten, aber der Anteil den wir davon abbekommen ist marginal. Als die Ausgaben so bei 20 Mrd nach Abzug des Honorars gelegen haben war unser Anteil in Form der 3% auf den EK ca 600 Mio daran, bei 28 Mrd nach Abzug des Honorars 2017 sind es 840 Mio was eine Steigerung für UNS pro Jahr von 17 Milliönchen ausmacht oder 857 Euro pro Jahr und Apotheke. Im Gegenzug spart durch die Rabattverträge JEDE Apotheke im Schnitt den Kassen 200 000. Mir kommt mittlerweile alles im Bezug auf uns spanisch vor, gerade vor dem Hintergrund was man uns auf die steigenden Packungszahlen erzählt.
Zu den Zahlen was die RX Packungen bis 2003 angeht:

http://www.gbe-bund.de/pdf/Kap4.1.3_Arzneimittel.pdf

Einfach mal erstaunt durchlesen, recht erhellend ;)

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AW: Zu Sache mit den

von Kleiner Apotheker am 30.10.2018 um 9:59 Uhr

Naja, und die 3% auf den EK bringen eh nichts.

1% vom Netto-VK bekommt die Kammer.
1% vom Netto-VK bekommt der Verband.
Und die Kosten für die Bilanzerstellung des Steuerberaters berechnen sich nach Umsatz.

die 3% gehen in die eine Tasche rein und aus der anderen wieder raus.

Verschaukelt

von Reinhard Rodiger am 28.10.2018 um 14:27 Uhr

Ich kann es nicht oft genug wiederholen,wir werden von allen Seiten verschaukelt. Offensichtlich hat der Glauben, zusätzliche Aufgaben können durch Imagegewinn unsere Existenz sichern, zugunsten der Vernachlässigung des Kernziels gewirkt. Das ist die finanzielle Sicherung der Basiversorgung.Davon ist nirgends die Rede. Nebenthemen
bestimmen.

Das Fatale ist, dass der vermeintliche Zugewinn an Handlungsfähigkeit und Wohlgefühl gegen
VORHERIGE SANIERUNG DER BASISFINANZIERUNG
eingetauscht zu sein scheint. Imagegewinn gibt es nur durch Anerkennung der Basistätigkeit- finanziell nachvollziehbar.

Vielleicht täusche ich mich, aber ich sehe den Ausverkauf der
BASISVERSORGUNG gegen nicht substantiell belegbare
Hoffnung . Sieht das wirklich nur wenige?

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Eigentlich

von Karl Friedrich Müller am 28.10.2018 um 13:37 Uhr

Wollte ich über ein ganz anderes Thema schreiben:
Janumet, Januvia, MSD
Über Pharma Mall geht nichts mehr, nun kontingentiert auch der Großhandel.
Bei mir auf ungefähr der Hälfte meines Bedarfs.
Wer legt das fest?
Ist das auch schon Selektierung? Wenn ich nicht regelmäßig liefern kann, fehlt nicht nur der Umsatz von Januvia, sondern die Diabetiker wandern ab.
Was für eine Daseinsberechtigung hat eine Apotheke, die nicht liefern kann?
Konkurrenzmittel hatten keine „Vorteile“ und wurden vom Markt genommen oder nicht zugelassen.
Hier entsteht ein Riesenproblem für die Arzneimittelversorgung. Immer mehr ist nicht lieferbar, oder nicht gleich. Der Aufwand, genug Wäre an Lager zu haben, steigt gigantisch.
Und, liebe Firmen: Eine Kontigentierung führt automatisch zum Hamstern. Wenn jeder nur seinen Bedarf ordern würde, gäbe es vermutlich kein Problem. So wird es nicht gelöst.
Noch ein Beispiel: ich habe mehrere Kunden für Betmiga, bekomme aber nur 3 Packungen. Was für ein Schwachsinn!

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Im Grund

von Karl Friedrich Müller am 28.10.2018 um 13:22 Uhr

Habe ich keine Lust und Energie mehr, mich aufzuregen. Und Meinung zu äußern. Nutzt eh nix.
Daten wurden schon viele von uns verlangt. Entweder waren sie nicht ausreichend oder wurden angezweifelt oder beides. Was soll es bringen, noch mehr Daten zu liefern?
Es interessiert niemanden. Wie schon Herr Jas schieb: Hinhaltetaktik, Beschäftigungstherapie.
By the way: warum bekommt ein Kassenchef eine automatische Anpassung des Gehalts und muss ,keine „Daten“ bringen? Abgeordnete? Sogar jedem Arbeitnehmer wird regelmäßig ein höheres Einkommen zugestanden. Ärzte müssen auch keine Daten bringen. Nur uns nickelt man, gönnt uns nichts. Ist das verfassungsgemäß?
Das Fell ist verteilt. Weil im Gesundheitswesen kein Stein auf dem anderen bleiben soll, koste es was es wolle. Auch das Leben von Versicherten. Damit Konzerne Gewinne machen.
In der Welt war gestern ein Artikel über eine spezielle Klinik für Kinder, die vielen das Leben rettet. Aber es müssen auch viele abgewiesen werden, obwohl Betten da sind. Aber kein Personal. Das zerreißt einem das Herz.
Ich lese von Gebärenden, die auf Autobahnen und Landstraßen hin und her fahren und an den Krankenhäusern abgewiesen werden.
Ich lese einen Artikel, dass die Privatisierungen ein großer Fehler war. Trotzdem macht man weiter. Weil es alle Parteien forcieren, weil alle Entscheider offensichtlich Vorteile davon haben. Wenn die Politiker aus den großen Parteien abgewählt sin, müssen die unterkommen. Auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht vermittelbar? Koch hat es sogar auf seinem Druckposten geschafft, gefeuert zu werden.
Die hochgelobte Digitalisierung hat mehr Nachteile als Vorteile. Sie macht uns zu gläserneren Sklaven.
Ich hab genug von der dreisten Verlogenheit von Poltitik, Staat und Gerichten. Auch wenn ich es ertragen muss.

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Winterzeitprotest

von Bernd Jas am 28.10.2018 um 8:59 Uhr

Guuten Mooorgen Herr Ditzel,

um sieben Uhr; also wirklich, Sie verschlafen auch überhaupt gar nichts; nicht mal die blöde Zeitumstellung.
Und kaum nehmen Sie einen Stift in die Hand (siehe Bild oben) denken Sie schon wieder einen Schritt weiter und wollen Hammer und Meißel in die Hand nehmen um Spahns Worte in Stein in Runen zu fassen.

Ach, wo Sie grad´ sagen ABDA.
Hat die ABDA es verdient, dass wir sie nach so langer Zeit der Regungslosigkeit und Untätigkeit beim EuGH-Urteil und beim "2 Hundert Mille"-Gutachten (was auch wieder mal eine typische finanzielle Fehleinschätzung für die Erstellung und beim Ergebnis mit sich brachte), mit unseren Zahlen und unserer Zeit belohnen?
Nä´, beim besten Willen nicht.
Wie der Herr, so´s Gescherr.
Und das haben Deutschlands Apothekers ja schon bestens drauf; siehe Petition vom Kollegen Redmann. So zäääh, - dagegen ist ne´Ledersohle von quallenartiger Konsistenz.

Wir haben es alle richtig gut gelernt uns regulieren zu lassen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Winterzeitprotest

von Karl Friedrich Müller am 28.10.2018 um 10:15 Uhr

Was macht die ABDA mit den Daten? Richtig - im Keller lagern. Hatten wir ja schon so ähnlich.
Ich trau dem Verein nichts zu, nur eine Handbewegung beim Einstreichen des Einkommens.
Fällt mir ein Witz ein:
Treffen sich 2 Beamte im Amt auf dem Flur. Sagt der eine: Kannst Du auch nicht schlafen?

Ähnlichkeiten wären rein zufällig

AW: AW, oh Weh: Winterzeitprotest

von Bernd Jas am 28.10.2018 um 10:31 Uhr

Richtig Herr Müller,

und was schätzen Sie, wie viele Beamte Arbeiten auf dem Amt?

Richtig!
- ca. die Hälfte.
- aber alle von unserem Brutto.

Datenpanel

von Julia Contius am 28.10.2018 um 7:39 Uhr

Datenpanel - super Idee- mach ich mit! Dachte ich. ABER: Die Zahlen, die beim Datenpanel abgefragt werden, sind nicht so ganz einfach zu ermitteln. 25 Minuten - eine echte Herausforderung. Wer von euch hat's in 25 Minuten geschafft? Evtl. könnte das der Haken an der Geschichte sein. Würde nach Zahlen gefragt werden, die einer BWA oder der VSA-Abrechnung entnommen werden können - kein Problem. Aber so. Muss dann erst mal spezielle Auswertungen am Rechner laufen lassen, um an die geforderten Daten zu kommen...hm-meine 25 Minuten dauern dann wohl etwas länger. Mein Rechner rechnet noch:-)

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AW: Datenpanel

von Anita Peter am 28.10.2018 um 8:33 Uhr

BWA, SUSA, VSA Abrechnung und Rest über WAWI von Awinta. Wenn man sich grundsätzlich mit seinen Zahlen beschäftigt und nicht nach jeder Zahl 10 Minuten suchen muss, hat man die Befragung auf eine gute halbe Stunde durch ;-)

AW: Datenpfanne

von Bernd Jas am 28.10.2018 um 9:24 Uhr

Die ABDA hat geschlafen und wir sollen jetzt so schnell wie möglich Zahlen liefern, damit der gute Herr Spahn in ein paar Wochen damit rechnen (lassen) kann?

Also, ich würde an Eurer stelle würfeln, dann noch mal wenden, von allen Seiten gut durchbraten und dann runterwürgen.
Die Sache ist nämlich schon gegessen. Alles andere ist Beschäftigungstherapie und Hinhaltetaktik, bis dass uns die schon fertigen Ergebnisse um die Ohren gehauen werden.
War im Geheimen so besprochen und abgemacht.
Oder was glauben Sie warum wir nach dem, ach so erwartungsfrohen Apothekertag wieder genauso dumm da stehen wie vorher?

"Raufhauen",.... so hoch kommt er doch gar nicht (mehr).

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