Pharmagroßhandel

Rabattschlacht schmerzt Celesio

Berlin - 18.03.2014, 09:04 Uhr


Der erst kürzlich vom US-Konzern McKesson übernommene Stuttgarter Pharmahändler Celesio hat 2013 vor allem die anhaltende Rabattschlacht im deutschen Arzneimittelhandel zu spüren bekommen. Zusätzlich belastete auch der starke Euro die letzte eigenständige Celesio-Bilanz. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sonderposten lag zwar im Rahmen der Prognose, sank aber um 4,8 Prozent auf 423,6 Millionen Euro, teilte Celesio mit.

Der Umsatz schrumpfte um 3,9 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Ursache dafür sind laut Celesio vor allem die Verkäufe in Tschechien und Irland. Unter dem Strich schrieb das Unternehmen wieder einen Gewinn von 166,4 Millionen Euro nach einem Verlust von 149,0 Millionen Euro im Jahr 2012. Allerdings sind hier in der Vorjahreszahl die Sondereffekte wie etwa Abschreibungen auf verkaufte Töchter eingerechnet. Die Dividende will das Management mit 30 Cent je Aktie stabil halten - dennoch reagierten die Aktien vorbörslich kaum.

Der Umsatz im Geschäftsbereich Pharmacy Solutions, dem Großhandelsgeschäft, sank um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 17.996 Millionen Euro. Indes konnte Gehe in Deutschland einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnen. In Frankreich entwickelte sich der Markt insbesondere aufgrund der Substitution patentgeschützter Medikamente durch Generika rückläufig. Maßgeblich negativ wirkten sich die Entkonsolidierung der tschechischen Großhandelsaktivitäten und des irischen Großhandels sowie Währungskurseffekte auf die Geschäftsentwicklung aus. Bereinigt um diese Effekte stieg der Umsatz um 0,4 Prozent.

McKesson hatte Ende Januar im zweiten Anlauf mehr als 75 Prozent an Celesio übernommen, nachdem kurz zuvor die geplante Übernahme zunächst gescheitert war. Zusammen sollen die beiden Firmen dann mit rund 81.500 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von mehr als 150 Milliarden US-Dollar (111 Mrd. Euro) einen der größten Pharmagroßhändler bilden.


Lothar Klein


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