Deutscher Apothekertag

Mattheis sagt den Apothekern ab

Berlin - 10.10.2016, 11:10 Uhr

Absage: Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag, kommt nicht zum Apothekertag und lässt sich von Sabine Dittmar vertreten. (Foto: dpa)

Absage: Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag, kommt nicht zum Apothekertag und lässt sich von Sabine Dittmar vertreten. (Foto: dpa)


Im Gegensatz zu einigen vergangenen Apothekertagen können sich die Apotheker in diesem Jahr über prominente politische Besucher freuen. Eine Absage kassierte die ABDA nun aber doch: Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hilde Mattheis, kommt nicht nach München. Für eine kompetente Vertretung hat die SPD aber gesorgt.

Bei der politischen Diskussion am kommenden Mittwoch wird es viele spannende Themen geben: Das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz, das Apothekerhonorar, der Medikationsplan und der Zyto-Konflikt sind nur einige der derzeit offenen Themen für Apotheker. Traditionell hat die ABDA zur Diskussionsrunde die gesundheitspolitischen Sprecher aller im Bundestag vertretenen Fraktionen eingeladen – und schnell von allen eine Zusage bekommen.

Zwei Tage vor Beginn des Deutschen Apothekertages (DAT) gab es dann doch noch eine Absage aus den Reihen der Politik: Hilde Mattheis (SPD) hat einen wichtigen Termin im Wahlkreis, der sich laut einer Sprecherin nicht verschieben ließ. Anstelle von Mattheis wird Sabine Dittmar an der politischen Diskussion teilnehmen. Die fränkische SPD-Abgeordnete ist für das Thema bestens geeignet: Als einzige Fraktion im Bundestag leistet sich die SPD eine eigene Berichterstatterin für das Thema „Apotheken“, Dittmar bekleidet dieses Amt. In allen anderen Fraktionen berichtet ein Abgeordneter gebündelt über die Themen Arzneimittel und Apotheken.

Kassiert die ABDA keine weiteren Absagen, wird die politische Diskussion beim DAT 2016 wie folgt besetzt sein: Maria Michalk, gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Sabine Dittmar, Berichterstatterin für Apotheken in der SPD-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion sowie Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke.

Erst Schmidt, dann Gröhe, dann die Diskussion

Die Politiker sind dazu eingeladen, einen kurzen Impulsvortrag zu halten und anschließend in die Diskussion einzusteigen. Die politische Diskussion ist der letzte Programmpunkt der DAT-Eröffnung. Am 12. Oktober steht zunächst die Rede von Friedemann Schmidt auf dem Programm. Es folgt ein Grußwort von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Nach Gröhe kommen dann die gesundheitspolitischen Sprecher auf die Bühne. Moderiert wird die Diskussion in diesem Jahr von Andreas Lehr, Gesellschafter des Lehr und Visarius Verlags.

Dass die Beteiligung der Politik am DAT so hoch ausfällt, ist nicht selbstverständlich. Denn in den vergangenen Jahren hatten immer wieder viele Spitzenpolitiker abgesagt. Eine Top-Besetzung hatte es zum letzten Mal 2012 gegeben – ebenfalls ein Jahr vor der Bundestagwahl. Nach dem Grußwort des damaligen Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr (FDP) gab es ein Spitzentreffen der Gesundheitspolitiker auf dem DAT. 2013 fand der DAT nur zwei Tage vor der Bundestagswahl statt. Von den gesundheitspolitischen Sprechern erschien damals nur Jens Spahn (CDU).

Ein Jahr später sprach dann erstmals Gröhe als Minister zu den Apothekern. Es folgten zwar Grußworte von Kathrin Vogler (Linke), der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sowie der SPD-Apothekenexpertin Sabine Dittmar. Bei der Diskussionsrunde am Freitag erschienen jedoch nur Spahn und Harald Weinberg (Die Linke). Am schlechtesten fiel die Beteiligung der Politiker im vergangenen Jahr aus. Als einziger Politiker aus dem Bundestag beteiligte sich Weinberg, seinerzeit gesundheitspolitischer Sprecher der LInksfraktion, an der Diskussion. Alle anderen gesundheitspolitischen Sprecher hatten abgesagt.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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