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Personalabbau zugunsten von Apothekern?

Niedersächsische Kliniken protestieren gegen Stationsapotheker-Pflicht

ral | Niedersachsen will als Reaktion auf eine Reihe von Pflegemorden Stationsapotheker verpflichtend in jedem Krankenhaus einführen. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt vor – die Meinung dazu ist geteilt. Während die Kliniken am vergangenen Donnerstag mit 180 Pappfiguren und einer symbolischen Stellenanzeige dagegen protestierten, hält die Apothekerkammer Niedersachsen das Vorhaben für sinnvoll und auch für durchführbar.
Foto: NKG
Keine Stationsapotheker-Pflicht wollen niedersächsische Kliniken. Apotheker würden hierdurch privilegiert, die Kosten nicht refinanziert.

Pro 300 Betten soll es zukünftig in jedem Krankenhaus in Niedersachsen mindestens einen Stationsapotheker geben. Aus Sicht der Kliniken völlig unrealistisch. Zum einen seien Sta­tionsapotheker nicht auf dem Arbeitsmarkt verfügbar, argumentiert die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG). Zum anderen liege die Verantwortung für die Personalplanung beim Krankenhausträger. Eine Berufsgruppe wie die Apotheker durch gesetzliche Eingriffe zu privilegieren, gehe zulasten des übrigen Personals.

Konsequent und richtig

Die Apothekerkammer Niedersachsen hat dagegen keine Sorge, dass Apothekerstellen in Krankenhäusern nicht besetzt werden könnten. Die Aufgaben von Stationsapothekern seien sehr beliebt. Die Kammer begrüßt die Novellierung des Niedersächsischen Krankenhausgesetzes ausdrücklich als richtigen Schritt. So erklärt Kammerpräsidentin Magdalene Linz: „Wir halten den Weg der Landesregierung, Stationsapotheker in allen 180 niedersächsischen Kliniken einzuführen, für konsequent und richtig. Gerade hier können Apotheker und Ärzte als interdisziplinäres Behandlungsteam patientenindividuelle Therapiealternativen entwickeln und damit die Patientensicherheit erhöhen“. |

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